VGH richtet ab Montag Bahnverkehr zwischen Eystrup und Hoya ein

Mit dem Zug zur Schule

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Sitzen schon mal im Kaffkieker Probe: Detlef Meyer und Uwe Roggatz (vorne, von links). Markus Arndt, Christian Schröder und Jens Rühe (hinten, von links) ·

Hoya - HOYA/Hassel/Eystrup · Die Bahn kommt – wieder: Ab Montag bringt der „Kaffkieker“ Schüler aus  Eystrup und Hassel nach Hoya. Der Triebwagen ersetzt eine Fahrt der Buslinie 32 und auf dem Rückweg eine der Linie 33. Alle weiteren Busverbindungen bleiben bestehen. Der Bahnverkehr läuft ein Jahr zur Probe und steht auch Nicht-Schülern offen. Ohne den Einsatz des „Kaffkiekers“ hätten die Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH) in absehbarer Zeit einen zusätzlichen Bus kaufen müssen.

In den Wintermonaten und zu Spitzenzeiten sind die Busse recht voll. Außerdem ist in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der pendelnden Schüler stetig gestiegen. Hinzu kommt die Sperrung der Bahnüberführung in Hassel, die erhebliche Fahrplanänderungen erfordert.

Auf der Suche nach einer sinnvollen Lösung für möglichst alle Probleme tauchte die Idee auf, den Schienenverkehr wiederzubeleben, zumal die Haltestellen Eystrup Bahnhof, Hassel Ida und Hassel Bahnhof für viele Schüler ähnlich gut erreichbar sind, wie entsprechende Bushaltestellen.

Die VGH werden bis auf Weiteres den „Kaffkieker“ einsetzen. „In einem Gelenkbus sind 57 Sitzplätze. Im Kaffkieker hingegen 90“, sagt VGH-Geschäftsführer Uwe Roggatz. Das macht es für die Fahrgäste komfortabler. Dank der neuen Schranken an den Bahnübergängen und nur zwei Zwischenstopps schafft der Triebwagen die Strecke Eystrup-Hoya etwa gleichschnell wie ein Bus. Neben dem Triebfahrzeugführer wird auch ein Schaffner an Bord sein.

Weil die Bahn nicht unmittelbar vor den Schulen hält, schließen Busse die Lücke zwischen dem Bahnhof Hoya und dem Schulzentrum. Auch wer auf dem Rückweg nach Gandesbergen oder Heidhüsen muss, steigt am Eystruper Bahnhof in einen bereitstehenden Bus. Die Gesamtfahrzeit ab Eystrup Bahnhof und zurück bleibt in etwa gleich, sagt Christian Schröder.

Um das Projekt Wirklichkeit werden zu lassen, stimmten sich die VGH mit der Gemeinde und dem Landkreis ab. „Wir sind überall auf offene Ohren und Unterstützung gestoßen“, sagt Roggatz. In Markus Arndt, Verkehrsplaner beim Landkreis, und Jens Rühe von der Verkehrsgesellschaft Landkreis Nienburg (VLN) fanden Roggatz und Schröder starke Verbündete. Auch Hoyas Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner und Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer begrüßen das Projekt und sehen darin eine Möglichkeit, Personenverkehr auf der Schiene wieder zu etablieren. Formal wird der Schienenverkehr, als Ersatzverkehr, vorerst für ein Jahr zur Erprobung eingerichtet.

Der Kaffkieker ersetzt ausschließlich die Fahrt der Buslinie 32 um 7.10 Uhr ab Bahnhof Eystrup nach Hoya sowie die der Linie 33 um 13.20 Uhr ab Schulzentrum Hoya nach Eystrup. Alle weiteren Busse sind nicht betroffen, die bekannten Haltestellen werden weiterhin angefahren, teilweise jedoch rund fünf Minuten früher, sagt Christian Schröder. Zudem fährt ab 7.05 Uhr ein Bus ab Eystrup Rathaus und über die Eystruper Schule nahezu alle Haltestellen auf dem Weg zum Schulzentrum Hoya an, die der Zug nicht erreicht. Gleiches gilt für den Rückweg: An der Schule starten um 13.23 Uhr zwei Busse, einer fährt bis Hämelhausen, der andere nur bis zum Hoyaer Bahnhof.

Der Triebwagen eignet sich auch für Berufspendler. Eine Fahrt kostet sie 2,60 Euro. · as

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