Mehrfacher Bruch des Beckens nach vermutlicher Kollision mit einem Auto

Siebenstündige Operation für Findelkater „Findus“

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Das an der „Findus“-Operation beteiligte Personal (v.l.): Juliane Geißler, Annika Ferkau, Jennifer Gröning und Michael Barkhoff.

Nienburg - Von Kurt HenschelDRAKENBURG · Aufatmen beim Tierheim-Team in Drakenburg: Findelkind „Findus“, ein Kater, den vermutlich ein Auto erwischt und schwer verletzt hatte, ist nach einer ausgesprochen teuren Operation in der Tierklinik Barkhoff in Nienburg fast wieder „auf dem Damm“. „Jetzt suchen wir den Besitzer“, erklärt Helke Romann.

Zwischen Eystrup und Hämelhausen war der unkastrierte, etwa zweijährige Kater auf einem Feld gefunden worden – mit schweren Verletzungen. Aber „Findus“, wie ihn die Tierschützer getauft haben, hatte Glück. Spaziergänger fanden ihn und brachten ihn ins Tierheim. „Als wir ihn sahen, dachten wir, die Hinterläufe könnten gelähmt sein“, erklärte Helke Romann. Mitarbeiter des Tierheims brachten den Kater deshalb zur weiteren Behandlung in die Tierklinik Nienburg.

Dort stellte sich dann heraus, dass der Kater einen mehrfachen Bruch des Beckenknochens hatte. Eine Tierärztin schätzte die Prognose für eine erfolgreiche, aber sehr teure OP mit anschließender physiotherapeutische Behandlung auf 90 Prozent. Für die Tierschützer galt es nun, darüber zu befinden, das Tier entweder einschläfern zu lassen oder der Operation zuzustimmen.

Das Tierheim entschied sich für eine Operation. Helke Romann: „Jedes Tier verdient eine Chance.“ Besonders Fundtiere hätten oftmals geringere Aussichten, weil die meisten Finder Angst vor der Übernahme der Kosten hätten.

Das Tierheim in Drakenburg bekommt pro Fundkatze einen pauschalen Betrag von 160 Euro von der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Davon war die Operation nicht zu finanzieren. Das Tierheim-Team wollte daher die ohnehin nicht prall gefüllte Schatulle öffnen, um „Findus“ am Leben zu erhalten. „Findus“ trug keinen Chip. Deshalb liege laut Helke Romann die Wahrscheinlichkeit, den Besitzer des Katers zu finden, auch nur bei fünf Prozent.

Die Operation des Tieres war am Ende wesentlich teurer als eine normale Kastration. Das hatte der behandelnde Tierarzt schon im Vorfeld verkündet. Sieben Stunden lang kämpfte Tierärztin Juliane Geißler um das Leben des jungen Katers. Die Operation verlief, trotz der multiplen Fraktur des Beckenknochens, gut. Erschwerend war der Umstand, dass es sich auch noch um einen Splitterbruch gehandelt hatte.

„Wir sind guter Hoffnung und gehen davon aus, dass ,Findus‘ durch die Operation ein angemessenes, katzenwürdiges Leben führen kann“, erklärte Helke Romann, deren Freude über die gelungene OP aber ihre Sorgenfalten nicht ganz verdecken kann. Zwar sei in diesem Fall kein Spendenaufruf erforderlich, weil das Team der Tierklinik alle Kosten übernimmt, aber ein Tierheim könne eben nicht wirtschaftlich arbeiten und sei deshalb immer wieder auf Unterstützung angewiesen. Allein die „Findus“-Operation liege im vierstelligen Euro-Bereich, zusätzlich benötige der Kater noch spezielle Bewegungsübungen, damit seine Heilung gut verläuft.

Die Chancen stünden gut, so Romann. Die Tierklinik biete alle Möglichkeiten, um selbst komplizierte und schwierige Fälle zu behandeln. Sie sei die einzige Klinik im weiteren Umkreis, die eine Computertomographie anbietet. Diese ermöglicht es, Krankheiten besser zu beurteilen und gezielter zu behandeln.

In den Genuss der tierärztlichen Kompetenz war unlängst auch Dackel „Raudi“, ebenfalls ein Fundtier und nach wie vor auf ein neues Zuhause wartend, gekommen: Hätte ihn Michael Barkhoff nicht an den Augen operiert, „wäre der arme Kerl schon lange komplett blind“, wie es Romann formuliert.

Weitere Informationen im Internet unter

http://www.tierheim-drakenburg.de

http://www.tierklinik-nienburg.de

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