Stadt plant Einführung einer Marktordnung

Nienburg: Adventszauber soll fortgesetzt werden

Nienburg - von Leif Rullhusen und Johanna Müller. Pünktlich zum Frühlingsbeginn beschäftigt sich Nienburgs Politik in der kommenden Woche bereits mit der nächsten Weihnachtszeit.

Der Adventszauber soll in bewährter Form fortgeführt werden - darin sind sich Politik und Verwaltung der Stadt Nienburg einig. Fraktionsübergreifend haben die Mitglieder des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung am Dienstagabend nur positive Worte über den Adventsmarkt in der Nienburger Innenstadt geäußert. 

"Der Adventszauber hat mittlerweile einen Stellenwert wie das Altstadtfest", findet etwa Jens Borcherding (ULN). Er unterstützt eine Fortführung und findet auch eine erneute Prüfung nach weiteren fünf Jahren sinnvoll. Der finanzielle Aufwand sei im Rahmen des vertretbaren. Ein Gewinn sollte nicht das Ziel einer solchen Veranstaltung sein, bei der Ehrenamtliche im Mittelpunkt stehen. 

Adventszauber Nienburg: Für Menschen in Region

Mit einer Kostenbeteiligung von 80.000 Euro plant die Verwaltung aktuell die Aufwendungen für den mehrwöchigen Markt. "Bei so einer Summe schluckt man wohl erstmal", hat Bürgermeister Henning Onkes im Ausschuss zugegeben. Allerdings gebe es ein solches Angebot nicht zum Nulltarif. In der Kostenschätzung seien zudem auch Personalkosten auf Verwaltungsseite und die Leistungen des Baubetriebshofes eingeplant. 

Zugute komme der städtische Einsatz schließlich den Menschen in der Region. Nicht nur die Besucher hätten so einen attraktiven Anlaufpunkt in der Vorweihnachtszeit. Auch die teilnehmenden Vereine und Verbände würden durch den Verkauf in der Budenstadt profitieren. Als "Zivilgesellschaftliche-Rendite" bezeichnet der Verwaltungschef das, was für die Ehrenamtlichen übrig bleibt. 

Und das soll auch künftig so sein. "Das Besondere am Adventszauber liegt in der zivilgesellschaftlichen Ausrichtung", erklärte der Verwaltungschef. Diese habe Priorität und sei das "Herz der Veranstaltung". 

Kosten des Adventszauber 2019 noch nicht bekannt

Wie teuer der Adventszauber im vergangenen Jahr gewesen ist, wurde den Politikern am Dienstag nicht mitgeteilt. Die finale Summe liege noch nicht vor. Unabhängig davon haben die Ratsleute einstimmig eine Fortsetzung empfohlen. 

Dieter Klötzing und Rüdiger Altmann (beide SPD) waren sich darin einig, dass die Kosten für den mehrwöchigen Basar in Ordnung seien. Gerne unterstütze die SPD die Weiterführung. "Visionen und Mut haben sich bezahlt gemacht", sagte Karim Iraki (Grüne), der sich selbst vier Wochen in einer Holzhütte ehrenamtlich engagiert hat. 

Der Adventszauber auf dem Nienburger Marktplatz hat sich in den vergangenen Jahren etabliert.

Tim Hauschildt (CDU) schloss sich seinen Ratskollegen an. Der Ausschussvositzende regte jedoch an, durch eigene Anschaffungen laufende Kosten zu sparen. Im Gespräch ist es, etwa Stromverteiler zu installieren, anstatt diese zu mieten. "Der Adventszauber gehört zum weihnachtlichen Nienburg  ebenso wie der Weihnachtsmarkt am Ernst-Thoms-Platz", fasste Hauschildt zusammen. Damit wollte er verdeutlichen, dass auch die - überwiegend aus Nienburg stammenden - Schausteller am Anfang der Langen Straße nicht vergessen werden sollten. 

Adventszauber: Standgebühr für Budenstadt im Gespräch

Stimmt der Stadtrat nun entsprechend der Ausschussempfehlung zu, geht es weiter mit dem Adventszauber. Dann wird die Verwaltung die städtische Marktsatzung entsprechend anpassen. Bürgermeister Henning Onkes sprach als Teil des Organisationsteams die Überlegung an, Gebühren für die Nutzung der Holzbuden zu erheben. Damit könnten die ehrenamtlichen Betreiber einen Beitrag zur Finanzierung des Aufbaus leisten. 

Wie das aussehen könnte, steht noch nicht fest. Onkes selbst gab zu bedenken, dass etwa Schulklassen dann vor einer Hürde stehen könnten. Man könne von Schülern nicht verlangen 50 oder 100 Euro zu sammeln. Eine Überlegung sei etwa, Geld zu verlangen, wenn Alkohol verkauft werde. 

Karim Iraki findet solche Überlegungen angemessen: "Ein Obolus der Vereine ist nicht verkehrt, diese profitieren von dem Angebot." Wilhelm Schlemermeyer (CDU) warnte jedoch vor solchen Erhebungen. Die Frage sei, ob sich das lohnen würde. Schließlich gehe es angesichts der geplanten Ausgaben von 80.000 Euro um einen sehr geringen Beitrag der Vereine, der dazu führen könnte, dass Ehrenamtliche abspringen. 

Adventszauber: Holtorfer Freibad-Förderverein möchte weiter machen

Ratsherr Ralf Gilster berichtete stellvertretend für den Verein zur Förderung und Erhaltung des Freibades am Dobben von einer gelungenen Adventszauber-Saison. Zum vierten Mal hat der Förderverein die Eisbahn betrieben. "Das war unser erfolgreichstes Jahr", sagte Gilster. Das neue Zeltdach hätte sich ausgezahlt - auch energetisch. Gerne betreibt der Verein das Angebot auch in den kommenden Jahren. Die Planung für die kommenden fünf Jahre könnte sich auch begünstigend auf Verträge mit Eisbahn-Vermietern auswirken. 

Ursprünglicher Text vom 25. Februar

Der „Adventszauber“ der Kreisstadt steht am Dienstag auf der Tagesordnung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung. Nach einem fünfjährigen Probelauf der vorweihnachtlichen Veranstaltung will die Stadtverwaltung jetzt eine Marktordnung auf den Weg bringen. Damit würde der Adventszauber zu einer dauerhaften Veranstaltung, wie der Frühjahrsmarkt, das Scheibenschießen und das Altstadtfest.

Premiere in der Vorweihnachtszeit 2015

Nach jahrelangen Überlegungen und Diskussionen mit den Schaustellern richtete Nienburg den Adventszauber zum ersten Mal in der Vorweihnachtszeit 2015 aus. Eigentlich sollte ein privates Unternehmen diese Aufgabe übernehmen. Da sich keines fand, sprang die Stadt ein, begrenzte ihr Engagement aber auf fünf Jahre. Die sind nun rum.

Die gemütliche Budenstadt kommt beim Publikum gut an. 

Die Stadt möchte in gewohnter Form weitermachen – mit überdachter Eisbahn, dem Winterwald der Bürgerstiftung im Rathaus-Innenhof, den Buden auf dem Marktplatz und einer Bühne mit weihnachtlichem Programm. Der Adventszauber habe sich zu einer allgemein anerkannten Veranstaltung in der Vorweihnachtszeit entwickelt, erklärt die Verwaltung in ihrer Sachdarstellung. „Die Besucherzahlen haben sich – trotz teilweise schlechter Witterungsbedingungen – stetig erhöht. Die besondere Prägung durch die Mischung zwischen Ehrenamt und Gewerbe hat sich bewährt“, heißt es weiter.

Adventszauber verursacht hohe Kosten

Allerdings ist der Adventszauber kein ganz preiswertes Vergnügen. Obwohl die Stadt von Sponsoren, Gewerbetreibenden und Schaustellern finanziell unterstützt wird, kalkuliert sie laut Sachdarstellung einen Eigenanteil von 80 000 Euro im Jahr ein.

Diese hohen Kosten sorgten in den vergangenen Jahren seitens der Politik für Kritik. Ratsherr Tim Hauschildt (CDU) bezeichnete sie vor einiger Zeit als eine „ordentliche Hausnummer“, die man im Auge behalten müsse. Exakt 105422 Euro kostete die Stadt der Markt im Dezember 2017. Der Frühjahrsmarkt belastete den Haushalt im selben Jahr mit 19 056, das Altstadtfest mit 34 930 und das Scheibenschießen mit 77 437 Euro. Dementsprechend zurückhaltend blickt Hauschildt der Sitzung des Ausschusses am kommenden Dienstag entgegen. 

Kostenfaktor: Die Eisbahn ist kein günstiges Vergnügen.

„Der Adventszauber hat sich etabliert und wir möchten ihn fortführen“, betont der Ausschussvorsitzende. Das sei parteiübergreifend Konsens. „Unsere Entscheidung hängt aber auch davon ab, wie hoch die Abrechnung für das vergangene Jahres ist.“ Diese Zahlen fehlen bislang. „Wir müssen uns fragen, ob wir uns die von der Stadt kalkulierten 80 000 Euro pro Jahr leisten wollen. Das sind schließlich Steuergelder“, erklärt Hauschildt.

Weihnachtsmarkt und Adventszauber in Nienburg 2018

Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten.
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten. © Johanna Müller
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten.
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten. © Johanna Müller
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten.
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten. © Johanna Müller
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten.
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten. © Johanna Müller
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten.
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten. © Johanna Müller
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten.
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten. © Johanna Müller
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten.
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten. © Johanna Müller
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein. © Johanna Müller
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein. © Johanna Müller
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein. © Johanna Müller
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein. © Johanna Müller
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein. © Johanna Müller
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein. © Johanna Müller
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein. © Johanna Müller
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Der Weihnachtsmarkt in Nienburg lädt zum gemütlichen Verweilen ein. © Johanna Müller
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten.
Der Adventszauber in Nienburg hat wieder viel zu bieten. © Johanna Müller

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung findet am kommenden Dienstag, 3. März, ab 17 Uhr im Witebsk-Zimmer des Nienburger Rathauses statt.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

Rubriklistenbild: © Johanna Müller

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