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Nienburger Scheibenschießen: Jetzt mischen die Frauen mit

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Von: Katrin Köster

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Nienburg – Das traditionelle Scheibenschießen wird dieses Jahr etwas ganz Besonderes. Wie berichtet, soll erstmals seit 600 Jahren auch eine Damengruppe teilnehmen dürfen: die Nienburger Bürgerinnenkompanie. Das Formelle steht also, nun geht es an die praktische Umsetzung. Die neue Kompanie bedeutet für die Organisatoren eine zusätzliche logistische Herausforderung.

Aus haftungsrechtlichen Gründen musste zunächst der Verein Nienburger Bürgerinnenkompanie gegründet werden. Den Vorstand bilden Michèle Engelke, Birgit Groneberg, Dr. Martin Kraum und Jil Boßmann. 26 Personen sind bereits Mitglieder. Ohne die Zustimmung von Bürgermeister Jan Wendorf wäre es nicht soweit gekommen, hätte die Bürgerinnenkompanie nicht gegründet werden können, berichtet Engelke. Nun müsse der Verein noch eingetragen werden, und der Vorstand seine erste Sitzung abhalten.

Ernst wird es dann zwischen Freitag und Mittwoch, 24. bis 29. Juni. Das Kommando plant das Scheibenschießen 2022 folgendermaßen: Den Auftakt bildet am 24. Juni ein Sommerbiwak mit den Ortsteilen und den Vereinsvertretern auf dem Scheibenplatz.

Die traditionelle Andacht in St. Martin soll laut Kommando am 25. Juni erfolgen, anschließend marschieren die Unteroffiziere durch die Altstadt. Um 23 Uhr sieht der Plan den Zapfenstreich auf dem Marktplatz mit Zapfenstreichsignal vom Rathausturm vor. Das „Kinderscheibenschießen mit Ausmarsch und Kinderbelustigung“ geht am 26. Juni auf dem Scheibenplatz über die Bühne. Die Veranstalter planen zudem einen Familientag mit verschiedenen Attraktionen.

Der 27. Juni ist der „Scheibenschießen-Montag“ mit Ausmarsch. „Bisher sind immer zwei Bürgerkompanien ausmarschiert“, erläutert Marc Fortmann von der Stadtverwaltung. Er rechnet mit etwa 540 Männern beim Aufmarsch. Mit den Damen muss nun eine dritte Kompanie in alle Abläufe integriert werden. „Ich finde, dass das selbstverständlich sein muss“, betont Michèle Engelke mit Blick auf den Stand der Gleichberechtigung der Geschlechter. Das sieht auch Fortmann so. Er hofft, dass im Laufe der Zeit eine komplette Durchmischung der Kompanien normal werden könnte. Wie viele Frauen Ende Juni aufmarschieren werden, steht noch nicht fest. Derzeit läuft die Anmeldephase, berichten Fortmann und Engelke. Wer mitmarschieren möchte, kann sich bei der Stadt anmelden.

Die Garderobe der Teilnehmerinnen soll sich an der der Bürgerkompanien orientieren, erklärt Fortmann: „Also schwarzer Blazer, weiße Bluse oder Hemd, schwarze Hose oder Rock.“ Eine „richtige“ Uniform hat die junge Kompanie noch nicht.

Die Schützen traten bisher traditionell im schwarzen Anzug mit weißem Hemd samt weißer Fliege auf. Schwarze Socken, Schuhe und Zylinder gehören ebenfalls dazu. Das linke Revers des Sakkos sei mit Eichenlaub und einer roten Rose zu schmücken, heißt es weiter. Auch die linke Seite des Zylinders zieren Eichenlaub und eine rote Rose. Der Ausmarschierer trägt zudem ein Holzgewehr, das am Lauf mit Eichenlaub und drei roten Rosen bestückt zu sein hat.

Die Nienburger Bürgerinnenkompanie wird ihre eigene „beste Schützin“ ausschießen, die eine eigene Kette bekommen wird. Bei den Männern bleibt der traditionelle Titel des Scheibenkönigs. Das Preisgeld ist Fortmann zufolge für beide gleich hoch. Erstmals soll auch die beste auswärtige Schützin ermittelt werden. Den Abschluss des Tages bildet die Proklamation des neuen Königs und der besten Schützin. Die Festzüge mit den Majestäten sollen laut Plan gegen 19.30 Uhr wieder in der Innenstadt ankommen, so Fortmann. „Das ist aber nur ein Richtwert“, ergänzt er.

Am Ende der Veranstaltung steht am Mittwoch, 29. Juni, die öffentliche Preisübergabe vor dem Rathaus mit anschließendem Pellkartoffel-Essen. Dieses obliegt der Stadt Nienburg.

Anmeldung

Die Anmeldung fürs Aufmarschieren mit der Bürgerinnenkompanie ist möglich bei der Stadt Nienburg: Marc Fortmann (05021/87280; m.fortmann@nienburg.de) und Jutta Glückhardt (05021/87357; j.glueckhardt@nienburg.de). Anmeldeschluss ist der 3. Juni.

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