"Mangel an Vertrauen der Angehörigen macht betroffen"

Acht Jahre nach Mandys Verschwinden lässt Polizei nicht locker

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Die Polizei sucht nach wie vor nach Mandy Müller.

Nienburg - Die Polizei Nienburg veröffentlichte am Montag eine Stellungnahme zum Fall "Mandy Müller" und der aktuellen Situation.

"Wir haben großes Verständnis für die Gedanken und das Leid der Familie Müller und können nachvollziehen, dass die nunmehr fast 8-jährige Unsicherheit über den Verbleib der Tochter eine große Belastung darstellt. Den Vorwurf, allein aus ethnischen Gründen nichts beziehungsweise nicht alle notwendigen Ermittlungsmaßnahmen vorgenommen zu haben, weise ich allerdings energisch zurück," so der Leitende Polizeidirektor der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, Frank Kreykenbohm.

"Bis zum heutigen Tage sind wir allen sinnvollen Ermittlungsansätzen akribisch und mit hohem Aufwand nachgegangen und werden das auch weiterhin tun, solange der Verbleib von Mandy nicht geklärt ist. Bereits vor vielen Jahren wurde eine behördenübergreifende Ermittlungsgruppe zusammen mit der Polizeiinspektion Celle gegründet, die alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel der kriminalpolizeilichen Ermittlungsarbeit eingesetzt hat. So wurden in der Vergangenheit neben unzähligen, mittlerweile "bändefüllenden", Zeugenvernehmungen und kriminaltechnischen Untersuchungen unter anderem auch sogenannte "Mantrailer" (Personenspürhunde) eingesetzt, Fußböden in einem verdächtigen Wohnhaus aufgestemmt und ganze Waldareale mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei durchsucht. Darüber hinaus sind alle Möglichkeiten von technischen Ermittlungsmaßnahmen seitens der ermittelnden Beamten ausgeschöpft worden.

Auch neuerlichen Hinweisen, insbesondere aus den vergangenen Wochen im Bereich des Landkreises Celle, wurde unverzüglich nachgegangen und deren Inhalt schnellstmöglich hinsichtlich der Bedeutung für den Fortgang der Ermittlungen verifiziert. Entsprechende Zeugenanhörungen erfolgten direkt vor Ort, um im direkten Kontakt mit den Hinweisgebern deren Relevanz abschließend klären zu können.

Um die Angehörigen hinsichtlich der polizeilichen Ermittlungen auf einen möglichst aktuellen Informationsstand zu halten, wurde in den zurückliegenden Jahren seitens der Polizei ein enger Kontakt gehalten. Darüber hinaus erhielten die von der Opferfamilie beauftragten Rechtsanwälte vollumfänglich Akteneinsicht. Insoweit waren die Angehörigen über unsere Ermittlungsschritte - soweit möglich und zulässig - informiert und damit auch in der Lage, uns weitere Anregungen und Hinweise für unsere Ermittlungen zu geben, leider ohne Erfolg. Auch ein seitens der Familie beauftragter Privatdetektiv konnte keine weiterführenden Informationen und Ermittlungsansätze liefern. "Vor dem Hintergrund dieser Maßnahmen und Aktivitäten ist der Vorwurf einer Blockadehaltung der Polizei gegenüber neuen Ermittlungsansätzen für mich schlicht nicht nachvollziehbar. Sollten wir allerdings tatsächlich etwas übersehen haben, sind wir für jeden Hinweis dankbar", so Kreykenbohm.

Außerdem entscheide die Polizei nicht allein über Umfang und Intensität der Ermittlungsmaßnahmen, sondern führe diese auf Weisung und in enger Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft durch.

Was die Fahndungsarbeit mit entsprechenden Aufrufen in Presse, Funk und Fernsehen anbelangt hat die Polizei Nienburg in den zurückliegenden Jahren alle Medienanfragen in Wort und Bild umfassend beantwortet und sich insoweit aktiv beteiligt. Eine Aufnahme des Falles in die Sendung Aktenzeichen XY "ungelöst" war beim damaligen Stand der Ermittlungen nicht möglich, da bereits konkret gegen einen Tatverdächtigen ermittelt wurde und dessen Aufenthaltsort der Polizei bekannt war. Die aktuelle Anregung der Familie Müller, den Fall in der Sondersendung "XY Spezial - Wo ist mein Kind?" zu platzieren, wird durch die Polizei Nienburg allerdings nicht unterstützt. Nach dem bisherigen Kenntnisstand spielt sich der Fall im vergleichsweise kleinen geografischen Raum Celle / Nienburg ab, eine überregionale Verbreitung wird daher - nicht zuletzt in Anbetracht der langen Zeitdauer des Verfahrens - nicht zur Erlangung von sachdienlichen Hinweisen führen. Zum anderen handelt es sich um eine Live-Sendung, wo Angehörige und Polizei direkt im Studio zu Wort kommen. Angesichts der Erfahrungen in der Vergangenheit und der hohen Emotionalität in dem Fall haben wir die Sorge, dass es im Rahmen der Sendung zu Konfliktsituationen und unter Umständen zu ungerechtfertigten Vorwürfen gegen der Polizei kommt. Leider bestätigt uns die aktuelle Situation in dieser Auffassung.

"Ungeachtet der in Rede stehenden Vorwürfe begrüßt es die Polizei Nienburg, dass sich der "Arbeitskreis Gedenken" über den Stand der bisherigen Ermittlungen informieren möchte. Allen Ansätzen, die dazu beitragen, das Verständnis in der Öffentlichkeit zu erhöhen und zur Versachlichung der Situation beizutragen, stehen wir offen gegenüber", so Kreykenbohm abschließend."

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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