Verfahren um versuchte Tötung eines Nienburger Geschäftsmanns

Sicherheitsglas für Gericht beim Mordprozess

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Ein Handwerker montiert die Sicherheitsglas-Wand.

Verden/Nienburg - Von Wiebke Bruns. In welcher Gefahr lebt der Nienburger Geschäftsmann auf den im vergangenen Dezember ein Mordanschlag verübt worden ist? „Es wird befürchtet, dass man an dem Plan, ihn zu töten, weiter festhält“, sagte Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, auf Nachfrage. Das Landgericht Verden lässt vor dem morgen beginnenden Prozess noch eine schusssichere Glaswand in den Schwurgerichtssaal einbauen.

Die Arbeiten sollen bis heute Abend abgeschlossen sein. Die rund 50 Zuschauerplätze sind künftig durch das Sicherheitsglas abgetrennt. Die Kosten für die mobile und damit auch in anderen Gerichtssälen einsetzbare Wand bezifferte Gerichtssprecherin Katharina Krützfeldt mit rund 70000 Euro. „Wir wollten den Sicherheitsstandard erhöhen und haben dafür das am Donnerstag beginnende Verfahren zum Anlass genommen“, so Krützfeldt. Es habe entsprechende Empfehlungen des Landeskriminalamtes gegeben.

Viele große Verfahren mit mehreren Angeklagten und schwerwiegenden Taten werden vor dem Landgericht Verden verhandelt. Flächenmäßig ist es der größte Landgerichtsbezirk in Niedersachsen und mit 715000 „Gerichtseingesessenen“, wie die Einwohner im Behördendeutsch genannt werden, liegt er landesweit auf Platz fünf. Er umfasst die Amtsgerichtsbezirke Achim, Diepholz, Nienburg, Osterholz-Scharmbeck, Rotenburg, Stolzenau, Sulingen, Syke, Verden und Walsrode.

Fünf Angeklagte müssen sich verantworten

In dem morgen beginnenden Prozess (wir berichteten) müssen sich fünf Angeklagte aus dem Landkreis Nienburg und aus Garbsen wegen versuchten Mordes beziehungsweise Anstiftung und Beihilfe vor der 1. Großen Strafkammer verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das 48 Jahre alte Opfer ermordet werden sollte, weil es die Ehre zweier jesidischer Familien verletzt haben soll. Der Geschäftsmann soll eine Affäre mit der Frau eines 33 Jahre alten Angeklagten aus Hoya gehabt haben. Nachdem sie sich von ihrem Ehemann getrennt hatte, soll er ihr nachspioniert und so die Beziehung zu dem späteren Opfer entdeckt haben. Die Familienoberhäupter der Familie des verlassenen Ehemannes und der Frau sollen sich dann zur Tötung des Geschäftsmann entschlossen haben.

Der Ehemann und sein Vater sollen sich in einem Nienburger Café mit einem Waffenhändler getroffen und dort die spätere Tatwaffe erworben haben. Einem in Garbsen lebenden Bekannten des 33-Jährigen sollen 10000 bis 15000 Euro für die Erschießung des Nienburger Geschäftsmannes geboten worden sein. Gezahlt wurden laut Anklage 4000 Euro.

Als der 48-Jährige am Abend des 7. Dezember 2014 sein Geschäft in Nienburg verließ, wurde er niedergeschossen, überlebte jedoch.

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