Rettung des Kolks hat begonnen

Bürgermeister Johann Hustedt und Gemeinderatsmitglied Dr. Arne Röhrs stehen an der Stelle, wo das Wasser aus dem Kolk in das Spülfeld gelangt.

Hilgermissen (kp) - Der Hilgermisser Kolk ist derzeit zweigeteilt. Auf der einen Seite eines hohen Erdwalls befindet sich das natürliche Gewässer, auf der anderen Seite ein riesiges künstliches Becken, das zur Entschlammung des Sees dienen soll.

Mit der Fertigstellung des Spülfeldes durch die Firma Artur Brand und der Anlieferung des Saugbaggers hatten die Entschlammungsarbeiten am Hilgermisser Kolk am Montag begonnen. Rund 8 000 Kubikliter Wasser-Schlammgemisch werden dem Gewässer entnommen, um seinen Alterungs- und Verladungsprozess zu verlangsamen. Über Jahrzente haben sich Ablagerungen abgesetzt, die langfristig zum Verschwinden des Sees führen.

Mit einem speziellen Boot – einem Saugbagger – befördern die Mitarbeiter der Firma Konatec Nassbaggertechnik aus Mönchengladbach derzeit Unmengen von Schlamm-Wassergemisch in das Spülfeld, wo sich der Schlick stufenweise absetzt. Am anderen Ende landet nur noch das „klare“ Wasser wieder im Kolk. Die 100 000 Euro teure Baumaßnahme soll voraussichtlich bis Mitte September abgeschlossen sein.

Am anderen Ende des Feldes läuft das „klare“ Wasser zurück in den See.

Möglich machte diese Maßnahme ein Förderprogramm des niedersächsischen Umweltministeriums zur Restaurierung und Sanierung von Seen, in das der Hilgermisser Kolk aufgenommen wurde. „80 Prozent der Kosten trägt das Land, zehn Prozent der Mittelweserverband Syke und zehn Prozent die Gemeinde Hilgermissen“, erklärt Bürgermeister Johann Hustedt , der glücklich darüber ist, dass dieses neue Verfahren zur Rettung des Kolks angewandt wird. Ohne die Maßnahme wäre der See „in zehn bis 20 Jahren tot gewesen“, sagt Gemeinderatsmitglied Dr. Arne Röhrs , der den Fortschritt der Arbeiten seit dem ersten Tag im Internet dokumentiert.

Ein paar Jahre nach der Baumaßnahme soll das Spülfeld, dessen Gelände die Gemeinde erworben hatte, wieder eingeebnet werden und als Pufferfläche zwischen landwirtschaftlicher Nutzfläche und Kolk dienen. Die Schlammentnahme durch den Saug-Spülbagger „ist die schonendste Abbauweise, da der Uferbereich nicht beeinträchtigt wird und nur geringe Schlammverwirbelungen im See stattfinden“, teilt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in einem Schreiben mit. Unvermeidbar sei jedoch, dass auch die Wurzelstöcke von Wasserpflanzen durch den sinkenden Wasserspiegel freigelegt werden.

Auch die im Teich lebenden Fische haben es derzeit schwer, denn durch den niedrigen Wasserstand, sinkt auch der Sauerstoffgehalt des Wassers. „Die Fische sind nur in Gefahr , wenn es nachts zu warm wird“, erklärt Dr. Arne Röhrs. Tagsüber würden die Seerosen das Wasser noch mit Sauerstoff versorgen.

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