Timo Lesniewski macht eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Clown

„Es ist schon immer in mir gewesen“

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Auftritte in Schulen sowie Workshops mit den Kleinsten liegen Timo Lesniewski, alias Pepino, besonders am Herzen.

Nienburg - Von Daniel Wiechert. Timo Lesniewski wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz normaler 22-Jähriger, der mitten in seiner Ausbildung steckt. Timo absolviert derzeit auch eine Lehre, allerdings ist diese alles andere als normal – er wird staatlich anerkannter Clown.

„Ich werde natürlich oft gefragt, ‚wie kommt man denn dazu, Clown zu werden?‘ Aber ich hatte nie das Gefühl, dazu gekommen zu sein, sondern es ist schon immer in mir gewesen“, erklärt Lesniewski seine Berufung.

Bereits als Kind habe er es geliebt, Menschen lachen zu sehen. Und schon damals genoss er die Aufmerksamkeit. Lesniewski zimmerte sich im elterlichen Garten eine Bühne, zu deren Shows er alle Kinder aus der Nachbarschaft zusammentrommelte. Als er später sein Schulpraktikum in einem Kindergarten machte, dauerte es nicht lange, bis auch dort seine Clown-Shows bei den Kindern ein Renner wurden.

Trotzdem schlug Lesniewski 2008 mit der Ausbildung zum Erzieher zunächst eine „solide Berufskarriere“ ein. Doch seinen Traum gab er nie auf, er trat nebenbei immer noch als Clown auf. „Eines Morgens lag dann der Flyer der Clownschule in Hannover mit der Aufschrift ‚Lass deinen Traum wahr werden‘ in meinem Briefkasten“, erklärt Lesniewski. Für ihn sei das kein Zufall gewesen, sondern Schicksal.

2011 begann Lesniewskis Ausbildung an der Tanz und Theater Schule in Hannover: „Nächstes Jahr im Juni habe ich schon meine Abschlussshow und im August die mündliche Prüfung.“ Bei erfolgreichen Bestehen wäre Lesniewski dann ein „staatlich anerkannter Darsteller für Clowntheater und Komik.“

Für Lesniewski ist die Clownerie mehr, als sich übergroße Schuhe anzuziehen, eine rote Nase aufzusetzen und eine Spritzblume ans Revers zu heften: „Ich bin weder ganz doll albern, noch rutsche ich auf einer Bananenschale aus. Gute Clowns spielen keinen Clown, sie sind einer“, so Lesniewski, der während seiner Aufführungen den Namen Pepino trägt. „Ich lasse die Leute bei jeder Show in mein Herz. Ich führe sie in die Welt der Leichtigkeit, des Scheiterns und Stolperns. Die Zuschauer für kurze Zeit aus ihren Alltag zu holen, ist das schönste Erlebnis.“

Angst, irgendwann nicht mehr den Nerv der Zuschauer zu treffen, verspürt Lesniewski keine: „Das Wichtigste ist, dass du dich von anderen unterscheidest. Ich möchte in mehrere Bereiche gehen. Shows, Workshops und als Klinikclown. Ein breit gefächertes Repertoire kann nicht schaden.“ Momentan tourt Lesniewski als Straßenclown durch Polen, um alle Extreme kennenzulernen. Der direkte Kontakt mit den Zuschauern ist ihm wichtig. „Es ist ein anderes Gefühl, wenn die Leute zu dir kommen als wenn du zu ihnen kommst und einige dich vielleicht gar nicht sehen wollen“, erklärt Lesniewski.

Zuletzt fand er ein altes Video seines Vaters, der starb, als Timo sechs Jahre alt war. „Dort sagte er zu mir: ‚Timo, du siehst aus wie ein Clown‘.

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