Wolfram Braselmann geht nach 33 Jahren in den Ruhestand

Gemeindepastor wechselt aufs Ehrenamts-Parkett

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Die Entscheidung für eine Pastorenstelle auf dem Land hat Wolfram Braselmann seinerzeit bewusst getroffen – und ist Münchehagen 33 Jahre als Pastor erhalten geblieben.

Münchehagen - Von Beate Ney-Janßen. Kaum einer kann sich in Münchehagen an die Zeit vor Wolfram Braselmann erinnern. Seit 33 Jahren ist er dort Gemeindepastor – und geht nun in den Ruhestand. Am Sonntag, 31. Januar, 15 Uhr, wird er mit einem Gottesdienst in der Kirche in Münchehagen verabschiedet.

Jemand anderen als Braselmann kennen auch die Menschen in den Bad Rehburger Einrichtungen kaum als Seelsorger. Im „Haus Viktoria Luise“, in der „Sonnenburg“ und auch in der „Residenz Meerblick“ ist er ebenso lange tätig wie in der Gemeinde Münchehagen. Mit dieser Kombination, mit der er nun aufhört, hat er 1982 auch begonnen: Mit einer halben Stelle als Gemeindepastor und einer weiteren halben Stelle, um die Einrichtungen Bad Rehburgs zu betreuen.

Ganz bewusst hat er sich seinerzeit die dörfliche Umgebung ausgesucht. Dass sowohl ein Garten als auch eine kleine Weide zu dem Pfarrhaus gehören, war ihm gerade recht. Dort, auf der Weide, hat er über all die Jahre immer einige Schafe gehalten und auch so manches Huhn gackerte hinter dem Haus.

Passend an Münchehagen war für ihn außerdem, dass nicht nur er eine Stelle bekam, sondern auch seine Frau – die er allerdings erst drei Wochen nach Dienstbeginn in dem kleinen Ort heiratete. Ähnlich treu wie ihr Mann steht Renate Braselmann seitdem zu Münchehagen: An der Grundschule arbeitet sie noch heute als Lehrerin.

Gerne hat Wolfram Braselmann seinen Beruf ausgeführt. Besonders viel Freude, sagt er, hätten ihm die Ernte- und Gemeindefeste wie auch die Adventsmärkte gemacht. Und gerne sei er auch immer in den Häusern unterwegs gewesen. Nach Möglichkeit hat er an jedem Tag einen Besuch in einem Haushalt gemacht. „Als ich hier anfing, haben die Leute mir erzählt, wer krank ist“, sagt er. Irgendwann habe sich das ins Gegenteil verkehrt: Er wurde gefragt, wem es nicht gut gehe.

So wie in den Häusern Münchehagens war er auch in den Bad Rehburger Einrichtungen unterwegs: Mindestens einmal pro Woche ist er in jeder der Einrichtungen gewesen.

Schönstes Erlebnis war die Kommunalwahl

Nach seinem schönsten Erlebnis in den 33 Jahren als Pastor gefragt, verweist Braselmann auf die jüngste Kommunalwahl: Dass seine Frau damals so viele Stimmen bekommen habe, dass sie schließlich zur Ortsbürgermeisterin gewählt wurde, sei für sie beide eine Bestätigung ihrer Arbeit gewesen.

In Münchehagen wird das Ehepaar Braselmann bleiben, auch wenn das Pfarrhaus demnächst von Braselmanns Nachfolger Sönke von Stemm bewohnt wird. Und mit seiner künftig freien Zeit weiß der Pastor dann auch schon einiges anzufangen: Die Rehburg-Loccumer Arbeitsstelle der Volkshochschule (VHS) will er übernehmen, ist außerdem vom Kloster Loccum gebeten worden, gelegentlich im Auftrag des Klosters Gottesdienste in Winzlar zu übernehmen, will sich mehr im „Arbeitskreis Stolpersteine“ engagieren und sich um den Garten kümmern.

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