Nienburg will Gebührentarif verdoppeln

Aufhängen von Plakaten soll teurer werden

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Nienburgs Stadtverwaltung will die Plakatierungstarife verdoppeln.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Wer in Nienburg im öffentlichen Verkehrsraum gewerbliche Plakate aufhängen oder -stellen will, braucht die Genehmigung der Stadt. Und er muss für die Werbemaßnahme in die Tasche greifen.

Allerdings nicht sehr tief: Der Gebührentarif pro Plakat und Woche beträgt magere 1,25 Euro. Das spült bei durchschnittlich 110 Plakatierungsgenehmigungen im Jahr rund 2750 Euro in die leere Stadtkasse.

„Aktuell decken die Gebühreneinnahmen nicht den damit verbundenen Verwaltungsaufwand“, erklärt Friedhelm Meyer-Leseberg, Leiter des Sachgebietes Straßenverkehr. Zudem seien verstärkt Verstöße gegen städtische Auflagen zu verzeichnen, die den Verwaltungsaufwand nochmals erhöhen. So dürfen Plakate unter anderem nicht an Verkehrszeichen, Ampeln oder auf Verkehrsinseln aufgehängt oder -gestellt werden.

Aus diesen Gründen will die Stadt die Plakatierungstarife verdoppeln. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag legt sie am morgigen Donnerstag dem Ausschuss für Sicherheit und Ordnung vor. Sollte die Politik dem zustimmen, werden zukünftig pro Plakat und Woche also 2,50 Euro fällig. Im Portmonee der Stadt würden dementsprechend 5500 Euro landen.

Im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden schiebt sich Nienburg damit aus dem Mittel- ins Spitzenfeld. Günstiger sind zum Beispiel die Stadt Papenburg – sie nimmt keine Gebühr – und Verden. Die Reiterstadt verlangt pauschal 25 Euro und erlaubt pro Antragsteller 40 Plakate für eine Dauer von drei Wochen. Das ergibt bei Ausnutzung dieser Obergrenzen pro Plakat und Woche nur 21 Cent. Bei nur zehn Plakaten und einer Dauer von zwei Wochen wäre Verden so teuer, wie Nienburg aktuell.

Schwer vergleichbar ist die Tarifhöhe mit Osterholz-Scharmbeck. Tendenziell ist die Stadt im Norden Bremens aber teurer. Wer dort die Kapazitätsgrenzen ausschöpft, bezahlt pro Plakat und Woche 2 Euro, muss dann aber auch 50 Plakate aufhängen. Sollten es nur 25 Stück sein, verdoppelt sich der Preis pro Plakat entsprechend. Noch komplizierter wird der Preisvergleich mit der Gemeinde Stuhr, da sich deren Tarif aus einer Pauschale und einem Stückpreis zusammensetzen. 20 Plakate über eine Dauer von zwei Wochen würden pro Plakat und Woche 91 Cent kosten.

Kräftiger als Nienburg nach der geplanten Erhöhung greift Einbeck zu. Die Stadt verlangt pro Plakat grundsätzlich 12 Euro. Dafür darf es maximal sechs Wochen hängen bleiben. Nur wer die Zeitspanne größtenteils in Anspruch nimmt, bleibt unter dem Nienburger Tarif.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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