Yogalehrerin in Hassel

Dem Ruf des Herzens gefolgt

Silvia Stüring in einer Asana.
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Silvia Stüring hat sich mit „Yo-Well“ ihren Herzenswunsch erfüllt.

Hassel – „Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist.“ Oder wie Silvia Stüring sagen würde: „Yogash chitta vritti nirodhah.“ Echte Yogis verwenden nämlich die altindische Sprache Sanskrit – in Anlehnung an die Lehren und Überlieferungen im Hinduismus. Yoga. Was ist das überhaupt? Diese Frage stellte sich auch Silvia Stüring im Verlauf eines Lebensabschnitts, der ihr außerordentlich viel Kraft abverlangte.

„Seinerzeit war ich überarbeitet, gestresst und sehnte mich nach so etwas wie Entspannung und Besinnung“, erinnert sie sich.

Eine Reise nach Ägypten führte die Suchende in ihre erste Yoga-Stunde. „Ich war neugierig und besuchte die Kurseinheit ohne Erwartungen“, erzählt sie. „Der Yoga-Raum war groß, hell und beeindruckend. Über unseren Köpfen befand sich eine prachtvolle Kuppel.“ Und auch der Leiter der Einheit entsprach ganz dem Bild, das sich die Urlauberin zuvor von einem „Ober-Yogi“ gemacht hatte: inklusive Mala um den Hals, eine hölzerne Gebetskette mit 108 Perlen.

Dennoch fühlten sich die Übungen befremdlich an, gesteht Silvia Stüring. „Ich kam mir schon komisch vor, als ich mich zu den vorgegebenen Asanas (Körperstellungen) verbiegen sollte“, erinnert sie sich. Die formvollendeten Darbietungen ihres Lehrers, zum Beispiel zur „fliegenden Taube“, entlockten ihr gar manches Schmunzeln.

Ins Staunen kam die heute 44-Jährige jedoch im Anschluss an die Yoga-Einheit. „Ich spürte in meinem Körper eine nie da gewesene Form von Energie“, beschreibt sie. In meiner Wahrnehmung war ich energiegeladen, beseelt und glücklich von den Haarspitzen bis in die Zehen. Ich spürte die Schwingungen zwischen meinen Handflächen, ohne dass sie sich berührten – allein durch den Energiefluss.“ Das Erleben war so beeindruckend und wunderbar, dass Silvia Stüring noch am selben Tag zu ihrer Freundin sagte: „Wenn das so schön ist, dann will ich Yoga-Lehrerin werden.“

„Die Kriegerin“ heißt dieses Asana im Yoga. Anspannung und Entspannung im Wechsel sorgen für mehr Resilienz im Alltag.

Gesagt, getan: Noch vor Ort knüpfte die Hoyahägerin Kontakt zu einer aktiven Yoga-Lehrerin und kaum wieder zu Hause recherchierte sie zu den Möglichkeiten, sich zur Yoga-Lehrerin ausbilden zu lassen. Ihre Suche führte nach Horn-Bad Meinberg in Europas führendes Yoga-Seminarhaus und -Ausbildungszentrum. Mit dem Zertifikat in der Hand und dem Wunsch, auch andere Menschen an ihren Erkenntnissen und Praktiken teilhaben zu lassen, kehrte die damalige Industriekauffrau zurück. Ihre ersten Yoga-Kurse gab sie für Verwandte und Freunde. Das gute Feedback ermutigte zum nächsten Schritt: Kurse in der Lebenshilfe und anderswo. „Mein Wunsch nach einem eigenen Yoga-Studio wurde immer drängender“, erzählt Silvia Stüring. Und obwohl sie 2018 noch hauptberuflich im Büro arbeitete und Yoga-Stunden nur im Nebenberuf anbot, ergriff sie die Initiative, als Oliver Hogrefe ihr von dem geplanten Neubau an der Hasseler Hauptstraße erzählte.

„Ich hatte keine Ahnung von Selbstständigkeit und wusste überhaupt nicht, was auf mich zukommen würde.“ Doch die Erfüllung ihres Herzenswunsches gab ihr die nötige Energie, die nächsten Schritte zu machen. Neben der Berufstätigkeit in Vollzeit hob Silvia Stüring zwischen Oktober 2018 und April 2019 das Unternehmen „Yo-Well“ aus der Taufe – inklusive Logo, Werbung, Internet-Auftritt, Raumgestaltung und Möblierung sowie Akquise der potenziellen Teilnehmer und Teilnehmerinnen. „Und es lief gut – von Anfang an“, meint die Yoga-Lehrerin.

Lockdown für Fortbildungen genutzt

Mit einer weiteren Ausbildung zur ganzheitlich energetischen Massagetherapeutin erweiterte Silvia Stüring den Wellnessbereich von Yo-Well und kam ihrem Traum einen großen Schritt näher, Yoga in Vollzeit anzubieten. Um so dramatischer schlugen die beiden Lockdowns ein: „Beim ersten war ich wie gelähmt. Da hatte ich nun tatsächlich erreicht, was ich mir vorgenommen hatte. Ich blickte auf mein Lebenswerk und dann entschied die Regierung, dass ich die Türen schließen musste... Es war schrecklich.“

Den zweiten Lockdown nutzte die frisch gebackene Unternehmerin sinnvoll. „Es half ja nichts – und so packte ich die Zeit voll mit Fortbildungen im Senioren-Yoga, Schwangeren-Yoga und mit meiner persönlich größten Herausforderung – dem Online-Yoga“, gesteht sie. Mit ihrer feinfühligen und sensiblen Art gelang es der 44-Jährigen auch über das Netz, ihre Schüler zu begeistern und mit Übungen im Hatha-Yoga für die Herausforderungen des coronageprägten Alltags fit zu machen.

„Für die Schnelllebigkeit des Alltags, wie wir sie jetzt erleben, sind wir alle nicht gemacht“, ist Silvia Stüring überzeugt. „Ich habe selbst erlebt, wie schnell die Spirale sich dreht von Hektik zu Stress – hinein in Überforderung und totale Kraftlosigkeit. Yoga sorgt mit Körperübungen (Asana), Atemübungen (Pranayama) und Entspannungsübungen (Shavasana) für mehr Beweglichkeit und Kraft – körperlich wie geistig – und bringt uns in Harmonie. Das ist nach kurzer Zeit sogar im äußeren Umfeld spürbar.“

Kontakt

www.yo-well.de

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