Der älteste Oldie ist schon 89

Der Oldtimer-Club Nienburg fährt am Sonntag zum 30. Mal aus

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Norbert Harasiuk in seinem Opel Olympia Rekord: Erst am vergangenen Samstag hat er hier ein Brautpaar durch Nienburg gefahren.

Nienburg - Von Kristina Stecklein. Jeder fünfte möchte an seinem Hochzeitstag mit einem Klassiker – also im Oldtimer – zum Standesamt oder zur Kirche fahren; ein Ergebnis des Marktforschungsinstituts Innofact. Diesen Wunsch hat der Nienburger Oldtimer-Club-Vorsitzende Norbert Harasiuk erst am vergangenen Samstag erfüllt.

Um 6 Uhr morgens ist der Markloher aufgestanden, um seinen Opel Olympia Rekord, Baujahr 1956, für das Brautpaar auf Hochglanz zu polieren. „An den alten Autos kann man noch richtig was machen“, erzählt der 61-Jährige begeistert. 

Professionell „rumschrauben“ – das hat er nie gelernt. Nichtsdestotrotz hält er seine zwei Oldtimer ordentlich in Schuss. „Viel Geld hatte man damals nicht“, erinnert sich Harasiuk und berichtet von einigen rollenden Schnäppchen, die maximal 500 Mark gekostet hatten. „Dann hat man halt selbst geschraubt“, sagt der Oldtimer-Fan. Vor den ersten Handgriffen hatte er keine Angst: „Wenn keine Schraube übrig bleibt, ist alles richtig“, fügt er lachend an. Nur bei der Bremse sei er besonders vorsichtig.

Vom Weserschlößchen...

Der gelernte Bürokaufmann ist seit fünf Jahren Vorsitzender des Nienburger Oldtimer Clubs. „Es ist sehr arbeitsintensiv“, umschreibt Harasiuk sein Amt. Spaß macht es dennoch – die leuchtenden Augen des 61-Jährigen sprechen hierbei Bände.

Kommenden Sonntag wird die Arbeit schließlich belohnt, denn es steht eine besondere Veranstaltung an: Bereits zum 30. Mal bricht der Club zu seiner alljährlichen großen Ausfahrt auf. Los geht es offiziell um 10 Uhr am Weserschlößchen, die ersten Fahrzeuge dürften jedoch bereits ab 8 Uhr eintreffen.

...bis nach Gernheim

Jeder Teilnehmer erhält ein Schild (hier über dem Kennzeichen) mit seiner Startnummer. Die Kolonne wird der Vorsitzende Norbert Harasiuk anführen.

Vor Beginn der Tour wird Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes die Fahrzeugkolonne starten. „Bis heute sind wir 62 Oldtimer mit 123 Teilnehmern“, zieht Harasiuk als vorzeitiges Resümee. „Es sind ja auch Ferien und ein paar Kinder fahren mit“. Nicht ganz so jung ist das älteste Gefährt: 89 Jahre hat ein teilnehmender Ford A Coupe auf dem Buckel. Gleich drei Mal ist das Modell bei der Ausfahrt am Sonntag mit bei. „Das geht durch alle Fahrzeugtypen, wir sind offen für alle Fabrikate“, bestätigt Harasiuk. Ziel ist das Glasmuseum in Gernheim, zuvor wird ein Stop im alten Amtsgericht in Petershagen eingelegt. Dort gibt es ein Drei-Gänge-Menü, die Ankunft ist für 11.30 vorgesehen. Harasiuk verrät auch, dass es die Gaststätte ist, die zuerst gesucht wird. Schließlich muss diese auch groß genug sein, um so viele Teilnehmer unterzubringen. „Und dann basteln wir die Strecke drum herum“, weiß der Markloher. 

Sponsoren decken Kosten

Am weitesten hat es übrigens ein Teilnehmer aus Neuss. Für die knapp 270 Kilometer – pro Strecke – benötigt der Mann mit seinem Oldtimer statt der üblichen drei Stunden in etwa fünf.

Damit die Fahrt aber überhaupt stattfinden kann, wurden einige Sponsoren mit ins „Auto“ geholt. Dazu gehören die Firma Avacon, Stadtwerke Nienburg, das Autohaus Kluge, die Firma Bits and Paper sowie die Classic Tankstelle Lühmann aus Hoya. „Dadurch können wir die entstehenden Kosten decken“, versichert der Vorsitzende und freut sich über die Unterstützung. 

Last Minute Teilnahme 

Wer mitfahren möchte, zahlt einen geringen Beitrag: Inklusive sind die Ausfahrt, das Mittagessen, die Besichtigung im Glasmuseum mit Führung sowie anschließender Kaffee und Kuchen im Weserschlößchen. Interessierte können sich noch bis heute bei Norbert Harasiuk unter Tel. 05021/3816 oder 0177/7724888 melden.

Geparkt werden müssen die Oldies während der Kaffeepause natürlich auch: Dafür hat der Verein einen besonderen Platz organisieren können. Entlang der Langen Straße am Spargelbrunnen können die 62 Autos ab 16 Uhr, nach ihrer Rückkehr aus Gernheim, begutachtet werden.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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