Pandemie-Folgen

Tourismus im Kreis Nienburg: 77 Millionen Euro Nachfrageausfälle

Der Tourismus ist Jobmotor und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Mittelweser-Region.
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Der Tourismus ist Jobmotor und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Mittelweser-Region.

Welche Bedeutung hat der Tourismus für den Landkreis Nienburg und die Mittelweser-Region? Wie hat sich die Corona-Pandemie darauf ausgewirkt? Die Mittelweser-Touristik wollte es genau wissen, und hat das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (Dwif-Consulting) damit beauftragt, eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Das betrachtete Gebiet umfasst den gesamten Landkreis Nienburg, die Samtgemeinden Bruchhausen-Vilsen und Thedinghausen, den Flecken Langwedel, die Gemeinden Weyhe und Dörverden sowie die Städte Achim und Petershagen.

Landkreis Nienburg – Den Tourismus hebt die Mittelweser-Touristik in ihrer Mitteilung als Querschnittsbranche hervor: „Es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom Tourismus profitiert. Deshalb lohnen sich Investitionen von Kommunen und Unternehmen in tourismusbezogene Infrastruktur, Projekte und die touristische Vermarktung.“ Zumal, heißt es weiter, dass von geschaffener Infrastruktur nicht nur Gäste profitieren, sondern auch Einheimische und Unternehmen.

Vor Corona: 1,095 Millionen Übernachtungen im Bereich der Mittelweser-Touristik

Umso wichtiger sei es, die Wirkung und Relevanz des Tourismus für die Wirtschaft deutlich zu machen. Er bringt Umsätze und Steuereinnahmen, die wiederum dem öffentlichen Haushalt zugutekommen. Dass die Arbeitsplätze für Menschen unterschiedlichster Qualifikationen – ob Saisonkraft oder Vollzeitstelle – einen hohen Wert haben, sei selbsterklärend. 2019 habe es laut Dwif-Consulting im Bereich der Mittelweser-Touristik 1,095 Millionen Übernachtungen (Touristik- und Dauercamping, Wohnmobiltourismus, Privatquartiere, gewerbliche Betriebe) und etwa 5,3 Millionen Tagesreisen gegeben. Hinzu kommen laut Erhebung 1,72 Millionen Übernachtungen durch Verwandte, Bekannte und Freunde in Privatwohnungen. Damit sei von 8,115 Millionen Aufenthaltstagen in der Region auszugehen.

Bei den Übernachtungsgästen belaufen sich die durchschnittlichen Tagesausgaben laut Studienergebnis auf 30,70 Euro im Touristik- und Dauercamping/Wohnmobiltourismus, 76,90 Euro in Privatquartieren und 105,60 Euro in gewerblichen Betrieben mit zehn und mehr Betten. Eingerechnet seien dabei die Ausgaben für Übernachtung, Gastronomiebesuche und Freizeitaktivitäten. Tagesreisen sowie Besuche von Bekannten oder Verwandten schlagen bei den Touristen durchschnittlich mit 20,70 Euro zu Buche.

Tagesgäste machen den Großteil des Tourismus-Umsatzes in der Mittelweser-Region aus

Daraus ergebe sich für 2019 ein Gesamtumsatz von rund 223,4 Millionen Euro – 78,1 Millionen Euro entfallen auf Übernachtungsgäste, 145,3 Millionen Euro auf Tagesgäste.

Der Löwenanteil der Ausgaben komme dabei dem Gastgewerbe zugute. Dort gaben Besucherinnen und Besucher 96,9 Millionen Euro. Etwas geringer ist der Einfluss auf den Einzelhandel. Der habe durch die Reisenden 80 Millionen Euro eingenommen. Für Dienstleistungen hätten die Touristen 46,5 Millionen Euro aufgewendet.

Auf den Arbeitsmarkt umgerechnet trage der Tourismus dazu bei, dass 3 930 Personen durch die touristische Nachfrage in der Region Mittelweser ein durchschnittliches Primäreinkommen (26 500 Euro) pro Kopf und Jahr beziehen können. Die Mittelweser-Touristik warnt davor, diesen Wert falsch zu interpretieren, als die Zahl derjenigen, die durch den Tourismus beschäftigt werden. Denn viele, wie Verkäufer im Einzelhandel, leben nur anteilig vom Tourismus.

Bruttoumsätze von 2015 bis 2019 um knapp 40 Millionen Euro gestiegen

Das Mehrwert- und Einkommenssteueraufkommen habe 2019 20,6 Millionen Euro betragen. Es komme als Gemeinschaftssteuer allerdings Bund, Ländern und Kommunen zu.

Da Dwif-Consulting bereits 2015 eine entsprechende Erhebung verantwortet hat, konnte das Institut feststellen, dass die touristischen Kennzahlen seitdem stetig gestiegen sind. Die touristischen Bruttoumsätze stiegen von 185,0 Millionen Euro im Jahr 2015 auf oben erwähnte 223,4 Millionen Euro und damit um 20,8 Prozent.

Wöchentliche Umsatzeinbußen durch Corona: 1,48 Millionen Euro

Ganz erheblich habe sich die Pandemie ausgewirkt. Für 2020 habe das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr Nachfrageausfälle in Höhe von rund 77 Millionen Euro festgestellt. Der Übernachtungstourismus hatte 2020 einen Anteil von 54 Prozent, während der Tagestourismus einen Anteil von 46 Prozent aufweist. Die wöchentlichen Umsatzeinbußen im Sektor Tourismus werden auf 1,48 Millionen Euro beziffert.

„Die Zahlen sind beeindruckend und zeigen, welch hohen wirtschaftlichen Stellenwert der Tourismus in der Mittelweser-Region hat. Das Tourismus-Engagement der Orte zahlt sich aus“, wird Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik, zitiert. „Die coronabedingten Ausfälle im Jahr 2020 sind für die Branche erheblich und im Jahr 2021 werden sie auf einem ähnlichen Niveau liegen. Es bleibt zu hoffen, dass wir im kommenden Jahr 2022 wieder zu einer gewissen Normalität im Tourismus zurückkehren. Der Deutschlandtourismus wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, Outdooraktivitäten wie Radfahren und Wandern oder der Wohnmobiltourismus liegen im Trend, daher schaue ich positiv in die Zukunft“, so Fahrland abschließend.

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