Polizei verstärkt Kontrollen / Ziel: Unfallzahlen und -folgen mindern

Alkoholisierte Radfahrer pusten künftig häufiger

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Auch Radler müssen pusten, wenn Polizisten eine Teilnahme am Verkehr unter dem Einfluss alkoholischer Getränke vermuten.

Nienburg - Fahrradfahrer können nach einem Fehlverhalten schnell in „die Mühlen des Gesetzes“ geraten. Dann, so Nienburgs Polizei-Pressesprecherin Gabriela Mielke, müssen sie mit Sanktionen – vom Verwarn- oder Bußgeld bis hin zur Blutentnahme bei einem alkoholisierten Radfahrer sowie dem Verlust der Fahrerlaubnis – rechnen.

Bei Trunkenheitsfahrten, so Mielke weiter, gibt es, im Gegensatz zu motorisierten Verkehrsteilnehmern, keine Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren. „Schon ab 0,3 Promille und einer alkoholbedingten Verhaltensauffälligkeit drohen Geld- oder schlimmstenfalls sogar Freiheitsstrafen“, weiß Werner Müller von der Polizei Nienburg. Ab 1,6 Promille liege der Regelfall der Fahruntüchtigkeit vor. Die alleinige Feststellung des Grenzwertes reiche aus, um ein Strafverfahren einleiten zu müssen“, erklärt der Polizeihauptkommissar. Die „Ernüchterung“ setze dann zumeist schnell ein.

Neben dem Strafverfahren prüfe die Fahrerlaubnisbehörde in solchen Fällen bei dem Betroffenen die persönliche Eignung. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) sei die Folge. Ein Entzug der Fahrerlaubnis für ein Auto oder das Verbot, ein Fahrrad fahren zu dürfen, könnten weitere Konsequenzen sein. Neben der zu erwartenden Geldstrafe fielen für diese Verfahren nicht unerhebliche Kosten an, so Müller.

„Im Hinblick auf die warme Sommerzeit können wir nur vor einem übermäßigen Alkoholgenuss und der anschließenden Benutzung des Rades warnen“, schließt sich Fritz Groß von der Verkehrswacht an. „Sicherlich muss man den Ausflüglern zu Gute halten, dass sie ihr Kraftfahrzeug stehenlassen und das Fahrrad nutzen. Doch gerade auf Zweirädern wirkt sich die Alkoholbeeinflussung besonders stark auf die Fahrsicherheit aus“, betont der ehemalige Leiter der Polizeistation in Bruchhausen-Vilsen.

„Insgesamt geht es uns nicht darum, alle Radfahrer zu verteufeln oder unter Generalverdacht zu stellen“, schildert Ingo Hartmann vom Landkreis Nienburg die Motivation der Aufklärungsserie. „Uns geht es darum, dass wir durch diese Aufklärungsarbeit gemeinsam eine anhaltende Verhaltensänderung bei Radfahrern bewirken, um so Unfallzahlen und -folgen zu vermindern.“

Berthold Vahlsing vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) begrüßt ausdrücklich polizeiliche Kontrollen nach der Aufklärungskampagne. „Es gibt eine große Zahl von Unverbesserlichen, die den allgemein guten Ruf der Fahrradfahrer beschädigen. Jeder Radfahrer ist umweltfreundlich unterwegs. Er muss sich aber bewusst sein, dass er zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern gehört. Daher ist es besonders wichtig, aufmerksam und vorsichtig am Straßenverkehr teilzunehmen. Dazu gehört die Kenntnis und vor allem die Beachtung der für ihn geltenden Regeln“, so Vahlsing.

Abschließend weist Werner Müller auf geplante Kontrollen von Radfahrern durch die Polizei hin. „Es wird nicht der Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit sein. Jedoch muss sich jeder Radfahrer darauf einstellen, dass sein Fehlverhalten durch den Polizeibeamten angesprochen und gegebenenfalls auch geahndet wird.“

Die Serie zeigt, dass es im Interesse vieler Institutionen liege, die Sicherheit der Fahrradfahrer zu verbessern, sei es durch bauliche Neuanlagen, Verbesserung bestehender Verkehrswege oder Aufklärungsarbeit in den Medien. „Letztlich haben Sie es aber in der Hand, durch ihr verkehrsgerechtes Verhalten Unfälle zu vermeiden. Seien Sie Vorbild für andere – gerade für Kinder“, so der abschließende Appell der Verkehrsexperten.

Weitere Informationen über das Fahrradfahren sind auf verschiedenen Internet-Seiten zu finden:

www.adfc-nienburg.de

www.bussgeldkatalog.org

www.landesverkehrswacht.de/

wissenswertes/fuer-radfahrer

www.udv.de/de/verkehrsteilneh-

mer/radfahrer

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