Zweiter Tag nach der Entscheidung über das Samtgemeindebürgermeister-Amt

Ergebnis wirft für Zukunft Fragen auf

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Geschafft! Überglücklich wirft sich Dr. Inge Bast-Kemmerer in die Arme ihres Mannes Roland.

Marklohe - Von Kurt Henschel. Die Samtgemeindebürgermeister-Wahl in Marklohe ist gelaufen. Heute ist Tag zwei nach der Entscheidung, über die wir in der gestrigen Ausgabe ausführlich berichtet haben. Fakt ist, dass Dr. Inge Bast-Kemmerer nicht nur einen überraschend deutlichen Sieg feierte, sondern auch die erste Frau überhaupt im Landkreis Nienburg ist, die an der Spitze einer Verwaltung steht – und das, wie sie selbst sagt, ohne entsprechende Erfahrung vorweisen zu können.

Das schreckt sie nicht ab, denn es gebe genügend Beispiele dafür, dass es dennoch funktionieren könne. Auch Angela Merkel sei schließlich nicht als Bundeskanzlerin zur Welt gekommen.

Wie aber geht es nun in der Samtgemeinde Marklohe weiter? Auf alle Fälle sicherlich komplett anders. Wie genau, muss die Zukunft zeigen.

Die Fragen, die sich zwangsläufig ergeben: Wie reagiert Fritz Jansen nach seiner Niederlage? Er, der im Falle einer Wahl weitere fünf Jahre hätte in der Verwaltung arbeiten wollen, könnte sich nach knapp 46 Dienst- und Rentenversicherungs-Jahren in Kürze in den Ruhestand verabschieden. Die Zeit dafür wäre reif – jede Menge Überstunden sowie (auch restliche) Urlaubstage könnten seinen Ausstieg in relative Nähe rücken lassen. Zu einer entsprechenden Entscheidung hat sich Fritz Jansen noch nicht geäußert.

Was ist mit Matthias Sonnwald, der nach langer Krankheit wieder im Dienst ist und als allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters fungiert? Zuletzt war das – während der Abwesenheit von Sonnwald – Jansen gewesen. Er hatte bewiesen, auch diese Aufgabe bewältigen zu können, den Lohn dafür aber nicht ernten dürfen, weil ihm die Wähler den offiziellen Sprung auf den Chef-Sessel verweigerten.

Jansen und Sonnwald gehören künftig als führende Kräfte zum Team der neuen Samtgemeindebürgermeisterin und sollen ihr helfen, sich so schnell wie möglich einzuarbeiten. Wie hoch Bereitschaft und Motivation sind, ist ebenfalls abzuwarten und zu beobachten.

Was macht der aktuelle Samtgemeinderat? Er hatte erfolgreich die Abwahl des ungeliebten Verwaltungs-Chefs Volker Friemelt auf den Weg und Fritz Jansen als Nachfolger ins Spiel gebracht. Letzteres war nicht von Erfolg gekrönt. Artig gratulierten die Fraktionen am Wahl-Abend zwar der siegreichen Dr. Inge Bast-Kemmerer, doch wie gestaltet sich die erste Sitzung des Samtgemeinderats unter Führung der Bürgermeisterin? Derzeit nicht zu beantworten, aber unbedingt zu beobachten.

Nicht zu beantworten ist, warum nur rund die Hälfte der 7036 Wahlberechtigten (51,76 Prozent) auch zur Wahl gegangen sind. Immerhin handelte es sich um eine Persönlichkeitswahl, bei der erfahrungsgemäß deutlich mehr Menschen ihren Stimmzettel in die Urne werfen.

Nachzuvollziehen ist die Enttäuschung von Fritz Jansen. Er war während seiner langen Zeit immer der „Feuerwehrmann“ gewesen, der alle Aufgaben zusätzlich bewältigt hatte, wenn es zu – vor allem personellen – Engpässen gekommen war. Fritz Jansen war bereits als Samtgemeindebürgermeister tätig – inoffiziell. Dass er es am Ende seiner Karriere auch offiziell machen darf, haben ihm die Wähler mit klarem Votum für die parteilose Einzelbewerberin Dr. Inge Bast-Kemmerer verwehrt. Fazit: Es bleibt spannend in der Samtgemeinde Marklohe, die ganz sicher auch in Zukunft im Blickpunkt des Interesses stehen dürfte.

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