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Rehburg-Loccum: Was macht das gelbe Band am Baum?

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Von: Beate Ney-Janßen

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Ernte freigegeben: Dana Könemann und Ben haben mit Michael Brämer eine Allee in Münchehagen mit gelben Bändern versorgt.
Ernte freigegeben: Dana Könemann und Ben haben mit Michael Brämer eine Allee in Münchehagen mit gelben Bändern versorgt. © Privat

Die „FoodTeiler“ und die Stadt Rehburg-Loccum sind beim Ernteprojekt des Zentrums für Hauswirtschaft und Ernährung Niedersachsen. Bürger dürfen sich an Früchten bedienen

Rehburg-Loccum – An 123 Obstbäumen in Rehburg-Loccum werden in diesen Tagen gelbe Bänder gebunden. Das Signal, das davon ausgeht: An diesen Bäumen dürfen sich alle von den Früchten bedienen. Die Stadt gibt ihre Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen frei und beteiligt sich damit an einem Projekt des Zentrums für Hauswirtschaft und Ernährung Niedersachsen (ZEHN).

Ungeerntetes Obst am Straßenrand, Apfelpampe unter Bäumen, Obstalleen, Streuobstwiesen, Bäume, die prall voller Früchte über dem Gartenzaun hängen – und niemand verwertet sie. Zur Erntezeit ist das ein durchaus übliches Bild, doch das soll sich an manchen Stellen in Rehburg-Loccum ändern.

Ein gelbes Band am Baum? – Dann darf dort jeder ernten.
Ein gelbes Band am Baum? – Dann darf dort jeder ernten. © Beate Ney-Janßen

Das Projekt des ZEHN zielt genau darauf ab: Früchte, die von ihren Eigentümern nicht geerntet werden, können für die Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Das Prinzip ist einfach: Die Eigentümer können ihre Bäume beim ZEHN registrieren lassen. Im Gegenzug bekommen sie gelbe Bänder zugesandt. Damit Erntewillige die Früchte finden, werden die Standorte auf der ZEHN-Homepage www.zehn-niedersachsen.de in einer Karte erfasst.

Gegen Lebensmittelverschwendung

Auf dieses Projekt sind Rehburg-Loccums „FoodTeiler“ aufmerksam geworden. Deren Ansatz ist es, Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Eine Punktlandung, meinten sie – das Ernteprojekt sei eine schöne Ergänzung zu ihren öffentlichen Lebensmittel-Teilstationen.

Die „FoodTeiler“ bieten an, allen, die Obstbäume freigeben möchten, Hilfestellung zu geben. Gelbe Bänder haben sie in der Schublade, das ZEHN-Formular ebenso. Ein Anruf unter 0174 / 9139598 oder eine Nachricht in der Facebookgruppe „FoodTeiler Rehburg-Loccum“ genügt – dann werden sie aktiv.

Info-Material am Loccumer Gemeindehaus erhältlich

Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, bekommt Info-Material im „FoodTeiler“ am Loccumer Gemeindehaus, Weserstraße 1. Dort gibt es eine Liste mit den Baum-Standorten und Info-Material. Bislang umfasst die Liste die stadteigenen Bäume in Münchehagen, Loccum und Winzlar. Wer ernten will, kann sich auf Äpfel, Kirschen, Birnen und Zwetschgen freuen.

Die erste Allee ist bereits gekennzeichnet. Bauhofleiter Michael Brämer hat sich mit FoodTeilerin Dana Könemann und ihrem Sohn Ben getroffen und Schleifen gebunden – in der Allee zwischen Blumenstraße und Ziegeleistraße. „Schönes Projekt“, meint er und schneidet in der Allee einen August-Apfel auf. Noch schimmern die Kerne weiß. Das wird sich aber bald ändern und dann kann die Ernte beginnen. „FoodTeiler“ und Stadt hoffen darauf, dass die Liste der Bäume mit gelben Bändern sich bis dahin weiter füllt.

Die Regeln für die Ernte an allen Bäumen sind einfach: Nehmen, was man braucht und dabei nett zu den Bäumen sein. Wer höher ernten will, als der Arm reicht, kann sich Obstpflücker oder eine Leiter mitbringen. Klettern und Rütteln sind untersagt und das Ernten geschieht auf eigene Gefahr.

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