Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März: Fachleute ziehen positive Bilanz

Ein „fachlicher Sprung“ vor etwa 20 Jahren

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Die kleine Maus hat das Down-Syndrom, ist aber fröhlich und bei der professionell arbeitenden Lebenshilfe Nienburg bestens betreut und aufgehoben.

Nienburg - Bei Menschen mit Down-Syndrom ist das 21. Chromosom dreifach vorhanden (21:3). Als Datum für den weltweiten Aktionstag, der auf das Themenfeld Down-Syndrom aufmerksam machen soll, ist darum der 21. März gewählt worden. Die Lebenshilfe Nienburg betreut und fördert Menschen mit Down-Syndrom und deren Familien von frühester Kindheit an. Jetzt gibt es eine positive Bilanz der jüngeren Entwicklung.

Menschen mit Trisomie 21 sind in ihren geistigen Möglichkeiten eingeschränkt. Alle haben aber große Entwicklungs-Chancen, wenn sie entsprechende Unterstützung und Förderung erhalten, sagen Wiebke Thiart und Gudrun Schinkel vom Geschäftsbereich „Kinder, Jugend und Familie“ der Lebenshilfe: „Verallgemeinerungen treffen nicht zu. Entscheidend sind die individuelle Situation und eine passgenaue Förderung.“

Die hat sich die Lebenshilfe seit mehr als drei Jahrzehnten auf die Fahne geschrieben: Die Frühförderung kann direkt nach der Diagnose beginnen. Die Lebenshilfe betreut sogar schon Frühchen. „Wir kümmern uns nicht nur um die Kinder, sondern unterstützen auch die Familie“, betont Gudrun Schinkel: Eltern, deren Kind mit Down-Syndrom zur Welt gekommen ist, haben in der Regel einen größeren Beratungsbedarf als andere Eltern. Dem trägt die Lebenshilfe Rechnung. Außerdem arbeitet sie mit den Kindern direkt in den Familien – auch das entlastet Eltern und Kind. Jungen und Mädchen mit Down-Syndrom werden also buchstäblich von Anfang an gefördert. Das war vor Jahrzehnten ganz anders, doch diese Zeiten sind vorbei, sagt Gudrun Schinkel: „Man könnte sagen, vor etwa 20 Jahren gab es einen fachlichen Sprung.“

„Die Situation hat sich deutlich verbessert“

Mit dem Eintritt in die Kindertagesstätte (Kita) greift die heilpädagogische Förderung der Jungen und Mädchen. Auch dabei stehen die individuellen Möglichkeiten des Kindes im Mittelpunkt. Gudrun Schinkel: „Wir fördern Wahrnehmung, Motorik, Sprache. Und wir sorgen für ein möglichst anregendes Umfeld, damit das Kind sich und seine Fähigkeiten auch selbst entdecken kann.“ Wichtig sei auch in dieser Lebensphase die Unterstützung von Eltern und Familie.

Insgesamt gesehen, bilanziert Wiebke Thiart anlässlich des Welt-Aktionstages zum Down-Syndrom, hat sich die Situation von Menschen mit dieser Beeinträchtigung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Dies auch und gerade mit Blick auf die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz: Dass junge Leute mit Trisomie 21 in der Feuerwehr sind oder im Fußballverein, wäre früher undenkbar gewesen – heute ist es fast alltäglich.

jh

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