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So steht es um den Breitbandausbau im Landkreis Nienburg

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Team Breitband: (v.l.) Lutz Hoffmann (Erster Kreisrat beim Landkreis Nienburg), Torsten Voigts (Geschäftsführung, Northern Access), Thomas Quidde (Fachplanung, Seim & Partner) und Daniel Lübbering (Landkreis Nienburg).
Team Breitband: (v.l.) Lutz Hoffmann (Erster Kreisrat beim Landkreis Nienburg), Torsten Voigts (Geschäftsführung, Northern Access), Thomas Quidde (Fachplanung, Seim & Partner) und Daniel Lübbering (Landkreis Nienburg). © Landkreis

Der Landkreis macht weitere Schritte Richtung digitale Zukunft.

Landkreis Nienburg – Der Abschluss des seit 2018 im Bau befindlichen Breitbandausbaus im fünften Förderaufruf wird mit vollständiger Inbetriebnahme für Ende März 2022 erwartet. Darüber informiert der Landkreis in einer Pressemitteilung.

Damit werde ein wesentlicher Meilenstein bei der Versorgung der Bevölkerung mit Highspeed-Internet erreicht. Um den Ausbau bisher noch unversorgter Gewerbeadressen mit schnellem Internet in der Region voranzutreiben, hat sich der Landkreis Nienburg am „Sonderaufruf Gewerbegebiete“ beteiligt, welcher nach einer entsprechenden öffentlichen Ausschreibung nun an die Firma Northern Access vergeben wurde, heißt es in der Mitteilung.

Breitbandzugang für noch mehr Bürger

Damit seien zwei wichtige Schritte in die digitale Zukunft des Landkreises Nienburg/Weser getan. Weiterhin plane der Landkreis Nienburg mit den Samtgemeinden Hoya, Weser-Aue, Mittelweser, Uchte und der Stadt Rehburg-Loccum, am sechsten Förderaufruf für Privatkunden teilzunehmen, um noch mehr Bürgerinnen und Bürgern einen Breitbandzugang zu ermöglichen.

Ziel des sogenannten fünften Förderaufrufs war es, unversorgte Adressen im Landkreisgebiet mit weniger als 30 Mbit/s mit schnellem Internet auszustatten. Bislang seien dafür mit der regionalen Partnerin für den Breitbandausbau, Northern Access, etwa 880 Kilometer Tiefbauarbeiten durchgeführt worden. Dieser Ausbau sei jetzt weitgehend abgeschlossen. An das geförderte Breitbandnetz angeschlossen werden können damit potentiell mehr als 3 500 FttC-Haushalte (FttC steht für „Fibre to the Curb“, mit Glasfaserkabel bis zum Verteilerkasten) und mehr als 4 000 FttB-Haushalte („Fibre to the Building“, mit Glasfaserkabel bis ins Gebäude), heißt es in der Mitteilung.

„Das bedeutet, dass heute fast alle geplanten FttC-Adressen bereits vom Ausbau profitieren können. Lediglich ein einzelner Verteilerkasten wurde vom zuständigen Stromversorger noch nicht an das Stromnetz angeschlossen“, erläutert Lutz Hoffmann, Erster Kreisrat beim Landkreis Nienburg. „Von den möglichen FttB-Adressen haben circa 1 300 Haushalte initial einen Vertrag bei der Firma Northern Access abgeschlossen. Die Hausanschlüsse bei den Kunden sind bis auf letzte Einzeladressen angeschlossen.“ Da sich bei den noch zu installierenden FritzBoxen Lieferengpässe aufgrund des Mangels an Computerchips ergeben hätten, würden sich diese Montagen noch etwa zwei Monate hinziehen.

Investitionen, die sich lohnen

Viele Haushalte hätten sich nach Ablauf der Förderfrist im Nachhinein für einen schnellen Anschluss entschlossen. Diese Anschlüsse könnten direkt im Nachgang an das Förderprojekt realisiert werden. Alle Schulen könnten ebenso vom geförderten Breitbandausbau profitieren. Die Kabel seien gelegt, die Anschlüsse vorbereitet. An fast allen Schulen seien die entsprechenden Baumaßnahmen abgeschlossen. „Rund 98 Prozent des geplanten Trassenbaus sind damit heute abgeschlossen und das vorhandene Netz ist betriebsbereit“, so Lutz Hoffmann.

Investitionen, die sich lohnen, findet Landrat Detlev Kohlmeier: „Mit jedem Kilometer Glasfaser verlegen wir Chancen zur besseren Teilhabe und da hat der ländliche Raum einiges nachzuholen. Schon heute und auch in Zukunft wird das Zuhause auch ein Arbeitsplatz oder Teil eines Klassenzimmers sein, und zwar nicht nur in den Großstädten, sondern auch bei uns.“

Harter Kampf um Gleichwertigkeit zwischen Stadt und Land

Im harten Kampf um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land stehe darum die Digitalisierung als Aufgabe ganz weit vorn. Und das hat seinen Preis: Die zu finanzierende Wirtschaftlichkeitslücke beträgt für den fünften Förderaufruf circa 30 Millionen Euro. Das vorläufig bewilligte Fördervolumen durch Bund und Land für diesen Aufruf beläuft sich auf etwa 17 Millionen Euro und der Anteil von Landkreis und Gemeinden wird aktuell mit circa 13 Millionen Euro zu Buche schlagen, ungefähr sechs Millionen Euro wird Northern Access beisteuern, berichtet der Landkreis.

Derzeit läuft eine vom Landkreis für die Gemeinden initiierte Ausschreibung im Rahmen des sechsten Förderaufrufs. Ziel ist es, noch weitere „weiße Flecken“ im Landkreis mit einer schnellen Internetverbindung versorgen zu können.

Das Projekt geförderter Breitbandausbau ist im Landkreis Nienburg im Jahr 2016 angelaufen. Die Gemeinden im Landkreis hatten dazu die entsprechenden Aufgaben auf den Landkreis übertragen, der sich zusammen mit den Kommunen dafür entschied, im Wirtschaftlichkeitslückenmodell, bei dem Landkreis und Kommunen mithilfe von Förderprogrammen mögliche Wirtschaftlichkeitslücken eines privaten Netzbetreibers schließen, den geförderten Breitbandausbau voranzutreiben, heißt es abschließend.

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