Vernissage und Verleihung des Elisabeth-Weinberg-Preises im Rathaus-Vestibül

Gegen Rassismus und rechte Gewalt

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„Angekreuzt und aussortiert“ haben die Jugendlichen aus Rehburg-Loccum ihre Lesung zur Euthanasie in der NS-Zeit genannt. Zur Verleihung des Elisabeth-Weinberg-Preises präsentieren sie einen Ausschnitt daraus.

Nienburg - Zur Verleihung des Elisabeth-Weinberg-Preises und zur Eröffnung der Ausstellung „Geächtete Patrioten – Die deutschen Juden und der Erste Weltkrieg“ sind Interessierte für Montag, 9. November, 18 Uhr, ins Vestibül des Nienburger Rathauses eingeladen.

Jüdin war Elisabeth Weinberg, lebte in Nienburg und war 19 Jahre alt, als sie von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Ihr zum Gedenken und gegen Rassismus und rechte Gewalt ist der Elisabeth-Weinberg-Preis ausgelobt: Junge Menschen, die sich aktiv einsetzen, sollen ihn verliehen bekommen. Das jährliche Datum für die Verleihung ist festgeschrieben auf den 9. November – zur Erinnerung an die Pogromnacht von 1938.

Nominiert sind in diesem Jahr zwei Gruppen junger Menschen, die sich auf unterschiedliche Art mit dem Thema auseinandersetzen. Die eine der Gruppen nennt sich „Against Racism Nienburg“ und beteiligt sich kontinuierlich an Aktionen gegen Rechtsextremismus und rassistische Mobilisierung in der Region. Mit der Organisation der Auftaktveranstaltung zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus in Nienburg 2015 habe die Gruppe sehr erfolgreich die unterschiedlichen Facetten des „braunen Sumpfes“ in und um Nienburg sichtbar gemacht und dabei eine Brücke zwischen den Generationen gebaut, heißt es in der Begründung zur Bewerbung um den Preis.

Dabei seien die Mitglieder der Gruppe auf der einen Seite durch rechtsextreme Gewalttäter mehrfach angefeindet und auf der anderen Seite aus der „vermeintlichen Mitte der Gesellschaft“ verunglimpft worden. Das habe die jungen Leute bis heute jedoch nicht davon abgehalten, sich friedlich für demokratische Grundwerte und Menschenrechte einzusetzen.

Die zweite für den Elisabeth-Weinberg-Preis nominierte Gruppe kommt aus Rehburg-Loccum. Innerhalb des dortigen Stolperstein-Projektes haben zehn junge Menschen eine Lesung zur Euthanasie in der NS-Zeit gestaltet und aufgeführt. Eine der Lesungen fand vor 200 Schülern aus vielen Schulen der Region statt. Einen Auszug aus der Inszenierung wollen die Jugendlichen bei der Verleihung des Preises vorführen.

Bevor jedoch die Gewinner des Elisabeth-Weinberg-Preises bekanntgegeben werden, eröffnet Thomas Gatter vom Nienburger „Arbeitskreis Gedenken“ die Ausstellung zu Juden im Ersten Weltkrieg. Die Ausstellung ist im Vestibül des Rathauses bis zum 26. November zu den Öffnungszeiten zu sehen.

ade

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