Bundesverkehrswegeplan spricht für das Projekt

Ein wichtiger Schritt in Richtung Nordumgehung

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Die geplante Umgehung von Rohrsen nach Nienburg ist in der Karte gelb markiert. Sie soll hinter Erichshagen-Wölpe langführen und am Mußriedegraben auf die bisherige Straße treffen.

Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. Auch wenn es noch Jahre dauern wird, bis sie kommt – der Bau einer Nord-Umgehungsstraße, die Rohrsen und Nienburg verbinden soll, ist näher denn je. Im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes ist sie als vordringlich eingestuft.

Erreicht hat das Vorhaben sogar das höchstmögliche zu erwartende Nutzen-Kosten-Verhältnis. Geradezu überglücklich äußerten sich Vertreter des Holtorfer Ortsrates, guter Dinge so den Durchgangsverkehr zu minimieren. Betroffen ist ebenso Erichshagen-Wölpe. Auch die B214 durch den Ortsteil nutzen heute viele, um in die Innenstadt zu gelangen. Dennoch könnten auf die Einwohner durch die neue Straßenführung sowie die entsprechenden vorhergehenden Bauarbeiten auch neue Belastungen zukommen.

Seit Jahren schon ist eine Verkehrsführung an Holtorf und Erichshagen-Wölpe vorbei angedacht. Bislang fahren unzählige Auto- und Lastwagenfahrer täglich durch Holtorf und teilweise auch durch den Nachbarortsteil, um die Kreisstadt zu erreichen. In der vergangenen Woche nun stellte das Bundesverkehrsministerium den Entwurf vor, der Anfang November im Bundestag verabschiedet werden soll.

Bis zum 2. Mai können sich Bürger äußern. Die Plänesind im Internet mit Erläuterungen einsehbar. In der nächsten Ortsratssitzung in Holtorf am 4. April (ab 19.30 Uhr in Vogelers Haus) soll das Thema auf der Tagesordnung stehen, erklärte Ortsbürgermeisterin Cornelia Feske (SPD). Dann soll es Informationen für die Öffentlichkeit geben. Eingeladen sind explizit auch Einwohner Erichshagens. Thema werden soll das Vorhaben zudem laut Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes (parteilos) auch im Stadtentwicklungsausschuss.

Freude über die gute Einschätzung (v.l): Ralf Gilster, Cornelia Feske, Marcus Veil und Maik Beermann.

Holtorfs Ortsratsmitglied Marcus Veil (CDU) freut sich vor allem über das überfraktionelle Engagement, das seiner Meinung nach großen Erfolg an der guten Einstufung des Projektes habe. „Wir wünschen uns einen Beginn in fünf bis sieben Jahren“, meinte er. Realistisch sei aber, sagte er selbst, ein längerer Zeitraum. Nicht umsonst trägt der Katalog den Titel „Bundesverkehrswegeplan 2030“. Bis dahin sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Ein Vorteil der Nordumgehung sei, erklärte Bundestagsabgeordneter Maik Beermann (CDU), die bereits angedachte Linienführung. Nun gelte es, möglichst schnell die Baureife herzustellen. Klar sei aber, dass die Chancen auf einen Bau sehr groß sind. Schließlich habe das Projekt den Bestwert von zehn beim Nutzen-Kosten-Faktor erhalten – anders, als so manch anderer Plan im Landkreis, der Berücksichtigung findet (Bericht auf Seite 5). „Das bedeutet, zehnmal so hohen Nutzen wie Kosten“, erklärt SPD-Ortsratsmitglied Ralf Gilster.

Glücklich, aber nicht ohne Einschränkungen zeigte sich Erichshagens Bürgermeister Tim Hauschildt (CDU): „Der Bauabschnitt führt recht dicht an Erichshagen vorbei“, äußerte er sich besorgt. Zudem sei mit massiven Einschnitten in die Natur zu rechnen. Nicht vergessen dürfe man obendrein Unternehmen, die speziell vom Durchgangsverkehr profitieren.

Speziell auf Sorgen der Flächeneigentümer ging Wilhem Schlemermeyer (CDU) aus Sicht eines Landwirts ein. „Flächen sind nicht vervielfältigbar“, gab er zu bedenken. Beermann stimmte zu: „Landwirte sind doppelt gebeutelt.“ Sie müssten zum Teil Flächen für den Bau und weitere für den Ausgleich hergeben. Darüber müsse die Politik sprechen.

Zunächst solle sich die kommunale Politik aber einig zeigen, um ein Signal nach Berlin zu senden, gab Beermann zu verstehen: „Jetzt kein Parteiengezänke“. Damit einher gehe, auf alle Interessen einzugehen, um eine positive Grundstimmung zu erhalten, mahnte Bürgermeister Onkes.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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