Der Verein „Herberge zur Heimat“ sucht Bufdis

Genug Aufgaben sind vorhanden

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Eine Übersicht über Projekte des Vereins „Herberge zur Heimat“ in Nienburg. Der Verein sucht dringend Bufdis für verschiedene Bereiche.

Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. Ein vielfältiges Angebot hält der Verein "Herberge zur Heimat" in Nienburg vor. Um ohne großen finanziellen Aufwand helfen zu können, sucht er nun für die verschiedenen Einrichtungen Bufdis.

Wenn alles klappt, haben beide Seiten was davon. Der Bufdi, wie er im Volksmund so schön heißt, sammelt Erfahrung und tut Gutes, die beschäftigende Einrichtung bekommt nahezu kostenlos Unterstützung. Nur: Woher kommen die Freiwilligen? Besonders dort, wo der Bedarf groß ist, decken Bewerber oftmals längst nicht die Möglichkeiten. In Nienburg etwa sucht allein der Verein „Herbere zur Heimat“ mittelfristig über 20 helfende Kräfte.

Bettina Mürche, Ex-Bufdi Anke Stuwe und Anleiterin Maria Mentler (v.l.) im Fundus-Laden in Nienburg.

Anke Stuwe war bis Ende Februar als Bufdi tätig. Sie engagierte sich also im „Bundesfreiwilligendienst“, wie es genau heißt. Beschäftigt war sie im Fundus-Kaufhaus am Ende der Langen Straße – und zwar fast überall. „Ich war an der Kasse, im Café, ich hab gebügelt, Spenden sortiert, Waren ausgezeichnet“, sagt sie. Auch aufgrund ihrer Vorkenntnisse war sie an geradezu jeder Stelle einzusetzen. Vor ihrem Bundesfreiwilligendienst hatte sie bereits als Projekt-Teilnehmerin bei Fundus gearbeitet.

Stichwort: Bufdi

Das ist der Bundesfreiwilligendienst: Am 1. Juli 2011 ist der Bundesfreiwilligendienst gestartet. Ziel ist, allen Menschen, die sich für einen Freiwilligendienst interessieren, einen interessanten Platz zur Verfügung zu stellen und die finanziellen Voraussetzungen für einen Einsatz zu schaffen, von dem alle Beteiligten profitieren. Um dieses Ziel zu erreichen, und um die Bürgerinnen und Bürger für freiwilliges Engagement zu gewinnen, wurden die Rahmenbedingungen attraktiv ausgestaltet. Er steht Männern und Frauen jeden Alters nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht offen. Bufdis unter 27 Jahren bekommen 179,28 Euro pro Monat bei 39 Arbeitsstunden, Bufdis ab 27 erhalten 249,38 Euro bei 30 Stunden.

Wer in ihre – sicherlich nicht gerade kleinen – Fußstapfen tritt, ist noch nicht sicher. Klar ist, zwar stehen noch ein paar Bufdis in Diensten des Vereins, Plätze sind aber eben deutlich mehr da. Für acht Bufdis reichen die Möglichkeiten in den Fundusläden – neben dem in der Innenstadt auch „Fundus-Depot“ an der Ziegelkampstraße und in der neuen Kleiderkammer. Sieben Plätze für Bufdis bietet die Tafel, und für fünf weitere gibt es Beschäftigung in der Herberge selbst. Hinzu kommen akut drei mögliche Plätze für Flüchtlingsarbeit sowie drei, die der Verein selbst mit Flüchtlingen besetzen kann. Für ein Jahr bleiben Bufdis dem Verin erhalten. Der Zeitraum war anfangs länger. Nun können in jedem Jahr im Frühling und im Herbst neue einsteigen. Zwölf Monate sind die Regelzeit. Manchmal ist es nur ein halbes Jahr, in manchen Einrichtungen bleiben die Bufdis sogar zwei Jahre. Der Vertrag des Bundesverbandes der Tafeln sieht das aber nicht vor. Vereinsvorsitzende und Geschäftsführerin Bettina Mürche bedauert, dass die Bufdis nach Ablauf der Zeit wieder auf die Suche gehen müssen. „Viele haben sich hier gut bewährt, müssen aber wieder raus.“ Für Anke Stuwe bedeutet das zunächst wieder den Gang zur Agentur für Arbeit. Immerhin: Sie bekommt zunächst wieder Arbeitslosengeld und nicht gleich Hartz IV. Dennoch sind ihre Hoffnungen, schnell eine neue Beschäftgung zu finden, gering. Nun sucht der Verein „Herberge zur Heimat“ Menschen, die sich engagieren wollen. Es gibt etwas Geld – nicht viel – und Seminare, in denen sich die Bufdis mit fachspezifischen Themen, aber auch mit Allgemeinem auseinandersetzen. Ganz wichtig: Die Tätigkeit ist sozialversicherungspflichtig und wird daher für die spätere Rente angerechnet. Voraussetzung ist eine vorherige Teilnahme an Maßnahmen nicht. Jeder, der als Bufdi in einer der Einrichtungen des Vereins wirken möchte, ganz nach Interesse, kann sich dort melden.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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