Schneerener Autorin Johanna Ritter veröffentlicht ihr zweites Buch

„Einmachhaut“ auf dem Kopf und Kluntjes im Tee

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Johanna Ritter an der Mittelweser in Nienburg – quasi zwischen ihrem Heimatort Schneeren und dem Schauplatz ihrer beiden Bücher, der Nordsee.

Schneeren/Nienburg - von Leif Rullhusen. Ein Tasse Tee mit Kluntjes auf dem Tisch und das weite, tosende Meer im Blick: Ostfriesland pur! Die Nordseeküste, oder besser eine Nordseeinsel, ist der Schauplatz von Johanna Ritters erstem Buch.

Gut 140 Seiten über die Freundschaft zwischen vier Menschen, ihren Geschichten, Erlebnissen und Alltagsbegebenheiten. Oft heiter und manchmal nachdenklich stimmend.

„Teezeit am Meer“ hat die Autorin aus Schneeren ihr Premierenwerk genannt. Erschienen ist es im vergangenen Jahr. Jetzt folgte bereits ihr zweites Buch mit dem Titel „Kursänderung – Reise mit Hindernissen.“ Es ist gewissermaßen die Fortsetzung, denn Johanna Ritter ist ihren Protagonisten treu geblieben. Mit einer Ausnahme: Der Tod macht aus dem befreundeten Quartett ein Trio.

„Teezeit am Meer“ erzählt Geschichten der Senioren Hilde, Helga, Lotte und Hinnerk. Verbindendes Element der einzelnen Geschichten im Wandel der Jahreszeiten ist der Tee – allerdings immer eine andere Sorte – und das „Teestübchen oben auf der Strandpromenade“, in dem sich die Vier jeden Montag um 15 Uhr treffen.

Das „Teestübchen“ gibt es tatsächlich, auf welcher Insel es sich befindet verrät die Autorin indes nicht. Aus gutem Grund: „Es soll eine fiktive Nordseeinsel sein. Jeder Leser kann für sich entscheiden, auf welcher die Handlung spielt“, erklärt Johanna Ritter.

Die vier Freunde, die im Mittelpunkt der beiden Bücher stehen, sind nicht ohne Grund ausnahmslos über 70 Jahre alt. „Mich haben Lebensgeschichten schon immer interessiert“, berichtet Johanna Ritter. In ihrer Familie – ihre Eltern sind Heimatvertriebene – sei viel über Kriegszeiten gesprochen worden. „Die Lottes und Hildes sind überall unterwegs. Ich gehe in meinen Büchern viel auf die Merkwürdigkeiten des Alltags ein“, erläutert sie. So widmet sich die Autorin in einem Kapitel zum Beispiel mit einer gewissen Süffisanz einer nahezu völlig aus dem Alltagsbild verschwundenen Kopfbedeckung – der Regenhaube. Diese durchsichtigen „Tüten aus Plastik mit nettem Aufdruck“, die die Autorin an Einmachhaut für Marmeladengläser erinnern.

In „Kursänderung“ verlassen die nunmehr drei Freunde ihre Heimatinsel, um getrennt voneinander Urlaub zu machen. Sie treten eine Reise an, die ihre langjährige Freundschaft auf eine harte Probe stell.

Ob die drei in einem weiteren Buch wieder zusammen in ihrem „Teestübchen“ sitzen und aufs weite Meer blicken werden, ist noch offen. „Es wird ein drittes Buch geben“, versichert Johanna Ritter. „Eine Idee habe ich schon, die ist aber noch nicht spruchreif.“ Denkbar seien viele Richtungen. Vielleicht wird es eine Geschichte aus dieser Region, vielleicht mit historischem Hintergrund. Das würde passen: Schließlich arbeitet Johanna Ritter seit Jahren als Fremdenführerin am Steinhuder Meer. In dieser Rolle schlüpft sie regelmäßig in ein mittelalterliches Gewand, um den Gästen längst vergangene Geschichten näher zu bringen.

Erhältlich sind die beiden Bücher auch in Nienburgs Buchhandlungen Leeseberg und Bücherbutze.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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