Tierschützer leben jetzt im Camp / Organisatoren möchten Aufmerksamkeit erregen / Teilnehmer schulen sich in Workshops

Dem Regen den Kampf angesagt: Plastiktüten als Socken

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Die Organisatoren des Protestcamps gegen Tierfabriken in Balge erwarten bis zu 70 Teilnehmer. Mit ihren Aktionen möchten sie Aufmerksamkeit auf das Thema lenken.

Balge - Von Vivian Krause. Die Aktivisten des dritten Aktionscamps gegen Tierfabriken haben am Montag ihr Areal an der Behlinger Mühle in Balge bezogen. Auch gestern bauten sie noch an der ein oder anderen Stelle Zelte, die Dusche und weitere Utensilien auf. „Die Dusche funktioniert nur mit Solarenergie. Wenn die Sonne nicht scheint, ist das Wasser kalt“, so Karl, einer der Organisatoren des Camps, die ihre Nachnamen nicht nennen. Mit dem andauernden Regen haben sie nicht gerechnet. Doch die Camp-Teilnehmer wissen sich zu helfen: Sie tragen Plastiktüten als zweites Paar Socken, wärmen sich an kleinen Feuerstellen und trocknen ihre Kleidung an den Stangen der Zelte. Die Initiatoren rechnen mit bis zu 70 Teilnehmern, aktuell sind etwa 30 auf dem Platz.

Der Protest richtet sich gegen Schlachtfabriken in Niedersachsen und deren Zulieferbetriebe. Dieses Jahr steht das Camp unter dem Motto: „Das System Wiesenhof markieren und stören.“ Das Hauptziel sei es, die Aufmerksamkeit auf die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur zu lenken. Dies sei den Aktivisten laut Organisator Kristoffer, der „Eggi“ genannt wird, in den vergangenen Jahren auch gelungen.

Neben den Schlaf-Zelten der Bewohner befinden sich in dem Camp eine Küche, ein Ruhe-Bereich und zwei Workshop-Areale in Zelten.

Die Finanzierung des Camps läuft größtenteils über Spenden. Auch die Teilnehmer werden gebeten, täglich einen Betrag von fünf Euro zu zahlen. „Eigentlich klappt das immer gut und wir gehen mit plus minus null raus“, so Karl.

Die Teilnahme an den Programmpunkten sei natürlich nicht verpflichtend, erklärt Karl. Hierzu zählen neben den Kundgebungen bei ausgewählten Firmen auch Workshops oder Vorträge zu Themen rund um Proteste, Sicherheit und die Tierindustrie.

Zu dem gestrigen Workshop „Kreative Aktionsformen“ versammelten sich neun Aktivisten im Zelt. Ziel dieses Workshops sei die Information, nicht etwa der Aufruf zu einer Straftat, sagt Karl. Er hatte dafür Bilder von Protestformen laminiert und für die Teilnehmer bereitgelegt. Vor allem dienten die angesetzten drei Stunden für einen Austausch und eine Frage-Runde: Mit welchen Hilfsmitteln kommt man auf einen Lkw? Wie genau läuft es ab, wenn Aktivisten sich anketten? Wie hoch ist die Verletzungsrate, wenn die Polizei eingreifen muss?

Abschließend erprobten sie ausgewählte Aktionsformen. Dabei durfte allerdings unsere Zeitung – trotz Absprache – nicht mehr vor Ort sein.

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