Der Nienburger Dominik Greiner organisiert Tourenwagen-Rennstall

Ein Rennsport-Manager weltweit auf Achse

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Rund um den Globus unterwegs: Dominik Greiner im vergangenen Jahr beim WTCC-Lauf in Shanghai.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Argentinien, Marokko, Moskau, Shanghai, Katar – und zwischendurch mal ein Abstecher nach Nienburg oder Friedersdorf. Dominik Greiner ist permanent auf Achse, fliegt rund um den Globus von Rennsport-Event zu Rennsport-Event.

Bonus-Meilen für die Vielflieger-Programme der Airlines sammelt der Nienburger so schnell, wie seine Piloten über die Rennstrecken jagen. Erst vorgestern kehrte er vom Hungaroring in Ungarn zurück.

Am Kommandostand ist der Rennsport-Manager (vorne) für die taktischen und sportlichen Entscheidungen zuständig.

 Greiner ist Team-Manager des Rennstalls „All-Inkl.com Münnich Motorsport“ im sächsischen Friedersdorf. Der nimmt in dieser Saison mit zwei Chevrolet Cruze an der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) teil. Außerdem sitzt Greiner in der Tourenwagen-Kommission der internationalen Motorsportvereinigung FIA in Paris und Genf. Das ist noch nicht alles: Hauptberuflich arbeitet der 31-jährige gelernte Bürokaufmann nämlich bei dem Nienburger Rennsportspezialisten Wiechers Sport.

Dort entdeckte er auch seine Leidenschaft für den Motorsport. Zwar verfolgte Greiner als Jugendlicher im Fernsehen, wie Michael Schumacher Weltmeistertitel nach Weltmeistertitel sammelte, weitere Berührungspunkte hatte er mit diesem Sport aber nicht. Bis Dominik Greiner bei Wiechers Sport seine kaufmännische Ausbildung begann. In den folgenden Jahren fuchste er sich immer stärker in die Rennsportaktivitäten des Unternehmens hinein. Das trat bis zum vorletzten Jahr mit einem BMW 320 in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft an. Als Team-Manager organisierte der 31-Jährige schließlich die Geschicke des kleinen Privatrennstalls von Wiechers Sport in der WTCC, führte ihn sogar bis zum Sieg der Privatfahrerwertung in den Jahren 2005 und 2007.

Im vergangenen Jahr fuhr das Team in Ungarn auf einem Podiumsplatz über die Ziellinie. In diesem Jahr lief es nicht ganz so gut.

Als sich das Nienburger Team im vergangenen Jahr überraschend aus der Rennserie zurückzog, warteten die Interessenten an den Management-Qualitäten von Greiner nicht lange. Ganze zwei Tage ließen sich die Verantwortlichen von „All-Inkl.com Münnich Motorsport“ Zeit, bevor sie zum Telefon griffen und Greiner die Tätigkeit anboten. Da dieser Aufgabenbereich bei Wiechers Sport für den Motorsport-Manager weggefallen war und er mit Wolfgang Kruse einen Chef hat, der diese flexible Arbeitsplatzsplittung mitmacht, überlegte Greiner nicht lange. Die Chance war einmalig. Immerhin ist „All Inkl.com“ mindestens eine Nummer größer, als Wiechers Sport. Der werksnahe Rennstall geht in diesem Jahr mit zwei Chevrolet Cruze TC1 auf die Piste. „Die Chevrolet sind die drittstärkste Kraft im Feld. Hinter den Werksteams von Citroen und Honda“, erklärt Greiner. Statt acht Mann bei Wiechers Sport, arbeiten bei „All-Inkl.com“ um die 20 Mitarbeiter für zwei Autos ausschließlich für den Erfolg auf der Rennstrecke. Ins Cockpit des Rennboliden holte Dominik Greiner mit Stefano D‘Aste einen alten Freund. Die beiden bildeten schon bei Wiechers Sport ein äußerst erfolgreiches Gespann.

Diese Saison läuft es bei „All-Inkl.com“ noch nicht ganz so rund. Das beste Ergebnis war bislang ein achter Platz in der Gesamtwertung, beziehungsweise dritter Platz bei den Privatfahrern. In Ungarn pilotierte D‘Aste den Chevrolet als 12. und 14. der Gesamtwertung über die Ziellinie. Bereits beim kommenden Lauf am 16. Mai auf der legendären Nürburgring-Nordschleife wird Sabine Schmitz das Team als zweite Fahrerin verstärken. Bei Greiner laufen alle Fäden des Rennstalls zusammen. Der Team-Manager teilt die Ingenieure, Mechaniker und Betreuer ein, wickelt Pressetermine ab, übernimmt Fahrer- und Sponsorenverhandlungen, organisiert die Reiseplanung der Crew und ist an der Rennstrecke am Kommandostand für die taktischen und sportlichen Entscheidungen des Teams zuständig. „Bis aufs Schrauben am Rennwagen bin ich jeden Aufgabenbereich involviert und letztendlich gesamtverantwortlich für einen reibungslosen Ablauf auf der Rennstrecke“, erklärt Greiner. Ob er das in Zukunft auch wieder für Wiechers Sport machen wird, steht noch nicht fest. „Wir wollen im kommenden Jahr wieder an den Start gehen“, plant er. In welcher Rennserie das sein wird, stehe noch nicht fest. Aktuell würden Gespräche stattfinden.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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