Der Nienburger Walter Füllgrabe rettet gequälte und verwahrloste Tiere

Unermüdlich für den Tierschutz im Einsatz

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Tierschützer Walter Füllgrabe mit seinem Chihuahua „Speedy“.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Wenn Walter Füllgrabe an der Haustür eines Tierbesitzers klingelt, ist er auf so einiges vorbereitet. Selbst mit einem Kleinkalibergewehr wurde zur Begrüßung schon auf den engagierten Tierschützer geschossen.

Trotzdem schockt ihn das, was sich hinter so mancher Haus- oder Wohnungstür verbirgt, immer wieder aufs neue. „Es ist erschreckend und grausam, was ich alles zu sehen bekomme“, berichtet der Nienburger. „So viel Elend! Es ist mir unverständlich, wie Menschen den Tieren das antun können.“

Für den Verein „Tierschutz Nienburg Drakenburger Heide“ ist Füllgrabe als „Prüfer Tierhaltung“ unterwegs. Ehrenamtlich wird er immer dann aktiv, wenn besorgte Bürger dem Verein eine Tiermisshandlung melden. Füllgrabe geht der Sache dann auf den Grund, recherchiert vor Ort und schaltet bei Bedarf die entsprechenden offiziellen Stellen ein.

Erst kürzlich versuchte er, einen Collie-Mischling aus einem Haushalt zu retten. Anonym hatte der Tierschutzverein einen Hinweis bekommen, der Hund würde seit Wochen humpeln und sei verwahrlost. „So etwas habe ich noch nicht gesehen. Das Tier war gar nicht mehr als Hund zu erkennen, so verknotet war das Fell“, berichtet Füllgrabe. Auch das linke Hinterbein habe er nachgezogen, offensichtlich starke Schmerzen gehabt. Der Tierschützer forderte die Besitzer auf, umgehen einen Tierarzt aufzusuchen. Zudem informierte er das Veterinäramt. Die Hilfe kam in diesem Fall leider zu spät. „Aufgrund seiner Verletzungen musste der Hund eingeschläfert werden“, berichtet Füllgrabe. Das Veterinäramt hat den Hund anschließend seziert und mehrere unbehandelte Brüche an dem Hinterlauf entdeckt. „Wer entsprechende Beobachtungen macht, sollte nicht warten, sondern uns unverzüglich informieren“, fordert er auf. In dem geschilderten Fall habe der anonyme Hinweisgeber den humpelnden Hund nämlich über Wochen beobachtet, bevor er zum Telefon griff.

Häufig kann ein misshandeltes oder vernachlässigtes Tier aber noch von ihm oder seinen Mitstreitern gerettet und entsprechend vermittelt werden. Wie im Fall eines Dobermanns, der im Raum Haßbergen in einem verwahrlosten Wohnwagen gehalten wurde. Nachbarn hatten das Tier bellen gehört, aber nie gesehen. „So etwas ist schon immer verdächtig“, berichtet Füllgrabe.

Der 75-Jährige engagiert sich gemeinsam mit seiner Frau Ulrike seit vierzig Jahren für den Tierschutz. Damals, im Jahr 1975, gründete das Ehepaar den Tierschutz Nienburg. „Unser Ziel war es, ein Tierheim zu gründen“, erzählt der pensionierte Berufssoldat. Diesen Wunsch erfüllten sich Ulrike und Walter Füllgrabe gemeinsam mit weiteren Tierschützern mit dem Bau des Tierheims „Drakenburger Heide“. Parallel dazu rief er damals schon eine „Ermittlungsgruppe“ ins Leben, die Hinweisen auf Tiermisshandlungen nachgeht. Bis heute ist er unermüdlich im Einsatz für gequälte Kreaturen auf vier Pfoten. „So lange ich kann, mache ich diese Arbeit weiter“, erklärt Füllgrabe.

Gemeinsam mit seiner Frau Ulrike oder anderen Tierschützern beginnt Füllgrabe vor Ort zu recherchieren. „Meistens befrage ich zuerst die Nachbarn“, erzählt er. Mit den gesammelten Informationen sucht er dann die betroffenen Personen auf und bittet darum, sich das Tier anschauen zu dürfen. Verweigern ihm diese den Zutritt zur Wohnung oder den Blick auf den betroffenen Hund oder die Katze, kann Füllgrabe nichts machen. Irgendwelche Sonderrechte besitzt der Tierschützer nicht. Dafür aber gute Kontakte zu den Behörden. Füllgrabe arbeitet unter anderem eng mit dem Veterinäramt in Nienburg zusammen. Wenn er die Vermutung hat, in einem Haushalt werden ein Tier gequält, informiert er das Amt und schaltet notfalls auch die Polizei ein.

Manchmal entpuppt sich eine entsprechende Anschuldigung als Nachbarschaftsstreit, an der nichts dran ist. Obwohl erleichtert, dass es dem Hund oder Katze in solch einem Fall gut geht, ärgert sich Füllgrabe über diese Einsätze. „Das kostet uns Zeit und Geld“, schimpft er. „Wenn sich die Menschen streiten wollen, sollen sie wenigsten die Tiere heraushalten.“

Wer entsprechende Beobachtungen macht, sollte sich an Walter Füllgrabe (Tel. 05021/15516) oder das Tierheim in Drakenburg wenden (Tel. 05024/8433). Das sucht derzeit übrigens Tierpaten. Ein paar Hunde, die nicht mehr vermittelbar sind, hoffen auf Patenschaften.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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