Sorgen in Drakenburg nehmen nicht ab / Hoffen auf Sammlungen

„Wir können in Kürze keine größeren Tiere mehr holen“

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Kerstin Bock ist stellvertretende Leiterin des Tierheims. Sie lächelt zwar, hat aber ebenfalls mit diversen Sorgen zu leben.

Drakenburg - Von Kurt Henschel. „Wir können in Kürze keine größeren Tiere mehr holen“, sagt Helke Romann, die Vorsitzende des Vereins „Tierschutz Nienburg – Drakenburger Heide“. Grund ist das Tierheim-Fahrzeug, dessen tragende Teile nahezu weggerostet sind und das „nie im Leben eine neue TÜV-Plakette“ bekommt, so Romann. Der Wagen könne dann „nur noch den Weg zum Schrottplatz antreten“. Und Ersatz ist nicht in Sicht.

Doch damit nicht genug der Sorgen vor dem Welttierschutztag am Sonnabend, 4. Oktober: Um alle Tiere auf Dauer artgerecht versorgen zu können, müssen die Tierschützer größere Reparaturen oder wichtige Anschaffungen immer weiter hinausschieben.

Helke Romann spricht von Franz oder Franziskus von Assisi. Er, Begründer des Franziskanerordens und Schutzpatron der Tiere, habe das Tier als lebendiges Geschöpf Gottes und als Bruder des Menschen angesehen. Auch den kleinsten Wurm habe er als gottgewollt und daher als schützenswert bezeichnet. „Er lebte die Liebe zu den Tieren und kümmerte sich um sie, wenn sie Hilfe brauchten“, so die Vereins-Chefin und erklärt: „Die Liebe zu unseren tierischen Mitgeschöpfen bewegt auch die zumeist ehrenamtlichen Helfer, die ihre spärliche Freizeit im Tierheim Drakenburg verbringen, um bedürftigen, verlassenen und kranken Tieren zu helfen. Tag für Tag und oft auch nachts wird dort praktische und humane Tierschutzarbeit geleistet.“

Das Tierheim Drakenburg ist keine kommunale Einrichtung. Dennoch erfülle es wichtige Aufgaben der Gemeinden, wie die Aufnahme von Fundtieren und beschlagnahmter Tiere. Während Fundsachen aber nach Ablauf einer bestimmten Lagerfrist versteigert oder verkauft würden, „bleiben die Tiere bis zur endgültigen Vermittlung oder manche sogar bis zu ihrem Tod im Tierheim“.

Seit Jahren, so fügt Romann hinzu, „sind die Folgen der aktuellen Wirtschaftskrise auch in Drakenburg deutlich zu spüren. Die Spenden gingen zurück. Gleichzeitig gaben und geben mehr Menschen ihre Tiere wegen finanzieller Probleme bei uns ab. Viele dieser Abgabetiere sind alt oder krank. Sie brauchen teure Medikamente oder intensive Betreuung durch den Tierarzt“, sagt Romann.

Auch die Gesetzgebung sorge für zusätzliche Belastungen, indem diverse Hunderassen in Listen als „gefährlich“ eingestuft sind. Hunde dieser Rassen ließen sich kaum noch vermitteln, weil neue Besitzer meistens ein Führungszeugnis vorlegen und vielfach höhere Hundesteuern als für andere Hunde zahlen müssten. „Immer mehr Hunde fristen deshalb fast ihr ganzes Dasein im Tierheim – obwohl die meisten von ihnen einen einwandfreien Charakter haben und manche richtige Schmusebacken sind“, wie Romann weiß.

Zudem landeten immer mehr Katzen im Tierheim. Und da eine Katzenschutz- und Kastrationsverordnung fehlt, erwartet die Vorsitzende eine Verschärfung der Situation.

Die Hoffnungen der Tierschützer richten sich deshalb auf die Sammlung zum Welttierschutztag ab dem 4. Oktober, die vielleicht die erforderlichen Mittel für ein gut erhaltenes Ersatzfahrzeug erbringen könnte. Tierfreunde, die nicht auf die ehrenamtlichen Sammler warten und die Tierschutzarbeit in Drakenburg schon jetzt unterstützen möchten, können ihre Spende gerne auf folgendes Konto bei der Volksbank Nienburg überweisen: BIC: GENODEF1NIN, IBAN: DE59256900090007218401. Auf Wunsch gibt es eine Spendenbestätigung für das Finanzamt. Dafür bedarf es aber eines Verwendungszwecks sowie der vollständige Anschrift.

„Eine großartige Sache“, so Romann, „wäre es, wenn beispielsweise eine Firma einen gut erhaltenen Caddy kostenlos für Tierheim-Fahrten zur Verfügung stellen oder spenden würde.“

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