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Rehburg erlaubt Frauen Teilnahme beim Scheibenschießen-Ausmarscht

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Von: Beate Ney-Janßen

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Das Schützenfest kann kommen – dieses Mal auch mit Frauen beim Ausmarsch, meinen Jürgen Busse, Julian Voigt, Ernst Busse, Jan Grote, Carsten Schmidt und Angelika Teßner aus Rehburgs Ortsrat.
Das Schützenfest kann kommen – dieses Mal auch mit Frauen beim Ausmarsch, meinen Jürgen Busse, Julian Voigt, Ernst Busse, Jan Grote, Carsten Schmidt und Angelika Teßner aus Rehburgs Ortsrat. © Beate Ney-Janßen

2022 wird es erstmals auch weibliche Ausmarschierer beim Scheibenschießen in Rehburg geben. Auf die Königsscheibe dürfene sie aber nicht schießen.

Rehburg – Manche Rehburgerin musste zweimal lesen: Eine Einladung zum Ausmarsch beim Scheibenschießen? 285 Jahre lang war dieses Recht fest in Männerhand. In diesem Jahr wird zum ersten Mal auch ein Frauenrott in Rehburg marschieren dürfen.

Anmeldungen für das Rehburger Frauenrott sprudeln bereits

„Weil es an der Zeit war!“ Jürgen Busse, Ortsbürgermeister des Städtchens, sagt es und alle um ihn herum nicken. „Einstimmig beschlossen!“, wirft Angelika Teßner ein. Rehburgs Ortsrat steht geschlossen hinter diesem Beschluss, keine Widerrede – sie alle wollen, dass nach wie vor 400 Männer mit Zylinder auf dem Kopf durch den Ort marschieren. Aber eben auch die Frauen. Den Versuchsballon haben Busse und Teßner, Julian Voigt, Ernst Busse, Jan Grote und Carsten Schmidt sich genau überlegt.

Teßner wird voranmarschieren im ersten Rehburger Frauenrott. Als Mitglied im Ortsrat kennt sie sich seit Jahrzehnten damit aus und hat alle Rehburger Frauen für Montag, 11. Juli, 7 Uhr, zu sich nach Hause eingeladen. Anmeldungen, sagt sie lachend, sprudelten schon ganz ordentlich.

Dass es ein Versuchsballon ist, betont Jürgen Busse noch einmal, während er den Zylinder schwenkt – an der Schützenfest-Ordnung sei noch nicht gedreht worden. Erst einmal wolle der Ortsrat ausprobieren, ob Rehburgs Frauen denn überhaupt Interesse daran haben, vom Markt- zum Schützenplatz in langer Reihe mitzugehen. Laufe das gut an, dann wollten sie in den nächsten Jahren anpassen, was als Privileg Georgs II. von Hannover im Jahr 1736 für Rehburg seinen Anfang nahm.

Testballon: Rehburger Schützenfest-Ordnung wurde noch nicht geändert

Das wäre nicht die erste Änderung der Schützenfest-Ordnung: Ursprünglich durften nur die Realbürger marschieren, später wurden es alle Männer ab 18 Jahren. Der Beschränkung auf die Realbürger weint niemand in Rehburg eine Träne hinterher. Anders ist es da schon mit der Steuerbefreiung, die die Schützenkönige vor Urzeiten für ein Jahr bekamen.

Beim Ausmarsch sind Frauen nun dabei, auf die Königsscheibe können sie allerdings nicht anlegen. „Noch nicht“, fügt Jürgen Busse hinzu. Werde das Schützenfest mit Frauen ein Erfolg, mache sich der Ortsrat auch darüber Gedanken. Rehburgs Frauen rät der Ortsrat, die Zylinder herauszuholen, die schwarzen Anzüge zu bürsten und sich bei Angelika Teßner anzumelden.

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