Nienburger Politik unterstützt Vorschlag der Stadtverwaltung

Wesertorbrücke: Sanierung soll um neun Jahre verschoben werden

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Rost am Stahl und Risse im Beton nagen an Nienburgs Wesertorbrücke.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Vor einem Jahr drängten Ingenieure und Stadtverwaltung noch zur Eile. Jetzt liegt die geplante Sanierung der Nienburger Wesertorbrücke auf Eis - für neun Jahre.

Rost am Stahl und Risse im Beton nagen an Nienburgs Wesertorbrücke. Mit jedem Tag werden die Schäden massiver. Je länger man warte, desto größer werde aufgrund der voranschreitenden Korrosion der Sanierungsaufwand, warnte bereits vor einem Jahr das Ingenieurbüro Hahn aus Wedemark, das die gravierenden Mängel an der Brücke entdeckt hatte. Nun plant Nienburgs Stadtverwaltung genau diesen Schritt.

Am Donnerstag wird sie im Bauausschuss vorschlagen, die ursprünglich für dieses Jahr anvisierte Sanierung auf 2025 zu verschieben – also um neun Jahre hinauszuzögern. Lediglich kleinere, zwingende bauliche Instandsetzungen sollen „schon“ im kommenden Jahr angegangen werden.

Neun weitere Jahre haben Wind und Wetter also Zeit, dem angeschlagenen Bauwerk in aller Ruhe zuzusetzen. In welche Dimensionen sich die Sanierungskosten bis dahin erhöhen werden, ist ungewiss. Vor einem Jahr stellten zwei Unternehmen, das Ingenieurbüro Hahn und die Lindschulte Ingenieurgesellschaft aus Nordhorn, unabhängig voneinander zwei Sanierungskonzepte auf. Bereits damals lagen sie je nach Umfang der Arbeiten zwischen 278 000 Euro (Lindschulte) und 816 000 Euro (Hahn).

Einzig beruhigender Aspekt dieser Verschiebung: Die Brücke sei trotz der Rostschäden noch Jahrzehnte lang stabil, versicherten vor einem Jahr beide Ingenieurbüros. Kippelig könnte es beim Überqueren der Weser allerdings schon werden. „Ob die Betonplatten dann noch richtig aufliegen ist fraglich“, mahnte Andreas Hahn, Inhaber des Ingenieurbüros Hahn schon anlässlich der Vorstellung der beiden Sanierungskonzepte. Wackelnde Betonplatten sind für die Statik der Brücke unerheblich, für das sichere Überqueren derselben allerdings nicht.

„Für die Benutzer besteht keine Gefahr“, versichert Michael Pohl, Ingenieur im Fachbereich Stadtentwicklung gegenüber dieser Zeitung. Es werde auch keine Einschränkung der Nutzung geben. „Wenn wider Erwarten entsprechende Schäden auftauchen, wird die Stadt reagieren.“ Zudem unterliege das Bauwerk auch regelmäßigen Prüfungen. Die nächste Brückenhauptprüfung findet 2018 statt.

Grund für die Verschiebung sei die Nutzung von Synergieeffekten, erklärt Pohl. Im Jahr 2025 müsse die Deckschicht erneuert werden. Wenn beide Maßnahmen zeitgleich stattfinden, müsse die Brücke unter anderem nur einmal eingehaust werden. Das spare Geld. Wie viel die Stadt dann allerdings aufgrund des Verfalls mehr für die Sanierung auf den Tisch legen muss, kann zur Zeit noch niemand abschätzen.

Seitens der Politik bekommt die Stadtverwaltung Rückenwind. Die Mitglieder werden dem Beschlussvorschlag aller Wahrscheinlichkeit nach mehrheitlich oder sogar geschlossen zustimmen. „Wir halten die Verschiebung für vertretbar“, erklärt Grünen-Fraktionschef und Vorsitzender des Bauausschusses Peter Schmithüsen. Für die Brückenbenutzer bestehe schließlich keine Gefahr und neben der Synergien im Falle einer Verschiebung habe auch die Stadtverwaltung derzeit gar nicht die Ressourcen für solch ein Großprojekt. Dem stimmt CDU-Ausschussmitglied Tim Hauschildt zu. „Aufgrund der finanziellen Situation der Stadt und der personellen Belastung im Rathaus werden wir dem Verwaltungsvorschlag wohl folgen“, sagt Hauschildt. Selbstverständlich müsse die Sicherheit der Brücke gewährleistet sein. SPD-Ausschussmitglied Hartmut Waschke sieht das ähnlich. Wenn sich vor der geplanten Sanierung größere Schäden abzeichnen, müsse die Stadt allerdings umgehend reagieren, fordert Waschke.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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