Ralf Winkler fährt mit dem Deutz durch Deutschlands Anrainerstaaten

Dieses Mal geht es zu den Nachbarn

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Reisepartner: Ralf Winkler und sein Deutz.

Eitzendorf - Von Friederike Schockenhoff. Gestern Morgen sind sie wieder losgeknattert: Ralf Winkler aus Eitzendorf und sein Deutz-Traktor.

Der Eitzendorfer war im vergangenen Jahr mit seinem Gespann aus Trecker und Wohnwagen bereits durch ganz Deutschland bis nach Österreich gefahren. In diesem Jahr hat er sich vorgenommen, möglichst viele Anrainerstaaten Deutschlands abzufahren. In 35 Tagen will er etwa 2 500 Kilometer zurücklegen. Die Strecke führt ihn durch den Südwesten Deutschlands, in die Niederlande, nach Belgien, Luxemburg und Frankreich und mit einem kleinen Schlenker auch in die Schweiz.

Seine Tour im vergangenen Jahr hat dem ehemaligen Fluglotsen so gut gefallen, dass kurz nach seiner Rückkehr nach Eitzendorf mit neuen Planungen begonnen hatte. Er will seinem Deutz-Trecker mal die deutschen Nachbarn vorstellen und hat davon ausgehend seine Tour geplant. Der Zeitplan muss sitzen, Winkler hat nämlich die Aufenthalte auf den Campingplätzen schon im Vorfeld gebucht. „Ich spreche kein Französisch, das musste ich vorab machen“, erzählt er schmunzelnd. Außerdem könne es zum Problem werden, wenn ein Platz bei seiner Ankunft ausgebucht sei. „Wenn der nächste Platz dann 40 Kilometer entfernt ist, bedeutet das für mich zwei Stunden Fahrt“, erklärt er

Kurz vor der großen Fahrt war Ralf Winkler guter Dinge in seinem Deutz.

Nach seinen Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr und aus 2013 (in diesem Jahr musste er seinen Trip wegen eines Schadens am Deutz aber in Offenbach abbrechen) weiß Ralf Winkler aber mittlerweile ganz gut, wie viel Zeit er für Entdeckungstouren vor Ort einplanen sollte. „Für interessante oder schöne Orte habe ich meist zwei oder drei Tage geplant“, erzählt er. Monschau zum Beispiel, das will er mit seiner Frau Monika besichtigen, die ihn für ein paar Tage besuchen kommt. In der Gegend von Nancy übernachtet er drei Tage, um sich genauer umsehen zu können, für den Schluchsee, das Elsass und die Bodenseestadt Bregenz hat er jeweils zwei Tage eingeplant. „Und am 30. Juni will ich unbedingt in Baden-Württemberg sein, ich habe eine Einladung für eine Besichtigung im Deutz-Werk bekommen, die möchte ich sehr gerne wahrnehmen.“ Drumherum wünscht er sich möglichst viele Begegnungen mit Einheimischen und anderen Campern, genau wie bei seinen vergangenen Touren. Seine Nachbarn auf den Campingplätzen luden ihn gerne zum Essen ein, Treckerfreunde baten ihn, sich im Lokal an ihren Tisch zu setzen, weil sie alles über sein Gefährt erfahren wollten, und Mitfahrgelegenheiten vom Campingplatz zu einem Gasthaus und zurück fanden sich sehr leicht. „Sind Sie nicht der Mann mit dem Trecker? Erzählen Sie doch mal.“ Diese Sätze hat Ralf Winkler während seiner Fahrt ziemlich häufig gehört.

Vor der Sprachbarriere im Ausland hat er keine Angst. „Falls ich weder mit Englisch noch mit Deutsch weiterkomme, benutze ich eben Hände und Füße“, scherzt er. Winkler hofft außerdem, dass Lastwagen- und Busfahrer auch dieses Jahr wieder so nachsichtig mit ihm umgehen wie 2014 und 2013. Wann immer es die Straße zulasse, fahre er an den Straßenrand, um andere Verkehrsteilnehmer vorbeizulassen. Doch manchmal sei das über Kilometer hinweg nicht möglich gewesen. „Aber die Brummifahrer haben trotzdem immer freundlich gewunken und sich die Laune nicht verderben lassen.“

Auf seiner Reise schreibt Ralf Winkler einen Blog. Wer die Tour mitverfolgen möchte, findet ihn im Internet unter

www.permondo.com/de/tours/1437/blog

Kulinarisch könnte es für Winkler abwechslungsreich werden. Im Elsass wolle er Wein trinken und in Belgien die landestypischen Pommes Frites essen, sagt er. Dazwischen liegen vermutlich viele Gaststätten und Restaurants mit unterschiedlichsten Speisekarten – und vielleicht auch mal ein Fertiggericht. Er sorgt nämlich vor für Fälle, in denen zum Beispiel ein Laden oder ein Restaurant zu weit entfernt sind. Essen für zehn Tage packe er ein, „dann kann ich mir im Notfall auch mal ein paar Nudeln kochen“.

Sein Gehörschutz ist unterwegs ein ziemlich wichtiger Begleiter für Winkler, ohne sei es unmöglich jeden Tag lange Strecken mit dem Deutz zu fahren. Dank eines ausgeklügelten Systems, das die Geräusche filtert und zum Beispiel die Sirenen von Krankenwagen durchlässt, kann Winkler aber ohne Stress am Straßenverkehr teilnehmen. Weil er auf dem Trecker „die Gegend ganz anders“ wahrnehme, komme er dabei auch „gut mal ins Sinnieren“.

Wer hinter diesem Wohnwagen fährt, hat Ralf Winkler vor sich.

Einen anderen wichtigen Begleiter hat er dieses Jahr zum ersten Mal dabei: die Spendendose des Vereins „Hafensänger & Puffmusiker“. „Ich habe mir überlegt, dass ich das Treckerfahren, das mir so viel Spaß macht, mit einem guten Zweck verbinden könnte.“ Wie viel Geld am Ende in der Spendendose landen könnte, davon hat er auch noch keine Vorstellungen: „Ich probiere das einfach mal aus.“ Winkler hat auch mehrere Shirts vom Verein, die er tragen will. „Die sind ziemlich auffällig und helfen deshalb, mit Leuten ins Gespräch zu kommen.“ Schon bei seinen vergangenen Touren sei er sehr oft angesprochen worden, was für Musik ein Puffmusiker denn eigentlich mache.

In knapp fünf Wochen will Ralf Winkler wieder zurück in Eitzendorf sein. Wenn er seinem Muster treu bleibt, dann beginnt er wahrscheinlich schon im Herbst mit der Planung der nächsten Tour.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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