Lange war es zu kalt: Nun kann die Saison bald beginnen

Der Spargel bereitet sich vor

Schon bald dürften die Spargelfelder voll sein vom delikaten Gemüse – wie auf diesem Archivbild.

Landkreis - Von Nikias Schmidetzki. Auch wenn sich am Spargel die Geister scheiden – die einen lieben ihn, andere mögen ihn partout nicht; er zählt zu den Delikatessen der Deutschen. Besonders, weil es die Stangen frisch nur über wenige Wochen gibt, haben sie ihren ganz eigenen Reiz.

Schon vor einigen Wochen meldeten die ersten Bauern Vollzug. In aller Regel braucht der Spargel aber noch einige Wochen, um tatsächlich in großer Menge geerntet werden zu können. So war es in diesem Jahr schwierig, frischen Spargel zum Osteressen zu servieren, was dem Termin Ende März geschuldet war. Das Angebot an heimischem Produkt war schlichtweg zu gering.

Dem deutschen Spargel war es – da hatte er was mit vielen Kreis Nienburger Einwohnern gemein – noch zu kalt. „Wir brauchen helle, sonnige Tage, damit der Spargel unter den Folien wachsen kann“, sagte der Geschäftsführer der Vereinigung der Spargelanbauer Niedersachsen, Fred Eickhorst, der sich von Hoya aus mit dem Thema befasst. Erste Betriebe mit geheizten Spargelfeldern würden ganz, ganz kleine Mengen ernten.

Komplett auf das beliebte Gemüse brauchte aber niemand zu verzichten. Import-Spargel aus Griechenland, Spanien und Peru schließt die Lücke. Hunderte Tonnen des edlen, weißen Gemüses sind importiert worden und zu vergleichsweise geringen Preisen in den Geschäften. Selbst aus Peru komme Spargel zu den Anbietern.

Nach Angaben der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer soll es mit dem deutschen Spargel aber bald losgehen. Die Tage müssten aber wärmer werden, meinten Fachleute der Kammer. Und das war in den vergangenen Tagen der Fall. Dieses Problem hat aber nicht nur der Kreis Nienburg. In den anderen deutschen Spargelregionen sieht es ähnlich aus. Die großen Mengen seien noch nicht vorhanden, sagte eine Sprecherin des Spargelvermarkters Landgard in Nordrhein-Westfalen. Offizieller Saisonstart ist in den meisten Regionen Mitte April. Die Saison endet dafür voraussichtlich am 24. Juni. Voraussichtlich, weil die Saison 2013 schon in die Verlängerung gegangen war. Das Wetter war einfach zu schlecht gewesen. Die Saison hatte daher spät begonnen, und im Juni waren die Äcker dafür noch voll.

Spargel war 2015 flächenmäßig die Nummer eins im deutschen Gemüseanbau. Auf 25700 Hektar wurde deutschlandweit nach Angaben des Statistischen Bundeslandes Spargel angebaut, eine Steigerung von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die geerntete Spargelmenge war mit 114000 Tonnen nahezu konstant. In Niedersachsen ernten Landwirte übrigens etwa zwei Drittel der Erntemenge Deutschlands.

Kein Wunder bei einem solch begehrten Lebensmittel, dass sich viele darum bemühen. So hatte sich etwa am 19. März 1998 der Verein „Niedersächsische Spargelstraße“ gegründet. Ziel war die Einrichtung einer touristischen Route, die die niedersächsischen Spargelregionen Hannover, Braunschweiger Land, Lüneburger Heide, Mittelweser und das Oldenburger Münsterland auf einem 750 Kilometer langen Rundkurs verbindet. Das Logo „Niedersächsische Spargelstraße“ steht für qualitativ hochwertigen heimischen Spargel – aber eben auch „reizvolle Landschaften, Sehenswürdigkeiten, Feste, Märkte und Sonderaktionen, die eine Reise nicht nur zur Spargelsaison lohnen“, heißt es in der Erläuterung des Vereinszweckes.

Auch in Nienburg dreht sich vieles um das Edelgemüse. So geht der Spargellauf – eine weit über die Kreisgrenzen bekannte Veranstaltung nicht nur für Sportler – am 21. Mai bereits in die 13. Runde. Auf einem Rundkurs durch die Stadt messen sich Hobbyläufer und Fortgeschrittene, sogar Kinder sind mit Feuereifer dabei. Am selben Wochenende, am 22. Mai, dem Sonntag, steht das Nienburger Spargelfest an. In der Zeit von 11 bis 17 Uhr sollen Besucher am Niedersächsischen Spargelmuseum ein Programm rund um den Spargel geboten bekommen.

Schon jetzt kündigen die Veranstalter ein Schaukochen mit Michael Thürnau, Führungen durch das Spargelmuseum, Spargelwettschälen, Musik und natürlich Spargelspezialitäten an. Zudem ist die Krönung der neuen Nienburger Spargelkönigin, die gleich einige der anderen niedersächsischen Produktköniginnen kennenlernen kann, einer der Programmpunkte.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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