„Urgestein“ Fritz Jansen will das Amt des Samtgemeindebürgermeisters

Der Mann, der immer glüht

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Fritz Jansen arbeitet seit 45 Jahren im Rathaus in Marklohe und will das auch als 62-Jähriger noch fünf Jahre lang tun – und zwar als Samtgemeindebürgermeister. Die Wahl, bei der auch Dr. Inge Bast-Kemmerer kandidiert, ist am 6. März.

Marklohe - Von Kurt Henschel. Er arbeitet bereits seit sage und schreibe 45 Jahren in der Verwaltung der Samtgemeinde Marklohe. Er war dort der erste Lehrling überhaupt und er hat bereits (fast) alle Ämter bekleidet: Fritz Jansen, der Mann, der nie Zeit hat, sie sich aber immer und für jeden nimmt, der Mann, der auf Anfrage jede Lücke schließt, die sich auftut – dieser Mann will jetzt seine Karriere krönen und das Amt des Samtgemeindebürgermeisters auch offiziell übernehmen. Inoffiziell ist er das bereits seit Mitte September vergangenen Jahres – ab dem 6. März soll sich das ändern.

Fritz Jansen ist 62 Jahre alt, aber längst noch nicht müde. Er hat Ideen, Visionen und stellt sich stets in den Dienst seiner Samtgemeinde. Jansen – zum Kandidaten gekürt von allen Parteien – duelliert sich am Wahltag mit einer Frau: Dr. Inge Bast-Kemmerer kommt von außen und traut sich, gegen ein Denkmal anzutreten (wir berichteten). Fritz Jansen findet das „völlig okay“, räumt aber ein, dass er mit anderen Gegenkandidaten gerechnet hatte. Mehrere mögliche Einzelbewerber hätten die erforderlichen Unterlagen im Rathaus abgeholt, sie aber allesamt – außer eben Dr. Inge Bast-Kemmerer – nicht wieder abgegeben.

Fritz Jansen könnte auch Fritz Marklohe heißen – dort ist er geboren, dort ging er zur Schule, dort spielte er Fußball und Tischtennis und dort begann er am 1. April 1970 (damals noch im Pfarrhaus) seine Ausbildung. Nach der Gründung der Samtgemeinde im Oktober 1967 zog er 1970 mit in das neue Rathaus in Lemke.

Jansen absolvierte die Verwaltungs-Lehrgänge I und II für den gehobenen Dienst, war von 1979 bis 1982 Ordnungsamtsleiter sowie anschließend in dieser Reihenfolge zweiter und erster Stellvertreter der damaligen Haupt- und Finanzabteilung, bekam 2003 das Sachgebiet Feuerwehr hinzu und erlebte in diesem Bereich alle Strukturreform-Turbulenzen mit Demonstrationen sowie den Besuch des damaligen Innenministers Heiner Bartling in Lemke.

In einer Zeit, in der Verwaltungen, Politiker sowie Feuerwehren ziemlich auf Konfrontationskurs gelegen hätten, sei es Jansen „gut gelungen, Gräben zuzuschütten“, wie er sagt. Nicht ohne Grund habe er für seine Verdienste das silberne Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes erhalten. „Inzwischen ist der Zoff vergessen – alle arbeiten längst gut zusammen“, so Jansen.

Turbulent ging es für Jansen dennoch weiter. 2001 übernahm er die Leitung des Hauptamts, 2011 ging der damalige Samtgemeindebürgermeister Detlev Kohlmeier als Landrat ins Kreishaus, Matthias Sonnwald übernahm in Marklohe kommissarisch und Jansen war zwei Jahre lang dessen allgemeiner Vertreter.

Aufzufangen gewesen seien in der Folgezeit personelle Engpässe, was dazu geführt habe, dass Fritz Jansen neben seiner eigenen Arbeit im Kollektiv mit dem „sehr motivierten“ (O-Ton Jansen) Rathaus-Team auch die zweier Führungskräfte und der Kämmerin, die sich verändert hatte und nicht sofort zu ersetzen gewesen war, ebenfalls erledigte.

Warum nicht schon

eher kandidiert?

Dann – noch gut in Erinnerung – kam es zur Abwahl des Kohlmeier-Nachfolgers Volker Friemelt, was für Jansen bedeutet, dass er seit dem 17. September vergangenen Jahres kommissarisch das Amt des Samtgemeindebürgermeisters ausübt.

Zwei Wochen Urlaub (Rest aus 2014) hatte Jansen, der – ohne Abend- und Wochenend-Termine – 250 Überstunden anhäufte und 30 Tage Urlaub nicht zu nehmen vermochte. „Aber ich habe das für die Samtgemeinde gern gemacht“, so der 62-Jährige, der mittlerweile beim Tennisspiel mit Freunden, bei Reisen mit seiner Frau und beim Lesen der Biographien interessanter Menschen (Altkanzler Helmut Schmidt, Peter Scholl-Latour, Richard von Weizsäcker) seinen Ausgleich vom arbeitsreichen Alltag findet.

Warum er nach dem Kohlmeier-Weggang nicht gleich kandidiert habe, sei er mehrfach gefragt worden: „Ich hatte daran gedacht, aber die Politik hatte ihre Kandidaten bereits benannt. Da habe ich mich lieber rausgehalten“, erklärt Jansen. Volker Friemelt machte 2013 das Rennen, übernahm den Chef-Sessel im Rathaus, ohne zufriedenstellen zu können. Er scheiterte nach nur 20 Monaten – und wieder war Jansen (inoffiziell) an der Reihe.

Das soll jetzt bald ein Ende haben. Alle Parteien hatten ihn Mitte Dezember als ihren Kandidaten benannt und unterstützen ihn seitdem. Und Jansen fühlt sich in Anbetracht dieser „einhelligen Rückendeckung der Politik“ nicht nur wohl, sondern auch zuversichtlich: „In der schwierigen Zeit habe ich festgestellt, dass ich es kann. Und das haben auch andere bemerkt“, so Jansen. Er habe – neben seinen Jobs als Gemeindedirektor in den Mitgliedsgemeinden – quasi nebenbei – die Aufgaben eines Samtgemeindebürgermeisters „ganz ordentlich erledigt“. Warum jetzt also nicht offiziell?

Beflügelt habe Jansen die Unterstützung seiner Frau Ingrid und des Sohnes Oliver. Und eine Aussage des jetzigen Landrats, der gesagt habe: „Die können doch froh sein, dass sie jemanden haben, der sich so engagiert.“ Und das will Jansen auch weiterhin für die Samtgemeinde Marklohe tun.

Zu ihr empfindet der Kandidat eine „tiefe Verbundenheit“. Über das hinaus, was mit ihm und mit „gesundem Augenmaß“ bisher alles erreicht worden sei, will Jansen die Weiterentwicklung vorantreiben: Sportentwicklungsplanung mit Ausweisung neuer Anlagen sowie die Entwicklung der Dorfmitte in Marklohe, Dorfentwicklung in Wietzen, Dorferneuerung in Balge mit Fördermitteln, Ausweisung von Baugebieten, Ausbau von Kita-Plätzen, vielleicht die Einrichtung eines Familienzentrums („Da hat uns Hoya was vorgemacht“), das Ewig-Thema Löschwasserversorgung, das es zu lösen gelte, Bauhof sowie die Integration der Flüchtlinge. Letzteres sei Jansen „ganz wichtig“ und werde „für Jahre eine Aufgabe“ sein. Integration auf allen Ebenen sei „eine Herausforderung, der wir uns stellen und bei der alle an einem Strang ziehen müssen“, so Jansen.

„Ich habe noch immer richtig Ehrgeiz“, beteuert der engagierte Mann, der eigentlich immer glüht: Er will noch fünf Jahre arbeiten, mitarbeiten, Lösungen aufzeigen und verlässlich sowie auch entscheidungsfreudig bleiben.

Zwei Info-Abende

sind terminiert

Fritz Jansen lädt Bürger zu zwei Info-Veranstaltungen ein und erklärt: „Die Bürger der Samtgemeinde Marklohe sollen sich ein umfassendes Bild von meiner Person und den Zielen und Inhalten meiner Kandidatur machen können. Dazu lade ich alle Mitbürger sehr herzlich ein“, sagt Jansen gegenüber unserer Zeitung. Die erste Veranstaltung dazu beginnt am Freitag, 19. Februar, um 19 Uhr im Gasthaus „Vier Jahreszeiten“ in Marklohe. Die zweite Veranstaltung ist am Mittwoch, 24. Februar, und beginnt ebenfalls um 19 Uhr im Gasthaus Kunst in Wietzen. In beiden Veranstaltungen will sich Fritz Jansen allen Fragen zu seiner Kandidatur, seinen Zielen sowie seiner konkreten langjährigen Arbeit in leitender Position im Rathaus Marklohe stellen und ausführlich beantworten.

Zu Beginn der beiden Veranstaltungen wollen die vier Fraktionssprecher der im Samtgemeinderat vertretenen Parteien umfassend und transparent das Bewerberauswahlverfahren zur Wahl des Samtgemeindebürgermeisters vorstellen. Sie wollen berichten, warum sich die Ratsmitglieder aller Räte bei zwei Enthaltungen für die Unterstützung der Kandidatur von Fritz Jansen ausgesprochen haben. Der Samtgemeindebürgermeister-Kandidat und die Mitglieder aller Räte freuen sich auf einen offenen und fairen Dialog mit vielen Bürgerinnen und Bürgern der Samtgemeinde Marklohe.

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