Aktion der Polizei soll Sicherheitsgefühl stärken

Zahl der Einbrüche im Landkreis Nienburg sinkt

Nienburg - Aus dem Briefkasten ragen zerknüllte Prospekte. Die Zeitungen stapeln sich auf dem Boden vor der Haustür – aufgeweicht vom Regen. Hinter den Gardinen ist es dunkel. Kein Mucks dringt aus dem Inneren. Und dann wäre da noch der freudige Post bei Facebook „endlich Urlaub“ mit einem Foto von dem glitzernden Meer und der untergehenden Sonne. Kein Zweifel: Hier ist niemand zu Hause. Eine wahre Einladung für Einbrecher und Grund für eine Aufklärungsaktion der Polizei.

Zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls ist die Polizei im Landkreis Nienburg mit einer sogenannten Schwerpunktaktion unterwegs. Heißt: Mitarbeiter des Einsatz- und Streifendienstes fahren durch Wohngebiete, vorwiegend mit Beginn der Dunkelheit, und halten Ausschau nach „Einladungen“ für potenzielle Einbrecher. Dazu zählen beispielsweise offene Garagen ohne Fahrzeug, unbeleuchtete Bereiche und insgesamt ein unbewohnter Eindruck des Wohnhauses. Die Anwohner werden angesprochen oder mit einem speziell für diesen Einsatz entworfenen Handzettel auf das offensichtliche Angebot hingewiesen. „Außerdem wollen wir mit unserer verstärkten Präsenz das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung stärken“, so Axel Bergmann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg.

„Derzeit geht die Zahl der Einbruchsdiebstähle im Landkreis zurück“, stellt Dietmar Scholz, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, fest – und das entgegen dem bundesweiten Trend. Im vergangenen Jahr wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik deutschlandweit mehr als 167.000 Einbrüche und Einbruchsversuche registriert – ein Anstieg um etwa zehn Prozent. Im Landkreis Nienburg waren es 276 Wohungseinbruchsdiebstähle und Tageswohnungseinbrüche, 2014 hingegen waren es noch 291. In diesem Jahr sei laut Scholz sogar eine Zahl der Einbruchsdiebstähle unter 276 wahrscheinlich.

Besonders in der dunklen Jahreszeit steige die Gefahr, Opfer eines Einbruchs zu werden. Vor allem gefährdet sind Bewohner in den Monaten Dezember bis April, insbesondere freitags und samstags. Die Haupteinbruchszeit in Wohnhäuser sei laut einer Presseinformation der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg zwischen 14 und 20 Uhr. Dabei wollen Einbrecher schnell unentdeckt ins Haus kommen. In fünf Minuten muss alles erledigt sein – hier liege die Chance für die Prävention: „Schließen Sie Ihre Tür immer ab. Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Achten Sie auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück. Geben Sie keine Hinweise auf Abwesenheit.“ Das rät die Polizei. Mit Blick auf Aktivität in sozialen Medien weist Scholz auf besondere Vorsicht hin: „Man weiß nie, wer das liest.“ Urlaubsgrüße oder Ankündigung auf Abwesenheit seien für einen vermeintlichen Einbrecher ein guter Tipp. Zusätzlich appelliert die Polizeiinspektion zum Einbau von Sicherheitstechnik an Fenstern und Türen. 

Informationen zum Einbruchsschutz gibt es im Internet unter www.k-einbruch.de

vik

Rubriklistenbild: © Archivfoto: dpa/Silas Stein

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