Podiumsdiskussion mit 400 Schülern in der BBS Nienburg

Politik zum Greifen nah

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Gut 400 Schüler nahmen an der Podiumsdiskussion im Foyer der Berufsschule Nienburg teil.

Nienburg - von Kristina Stecklein. Politikern Fragen stellen, Antworten herauskitzeln - und das so kurz vor der Wahl: Dazu hatten knapp 400 Schüler die Gelegenheit. Sieben Vertreter unterschiedlicher Parteien waren zu einer Podiumsdiskussion in der Berufsschule Nienburg erschienen.

Politik hautnah erleben – das ist auch in der heutigen Zeit immer noch, vielleicht auch insbesondere dann, äußerst spannend. Gelegenheit hatten die Schüler des Landkreises am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion an der Berufsschule in Nienburg. Knapp 400 von ihnen, 200 von der BBS und 200 von anderen Schulen des Landkreises, konnten der Diskussion zwischen verschiedenen Politikern gebannt zuhören und eigene Fragen stellen.

Von 9.20 bis 11.10 Uhr startete der Tag mit Unterrichtsbesuchen. Schüler hatten die Gelegenheit, Fragen auf Augenhöhe zu stellen. „Ich hatte den Eindruck, dass die Schüler das sehr dankbar annehmen“, sagte Katja Keul, Bundestagsabgeordnete von B90/ die Grünen. „Es wurde oft gefragt, wie wir überhaupt arbeiten, wie eine Sitzung im Bundestag abläuft und natürlich auch, ob ich Angela Merkel kenne“, zählte sie lachend auf. Vor allem aber nehmen Fragen rund um die Sicherheit der Menschen mehr Raum ein. Besonders nach dem Attentat in Manchester oder Erdogans Wiederwahl beschäftigt die Schüler die Demokratie. „Die Jugendlichen haben ein verstärktes Bewusstsein dafür, dass Demokratie keine Selbstverständnis ist“.

So wunderte es nicht, dass auch Innere Sicherheit ein Aspekt der Podiumsdiskussion war. Heiner Werner, Berufsschullehrer und Fachgruppenleiter Politik übernahm die Moderation der Diskussionsrunde und verwarnte die Politiker das ein oder andere Mal, den Inhalt nicht aus den Parteiflyern herunter zu beten. „Das Interesse an der Politik scheint bei den Schülern wieder aufzublühen“, leitete Werner die Podiumsdiskussion ein.

„Freiheit gibt es nur durch Sicherheit“

Martina Broschei (Piraten), Pascal Stüber (AfD), Jutta Krellmann (Die Linke), Heiner Werner, Katja Keul (Grüne), Gerd Linderkamp (SPD), Daniel Winter (FDP) und Maik Beermann (CDU) (v.l.)

Mit von der Partie waren Martina Broschei (Piraten), Jutta Krellmann (Die Linke), Pascal Stüber (AfD), Katja Keul (Grüne), Gerd Linderkamp (SPD), Daniel Winter (FDP) und Maik Beermann (CDU). So unterschiedlich die Kandidaten waren, so unterschiedlich waren die Antworten zu den einzelnen Themen. So sprach sich Broschei deutlich gegen die Videoüberwachung aus, nannte dies eine „Einschränkung der Freiheit“, während Beermann die Vorteile der Überwachung mit Beispielen aus der Berliner U-Bahn hervorhob. „Freiheit gibt es nur durch Sicherheit“, betonte der Politiker. Keul hingegen sah die Verabschiedung sämtlicher Gesetze als „Instrumentalisierung der Ängste der Menschen“. Sie sagte: „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu erlangen, verliert irgendwann beides.“ Dass es gewisse Meinungsverschiedenheiten gab, wurde vor allem an der Körpersprache deutlich. Nicht selten wurden die Augenbrauen hochgezogen, die Augen gerollt oder der Kopf missbilligend geschüttelt.

Auch zum Thema Integration gab es unterschiedliche Meinungen. So sprach Beermann Erdogan an und machte direkt einen Vergleich: „Das ist, als würden bei uns freilaufende Hühner für die Käfighaltung in der Türkei demonstrieren“, – diese Integration sieht der CDU Bundestagsabgeordnete als gescheitert, hebt hervor: „Integration gelingt nur, wenn man sagt, was man möchte.“ Auch Daniel Winter hob hervor: „Wir brauchen Regeln und Gesetze“. Broschei hingegegen verdeutlichte, dass sie die Schuld in der westlichen Gesellschaft sehe. „Wir haben die Menschen arm gemacht“.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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