Patient erhebt Vorwürfe gegen Helios Kliniken Mittelweser in Nienburg

„Schlimme Zustände“

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Der Rehburger Bernd Müller hat einen langen Leidensweg hinter sich. Der führte ihn auch zwei Mal ins Nienburger Krankenhaus.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Seit rund 15 Jahren leidet der Rehburger Bernd Müller an einem Hals- sowie Lendenwirbelsäulen-Syndrom (HWS und LWS). Zwei Mal brachten den 51-Jährigen seine schmerzhaften Beschwerden in die Nienburger Helios Kliniken Mittelweser.

Ein drittes Mal wird es nicht geben, sagt Müller. Er werde das Krankenhaus als Patient nicht mehr freiwillig betreten. In beiden Fällen entließ sich der Rehburger selbst – vorzeitig und auf eigene Verantwortung. „Die Zustände dort sind schlimm“, schimpft Müller. Im ersten Fall sei ihm eine Behandlung verweigert worden, im zweiten Fall habe er trotz Terminabsprache einen ganzen Tag lang mit Schmerzen auf ein Bett gewartet. Da Bernd Müller die Helios Kliniken Mittelweser nicht vor ihrer Schweigepflicht entbunden habe, könne sich diese nur allgemein zu den Vorwürfen äußern, erklärt deren Sprecherin Kirsten Schmidt-Tlatlik. Der erste Fall liegt nach Schilderungen von Müller ein Jahr zurück. Damals habe ihn ein Notarztwagen nach einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich „mit höllischen Schmerzen“ ins Krankenhaus eingeliefert. „Ich konnte nicht mehr laufen“, erinnert er sich an den 16. April 2014, einen Sonntag. „Die haben mich untersucht und ausschlafen lassen. Danach geschah nichts mehr. Meine Bitte, mir anschließend eine Spritze zu geben, wurde mir verweigert“, berichtet Müller. Dabei habe die in der Vergangenheit immer geholfen. Das sei auch im vergangenen Jahr der Fall gewesen, allerdings erst zwei Tage später, als er die Spritze von seinem Hausarzt bekommen habe. Anfang dieses Jahres bekam Müller von seinem neurologischen Facharzt aufgrund seiner Erkrankung eine Einweisung in die Nienburger Klinik. Er besorgte sich einen Termin und war, wie er versichert, morgens um 8.40 Uhr am 18. März pünktlich da. Nach den Einweisungsformalitäten folgten Untersuchungen und die Zuweisung zu einer Station. „Dort war ich gegen 10 Uhr“, erzählt der Rehburger. Ein Bett habe es für ihn nicht gegeben. Müller wartete. Stundenlang habe er dort mit Rückenschmerzen und dem Wunsch, sich endlich einmal hinlegen zu können, gesessen. Am späten Nachmittag gegen 17.15 Uhr habe er schließlich zum Telefon gegriffen und sich in einer anderen Klinik einen Termin besorgt. „Eine viertel Stunde später war tatsächlich ein Bett für mich fertig. Da hatte ich aber schon den Termin“, sagt Müller. Der Rehburger versteht nicht, warum er den ganzen Tag warten musste, obwohl er doch nicht überraschen in der Klinik, sondern geplant und nach vorheriger Terminabsprache dort auftauchte. „In der Regel bekommt jeder Patient mit einem Termin sofort nach Aufnahme in unser Krankenhaus und den entsprechenden Eingangsuntersuchungen einen Bettplatz. In Situationen mit einem sehr hohen Notfallaufkommen handeln wir nach der medizinischen Behandlungsbedürftigkeit und müssen priorisieren, welche Patienten unverzüglich einen Bettplatz benötigen“, erklärt Klinik-Sprecherin Kirsten Schmidt-Tlatlik. Lebensbedrohliche Erkrankungen, insbesondere sauerstoffpflichtige Patienten, erhielten einen Bettplatz vor Patienten, die aufgrund leichteren Verletzungen oder Beschwerden objektiv gesehen noch etwas warten könnten, erläutert Schmidt Tlatlik weiter. „Sollte letzteres der Fall sein, suchen wir das Gespräch mit dem Patienten und informieren ihn über die Verzögerung und bitten um Verständnis für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Selbstverständlich bemühen wir uns, unseren Patienten so schnell wie möglich ein Bett zur Verfügung zu stellen.“ Das sei bei ihm nicht passiert, entgegnet Müller. Im Gegenteil: Von Mitarbeitern sei er bekräftigt worden, nicht länger auf ein Bett zu warten. „ ‚Endlich mal jemand, der sich wehrt‘, hat mir jemand vom Personal gesagt, als ich meinen Entschluss mitteilte“, berichtet der Rehburger. Er wolle nun Rechtsmittel einlegen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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