Unfallverursacher flüchtet auf Socken

52-Jährige stirbt bei Frontalzusammenstoß

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Einsatzkräften bot sich ein chaotisches Bild an der Unfallstelle

Stolzenau - Von Ove Bornholt. Ein schwerer Unfall hat auf der L 349 am Ortsausgang von Schinna (Gemeinde Stolzenau/Landkreis Nienburg) ein Todesopfer gefordert. Zwei Autos waren am Sonntag gegen 19.35 Uhr frontal zusammengestoßen. Der betrunkene Unfallverursacher (44) floh – möglicherweise unter Schock – vom Unfallort. Die Polizei suchte ihn mit einem Hubschrauber und nahm den Mann noch am Abend fest, nachdem er in ein Maisfeld geflüchtet war.

Hinter dem Ortsausgangsschild Schinna überholte der 44-Jährige mit hoher Geschwindigkeit einen in gleicher Richtung fahrenden Golf. In der anschließenden Rechtskurve kollidierte der Audi des Steyerbergers frontal mit dem entgegenkommenden VW Passat eines 55-jährigen Stolzenauers, berichtet die Polizei am Montag.

Rettungskräfte bargen den schwerst verletzten Passatfahrer aus dem völlig demolierten Fahrzeug. Ein Rettungshubschrauber flog ihn in ein Krankenhaus nach Hannover. „Für seine Ehefrau auf dem Beifahrersitz kam jede Hilfe zu spät. Die 52-Jährige verstarb an der Unfallstelle“, führt Gabriela Mielke, Polizeipressesprecherin, aus.

Der Unfallverursacher flüchtete zu Fuß von der Unfallstelle. „Gegen 23.25 Uhr konnte er durch die Tatortgruppe der Polizei Nienburg an der Langen Dorfstraße in Anemolter gestellt und vorläufig festgenommen werden“, so Mielke. Da seine Schuhe noch unter den Pedalen festhingen, war er auf Socken geflüchtet.

Der 44-Jährige war leicht verletzt sowie unterkühlt und wurde nach der ärztlichen Behandlung ins Polizeigewahrsam überführt. Der Mann stand unter Alkoholeinfluss. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von 1,39 Promille. „Die Polizei und die Rettungskräfte konnten nicht ausschließen, dass der abgängige Mann verletzt war oder unter Schock stand, daher wurde eine Suchaktion gestartet“, teilte Feuerwehrsprecher Uwe Witte.

An der rund vierstündigen Suche nach dem Flüchtigen beteiligten sich die Feuerwehren Schinna, Landesbergen und Stolzenau, mehrere Streifenwagen der umliegenden Polizeidienststellen, der Polizeihubschrauber sowie die Such- und Rettungshundestaffel des THW aus Sulingen.

52-Jährige stirbt bei Frontalzusammenstoß

Für die Dauer der Unfallaufnahme musste die Landesstraße voll gesperrt werden. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden, der auf 22 000 Euro beziffert wurde.

Um die Einsatzkräfte zu versorgen, rückte der Versorgungszug Wietzen an und gab Getränke und Abendessen an die 117 Einsatzkräfte aus. Der Einsatz war für die Feuerwehren um 1.10 Uhr am Montagmorgen beendet.

Update:
Die Staatsanwaltschaft Verden hat Haftbefehl gegen den 44 Jahre alten Unfallfahrer erlassen. Wie die Polizei am Montagabend mitteilte, bestehe nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Fluchtgefahr. Der Mann wurde deshalb in die Justizvollzugsanstalt Hannover gebracht.

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