Sparkassenforum: Professor Dr. Thomas Meuche spricht über „Megatrends“

Neue Geschäftsmodelle in Smartphone-Gesellschaft

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Professor Dr. Thomas Meuche referierte während des Sparkassenforums im Gasthaus Parrmann in Eystrup.

Nienburg/Eystrup - Von Horst Friedrichs. „Aus dem Team Schmierer-Knust ist das Team Schmierer-Wilke geworden.“ So stellte sich der neue Leiter der Sparkasse Nienburg, Vorstandsvorsitzender Wolfgang Wilke, den 130 Teilnehmern des Sparkassenforums im Saal des Gasthauses Parrmann in Eystrup vor. Nach seinem Vorgänger Wolfgang Knust, so Wilke scherzhaft, habe sich nur der Nachname geändert.

Was das Forum betreffe, gebe es zwei Veränderungen: „Zum einen kommen wir näher zu Ihnen, nämlich nach Eystrup, und zum anderen haben wir Sie mit Ihren Partnern eingeladen.“ Eine zweite Forumsveranstaltung werde nächste Woche in Huddestorf laufen.

Als Gastredner hatte die Sparkasse Professor Dr. Thomas Meuche (Bayreuth) verpflichtet. Meuche, der Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Finanzen lehrt, stellte seinen Vortrag unter das Thema „Auf dem Weg in die Zukunft – Megatrends“ und schilderte zunächst die demografische Entwicklung und ihre Folgen. „Wie die Gesellschaft, so altern auch die Belegschaften in den Betrieben“, so Meuche. Die Smartphone-Gesellschaft werde für neue Geschäftsmodelle sorgen. Eine zentrale Anforderung sei, trotz alternder Belegschaften mit der Entwicklung Schritt zu halten.

„Wir Deutschen wollen Fremdsprachen lernen“, sagte Meuche zum Thema weltweite Bevölkerungsentwicklung. Mit der Bereitschaft und der Fähigkeit, fremde Sprachen zu beherrschen, habe Deutschland gegenüber vielen Ländern, in denen dieses Wollen nicht ausgeprägt sei, einen erheblichen Vorteil. Der zunehmende Anteil von Frauen im Berufsleben führe auch zu einer Änderung der Geschäftsmodelle.

„Konzentration und Atomisierung“ lautete einer der Untertitel, mit denen sich Meuche den absehbaren Veränderungen im Geschäftsleben zuwandte. Zunehmender Preisdruck und Single Sourcing Strategien in Verbindung mit einer stärkeren Internationalisierung würden zu weiteren Konzentrationen führen. Insbesondere die Zahl der Unternehmen mittlerer Größe werde schrumpfen. Gleichzeitig werde aber die Zahl von lokal agierenden Kleinstunternehmen und hoch spezialisierten Nischenanbietern steigen.

Eine rasante Entwicklung prophezeite Meuche der Elektromobilität. „Auf dem Gebiet wird sich Ähnliches abspielen wie bei der analogen und der digitalen Fotografie“, wagte er vorauszusagen. „Das Auto mit Verbrennungsmotor und hohem Statuswert verliert an Bedeutung.“ Es sei abzusehen, dass sich die Strukturen der Automobilindustrie – bedingt durch neue Technologien – grundlegend ändern. Ein deutliches Zeichen sei die Tatsache, dass große IT-Unternehmen wie Apple und Google in den Automarkt einsteigen. Als Beispiele für fortschreitende Tendenzen in der Autoindustrie nannte Meuche den modularen Querbaukasten von Volkswagen, aber auch das erste serienmäßige Brennstoffzellenauto, das jetzt Toyota auf den Markt gebracht habe.

Der Online-Handel, so der Referent, werde weiter wachsen und seinerseits die Veränderung und Neuentwicklung von Geschäftsmodellen beeinflussen.

Der nächste Entwicklungsschritt in der IT (Information Technology – Informationstechnik) werde die Kommunikation von Maschine zu Maschine sein – schon jetzt unter dem Kürzel „M2M“ zusammengefasst. Viele Unternehmen seien bislang nicht in der Lage, die Möglichkeiten der Vernetzung zu nutzen. Die Frage sei, wie der hohe Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern für das Thema künftig gedeckt werden kann. Meuche wies in dem Zusammenhang auf eine Diskrepanz zwischen dem Bildungssystem und den Anforderungen der Arbeitswelt hin.

Deren fortlaufende Veränderung zeige sich etwa auch am Beispiel des Internet in Verbindung mit Cloud Computing. Generierte Daten, die an einer zentralen Stelle, nämlich der sogenannten Cloud, einem virtuellen Datenspeicher, zusammenlaufen, ließen sich auswerten. Dadurch sei es beispielsweise möglich, Krankheiten zu diagnostizieren oder Seuchenausbrüche in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Das „Crowdsourcing“ nannte Meuche als nächsten Schritt des Outsourcing. Bei ersterem werde die Arbeit nicht mehr an andere Unternehmen, sondern an eine vermeintlich anonyme Masse von Menschen im Internet verteilt.

Die Digitalisierung, so unterstrich Meuche, werde in den kommenden Jahren zu schwerwiegenen Veränderungen führen.

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