Nienburger Wirtschaftsbetriebe und NABU richten Nisthilfen ein

Nicht nur für Autos: Neue Bewohner im Parkhaus

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Die Bauherren in Aktion: Lars Müller, Benjamin Thijsen, Thomas Hesse, Dierk Wessel und Jens Rösler (v.l.).

Nienburg - Früher waren Mauersegler ganz selbstverständlich in den Dörfern und Städten. Doch sie werden immer seltener. Auf Initiative des Naturschutzbund Deutschland (NABU) bieten die Wirtschaftsbetriebe Stadt Nienburg Fledermäusen und den Mauerseglern jetzt Nisthilfen an – im Parkhaus Am Hafen.

Die Appartments in luftiger Höhe werden installiert: Hier sollen Mauersegler und Fledermäuse einziehen.

Der Laie wundert sich: ein reiner Zweckbau als Lebensraum für Vögel und Fledermäuse? Auf jeden Fall, sagt Jens Rösler, Vorsitzender des NABU: „Noch vor 15, 20 Jahren gab es allein im Nordertor rund 200 Mauersegler-Brutpaare. Jetzt sind es vielleicht noch 50. Den Tieren fehlen Nistmöglichkeiten.“ Denn: Im Zuge energetischer Sanierungen werden Häuser und Hallen „dicht“ gemacht. Diese Sanierungen begrüßt der Naturschutzbund – doch die Mauersegler finden keinen Platz mehr zum Nisten. „Die Vögel brauchen eine gewisse Höhe und eine freie Anflug-Möglichkeit, weil sie – außer eben beim Brüten– immer in der Luft sind“, sagt der NABU-Fachmann. Fledermäusen – egal welcher Art – geht es ähnlich. Auch ihnen fehlen Plätze an denen sie ungestört ihre Jungen auf- und sich tagsüber zurückziehen können.

Auf der Suche nach Alternativen wandte sich der NABU Nienburg unter anderem an Thomas Hesse, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Stadt Nienburg. Der war gleich angetan: „Natürlich machen wir mit.“ Gemeinsam mit dem NABU nahm er die Parkhäuser der Stadt in Augenschein. Beste Voraussetzungen bietet das Parkhaus Am Hafen. Mit finanzieller Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung wurden in luftiger Höhe zehn Nistkästen für Mauersegler (mit je drei Bruträumen), zehn Kombi-Kästen für Fledermäuse und Mauersegler und zwei Ganzjahresquartiere für bis zu 40 Fledermäuse installiert – außen, so dass sich niemand um sein Auto sorgen muss.

Die Mauersegler werden pünktlich zwischen dem 25. April und dem 1. Mai aus ihren Winterquartieren zurückkehren und die „neuen Appartements“ nutzen können. Jens Rösler hofft, dass sich andere – private wie gewerbliche oder kommunale – Eigentümer geeigneter Gebäude vom Engagement der Wirtschaftsbetriebe anstecken lassen. Sie können unter mauersegler@nabu-nienburg.de weitere Infos anfordern. Parallel dazu läuft ab 1. Mai eine kreisweite Mauersegler-Zählaktion.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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