Bernd Jahnke leitet die Geschicke der Lebenshilfe gGmbH / Wieder Einzel-Geschäftsführer

Seit Januar da und schon Chef

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Geschäftsführer Bernd Jahnke (vorne, Mitte) mit dem Vorstand um Renate Mock (6. v. r.), Eva Thee (1. stellv. Vorsitzende; 3. v. l.), Ute Seitner (2. stellv. Vorsitzende; 2. v. r.), Schriftführerin Elke Hoffmeyer (3. v. r.) und Kassenwart Günter Suer (4. v. r.) sowie der scheidenden Geschäftsführung Margret Kulhmann-Mau (2. v. l.) und Rolf Bahlmann (7. v.  r.).

Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. Aus zwei mach (wieder) eins: Die Lebenshilfe Nienburg hat mit Bernd Jahnke offiziell seit dem 15. Mai einen neuen Geschäftsführer. Und der ist selbst erst seit Anfang des Jahres bei der gemeinnützigen Gesellschaft tätig.

Erst im Herbst hatte mit Rolf Bahlmann ein langjähriger Mitarbeiter den Job an der Seite von Margret Kuhlmann-Mau angetreten und damit für viele überraschend Jochen Ruhmer-Emden abgelöst. Nun treten beide wieder „ins zweite Glied“ zurück – beide einvernehmlich, wie Renate Mock als Vorsitzende des Allein-Gesellschafters, dem Lebenshilfe-Verein, betont.

Der Wechsel sei eigentlich erst für November geplant gewesen. Dann wird Margret Kuhlmann-Mau in die passive Phase der Altersteilzeit eintreten. Mit Bernd Jahnke habe man aber „diese Personalfrage schneller als gehofft bestens gelöst“, heißt es in einer Pressemitteilung der Lebenshilfe. „Im Dienst der Sache“ hätten sich Margret Kuhlmann-Mau und Rolf Bahlmann, der bis zu seinem Ausscheiden 2018 Prokura behalten soll, bereit erklärt, den Platz an der Spitze schon jetzt zu räumen. „Also gab es für uns keinen Grund, länger zu warten“, erklärte Renate Mock. Der Rückendeckung ihrer Mitstreiter ist sie sich sicher: „Der gesamte Vorstand hat die Entscheidung getroffen.“ Vor allem soll damit auch ein Generationenwechsel verbunden sein. Jahnke ist 49 Jahre und kennt Lebenshilfe bereits aus seinem Wirken im Bereich Peine-Burgdorf.

Der Wechsel an die Spitze des zweitgrößten Arbeitgebers im Landkreis Nienburg ist auch für Jahnke ein großer Schritt, mit dem er noch vor einem halben Jahr nicht gerechnet hatte. Er ist Tischlermeister, der in der Ausbildung zum Holztechniker auch Betriebswirtschaft gelernt und später als Selbstständiger praktisch angewendet hatte. Zudem studierte er später Sozialpädagogik und war zuletzt Leiter einer Einrichtung für Menschen mit seelischer Behinderung, bevor er zum 1. Januar die Leitung des Bereichs „Arbeit und Bildung“ der Lebenshilfe Nienburg übernahm – und sich von da aus um den Geschäftsführerposten bewarb. Von einem „Glücksfall“ schwärmt Renate Mock, dass Jahnke daher Ahnung von diversen Bereichen der Lebenshilfe-Arbeit hat.

Parallel zum Generationswechsel in der Geschäftsführung gab es eine organisatorische Umstrukturierung des Unternehmens, das trotz aller Gemeinnützigkeit auch wirtschaftlich sein müsse, wie der neue Geschäftsführer betont. Hatte über Jahre stets ein Geschäftsführer beziehungsweise eine Geschäftsführerin das Sagen, war es seit 2011 ein Duo gewesen. Nun kehrt der Sozialdienstleister wieder zum Solo-Chef zurück. Dazu Renate Mock: „Wir haben die Lebenshilfe im Rahmen eines mehrjährigen Prozesses zukunftsfähig gemacht. Unsere Aufgabe ist es, Menschen mit Behinderung auf dem Weg in ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu begleiten und zu unterstützen.“ Und weiter: „Als einer der größten Arbeitgeber im Kreisgebiet haben wir uns strukturell so aufgestellt, dass wir flexibel bleiben und unter den sich ändernden finanziellen Vorzeichen unser anerkannt hohes Leistungsniveau halten können.“ Um die angestrebte Flexibilität und Zukunftsfähigkeit auf eine solide Basis zu stellen, habe man sich entschlossen, zunächst die Organisation des Unternehmens neu zu ordnen und in dieser Zeit auf, so Mock, „erfahrene und bewährte Menschen“ zu vertrauen. Dann erst sollte die entsprechende Weichenstellung an der Spitze erfolgen: „Anders herum – erst die Geschäftsführung, dann das Unternehmen – hätte das für uns keinen Sinn gemacht“, erläutert die Vorsitzende das Vorgehen. „Außerdem sind wir in der glücklichen Lage, mit Margret Kuhlmann-Mau und Rolf Bahlmann zwei Menschen an der Spitze zu haben, die nicht nur die Lebenshilfe aus dem Effeff kennen, sondern die beide ein fundiertes kaufmännisches Wissen mitbringen. Wir konnten also in Ruhe sondieren.“

Mehr als 450 Mitarbeiter zählt die Lebenshilfe in Werkstatt, Verwaltung und Kindertagesstätten. Hinzu kommen Beschäftigte auf mehr als 750 Werkstattplätzen an neun Betriebsstätten. Die meisten von ihnen haben den neuen Mann im Chefsessel schon kennengelernt. Allen anderen will er sich in naher Zukunft ebenso präsentieren wie Vertretern anderer Verbände und Verwaltungschefs. Und auch die Arbeit der Lebenshilfe selbst möchte Jahnke bekannter machen. Da kommt das Jubiläumsjahr 2016 passend. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens sind mehrere besondere Veranstaltungen geplant. Jahnke ist auf jeden Fall hoch motiviert: „Ich freue mich auf die neuen Aufgabe, die ich zu 110 Prozent annehmen werde."

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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