Kulturausschuss empfiehlt Maßnahmenbeschluss

Nienburger Wissensburg nimmt kleinen Sprung im Hürden-Marathon

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Anstelle dieser Schrottimmobilie in Nienburgs Fußgängerzone soll die Wissensburg irgendwann gebaut werden.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Die Realisierung der Nienburger Wissensburg hat im Hürden-Marathon am Donnerstagabend ein Hindernis genommen.

Der Kulturausschuss empfahl die Vorbereitung des Maßnahmenbeschlusses für das Projekt. Das war allerdings nur ein kleiner Schritt. Diese Empfehlung müssen in der kommenden Woche noch der Finanz- und der Stadtentwicklungsausschuss bestätigen. Erst dann kann der Stadtrat in seiner Sitzung am 17. Dezember dem Beschluss „grünes Licht geben – oder ihn ablehnen.

Fördermittel in Höhe von 6,2 Millionen Euro

Die Wissensburg soll in der Langen Straße 31 bis 33 entstehen und unter ihrem Dach das Stadt- und Kreisarchiv sowie die Stadtbibliothek beherbergen. Beide derzeitigen Standorte sind dringend sanierungsbedürftig und im Fall der Bibliothek zu klein. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich nach derzeitigem Stand auf 11,8 Millionen Euro. Im Rahmen des Städtebauförderprojektes ISEK erwartet die Stadt Fördermittel in Höhe von 6,2 Millionen Euro.

Im Kulturausschuss legten sich vor allem Bürgermeister Henning Onkes und der Grünen-Fraktionsvorsitzende Peter Schmithüsen für das Prestigeobjekt ins Zeug. „Sämtliche Fragen sind beantwortet, sämtliche Zweifel beseitigt. Jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem es reicht“, forderte Schmithüsen die Beteiligten auf, die Wissensburg endlich auf den Weg zu bringen. „Eine Kommune, die investiert, ist eine Kommune, die sich für die nächste Generation aufstellt.“

"Keine Alternative zum Bau der Wissensburg"

Onkes betonte, dass es keine Alternative zum Bau der Wissensburg gebe. „Wir können es uns nicht leisten, die Wissensburg nicht zu bauen“, argumentierte der Bürgermeister. „Wenn wir diese Chance nicht nutzen, tun wir der nächsten Generation etwas an – nicht nur finanziell.“ Bei den zugesicherten Fördermitteln gebe es keine günstigere Alternative.

Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung hatte Norman Lenzer, Leiter des Fachbereichs Finanzen, dem Gremium zuvor dargelegt, dass die Anmietung entsprechnder Räume für das Archiv sowie die Bibliothek über 30 Jahre die Stadt drei Millionen Euro mehr kosten würde. Ein Interessensbekundungsverfahren ergab ebenfalls keine wirtschaftlichere Lösung.

„Wir haben das Förderprogramm. Wir haben eine optimale Zinssituation und davonlaufende Baukosten. Da schafft man Eigentum und mietet nicht“, warb der Verwaltungschef weiter für das Projekt.

Gegenwind bekam die Wissenburg vor allem von Jens Borcherding (ULN), der als einziger gegen den Vorschlag stimmte. „Wir belasten den Haushalt mit der Wissensburg dermaßen, dass andere Dinge nicht gemacht werden können. Viele andere Baustellen sind bekannt, werden aber nicht bearbeitet“, kritisierte Borcherding. Philipp Keßler war ebenfalls skeptisch. „Wie wollen wir diese Investitionen stemmen?“, fragte der Sozialdemokrat.

Wissensburg seit Jahren in der politischen Diskussion

Begonnen hat die Idee zur Wissensburg in Nienburgs Innenstadt vor etwa fünf Jahren.Damals hatte das kommunale Nienburger Wohnungsunternehmen GBN die leerstehende Schrottimmobilie gegenüber des Rathauses dem Immobilienkonzern GAGFAH abgekauft und begann mit der Suche nach einer sinnvollen Nutzung des Objektes. Die Realisierung von Wohnbebauung war aufgrund der Grundstückstiefe problematisch und die Stadt auf der Suche nach einem neuen Standort für Archiv und Bibliothek. Seit dem ist die Wissensburg aufgrund der hohen Investitionssumme im Fokus der politischen Diskussion – und wird es wohl noch eine ganze Weile bleiben.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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