Pferde aus verwahrloster Haltung auf Hof in Raddestorf

Kaspar und Seppel machen Fortschritte

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Kaspar und Seppel werden auf dem Geißblatthof in Warpe in den Hänger gebracht.

RADDESTORF - von Rike Schockenhoff. Die Hengste Kaspar und Seppel fassen in ihrem neuen Zuhause in Raddestorf immer mehr Vertrauen zu Menschen. Anika und Marco Jentsch hatten die beiden Pfrede aufgenommen, die das Veterinäramt aus einer verwahrlosten Haltung im Landkreis Diepholz befreit hatte.

RADDESTORF - von Rike Schockenhoff. Psychisch geht es Kaspar und Seppel nach einer Woche in ihrem neuen Zuhause besser – „Sie werden frecher und neugieriger“, sagt Anika Jentsch. Doch der körperliche Zustand der beiden Pferde ist nach wie vor schwierig. Kaspar und Seppel sind zwei der zwölf Pferde aus einer verwahrlosten Haltung in Süstedt, die das Veterinäramt vor kurzem aufgelöst hatte, und die auf dem Tier- und Umweltschutzhof „Geißblatt“ in Warpe untergebracht worden waren.

Anika Jentsch und ihr Mann Marco haben die beiden Pferde vor einer Woche auf ihren Hof Equivate in Raddestorf geholt, wo sie Reha-, Therapie- und Trainingsmöglichkeiten für Pferde anbieten. Die beiden Hengste, Welsh-Araber und sieben oder acht Jahre alt, hatten unter anderem seit mehreren Jahren keine Behandlung ihrer Hufe mehr erhalten und ihren Stall nicht verlassen können. Das Horn war deshalb schneckenartig nach oben gewachsen. Diese Fehlstellung hat sich auch auf die Gelenke der Tiere ausgewirkt, Kaspar und Seppel bekommen derzeit Schmerzmittel. Ob sie jemals ohne diese Medikamente werden laufen können, stehe noch in den Sternen, sagt Anika Jentsch. Das Ehepaar ist bisher sehr zufrieden damit, wie sich die Tiere entwickeln. Beide Hengste lassen sich inzwischen von ihnen anfassen und auch vorsichtig mit einer Bürste striegeln. „Auf dem Geißblatthof hat man uns gesagt, dass sie bisher nur vom Boden gefressen haben.

Anika und Marco Jentsch (l.) mit Bernd und Linda Christof vom Geißblatthof nach dem Verladen der beiden Hengste.

Unsere Futtereimer nehmen sie mittlerweile aber an“, sagt die Tierheilpraktikerin und Pferdetherapeutin. Kaspar habe sogar ein bisschen zugenommen. Das Vertrauen der Tiere in Menschen sei der große Punkt, an dem das Equivate-Team derzeit arbeite. Die beiden Hengste haben eine große Box und einen Paddock zur Verfügung, zwischen denen sie sich frei bewegen können. Beide sind mit weichen Materialien gefüllt, Sand und Spänen, um Kaspar und Seppel das Laufen zu erleichtern. „Ganz nach draußen können wir sie noch nicht lassen, dafür ist der Untergrund zu hart“, erklärt Marco Jentsch. Beide hoffen auf den Termin mit dem Hufschmied in den nächsten Tagen, der vielleicht schon neue Erkenntnisse zu den Gelenken der Tiere bringen könnte. Was die Familie Jentsch bereits jetzt weiß ist, dass es viel Geld kosten wird, Kaspar und Seppel zu helfen. Alleine die Schmerzmittel summieren sich pro Pferd im Monat auf rund 300 Euro. Das Ehepaar bittet deshalb um Spenden, um die Tiere angemessen versorgen zu können. Die Daten dazu und weitere Informationen über die Fortschritte der Pferde sind im Internet auf der Homepage www.equivate.de zu finden.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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