Unfallzahlen steigen

Nienburg: Mehr Sicherheit auf dem Pedelec

Ulrich Kohlhoff vom ADFC Nienburg mit seinem Pedelec.
+
Pedelec-Neulinge sollten es langsam angehen lassen, rät Ulrich Kohlhoff vom ADFC Nienburg.

Nienburg – Ulrich Kohlhoff vom Allgemeinden Deutschen Fahrrad-Club Nienburg (ADFC) hat nach eigenen Worten gut 50 000 Kilometer auf dem Buckel – zurückgelegt mit dem Pedelec. Der Mann dürfte also wissen, wovon er spricht, wenn er am 22. September für den ADFC ein Fahrsicherheitstraining für Pedelecs begleitet. Aber warum ist das eigentlich nötig?

„Wer halbwegs fit ist, und sich im Straßenverkehr wohlfühlt, kann auch Pedelec fahren“, meint Kohlhoff. Er und seine Kollegen vom ADFC haben, ebenso wie die Polizei, die Erfahrung gemacht, dass sich immer mehr Menschen ein solches Rad mit Elektromotor zulegen. Die Praxis ist dann offenbar doch nicht so simpel: Die Polzei Nienburg vermeldet einen Anstieg der Unfälle mit Pedelec-Fahrern. „Bisher kam es seit Jahresbeginn im Landkreis Nienburg zu 55 Verkehrsunfällen, bei denen Fahrradfahrer/innen beteiligt waren. Von diesen Unfällen ereigneten sich zehn unter Beteiligung eines Pedelecs. Im Vergleich dazu verzeichnete die Polizei 2020 insgesamt 110 Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Radfahrern, wovon in 13 Fällen ein Pedelec beteiligt war“, berichtet Polizei-Sprecherin Julia Haase. Das bedeute für dieses Jahr eine Zunahme von sieben Prozent.

Zu wenig Übung, zuviel Tempo

Einen Grund für die gestiegenen Unfallzahlen sehen die Beamten bei der höheren Geschwindigkeit beim Pedelec-Fahren und dem entsprechend verlängerten Bremsweg. „Gerade ungeübten, meist älteren Radfahrerinnen und Radfahrern, wird dieser Umstand des Öfteren zum Verhängnis“, schreibt die Polizei in einer Mitteilung.

Das kann Ulrich Kohlhoff bestätigen. „Die Leute kaufen sich so ein Teil, setzen sich drauf und los geht’s. Dann fahren sie mal eben 25, 26 Stundenkilometer, sind den Rückenwind aber nicht gewohnt“, sagt er. Zum Vergleich: Beim herkömmlichen Fahrrad erreiche man etwa 15 Stundenkilometer. Zudem fehle Einsteigern oft auch eine vernünftige Einweisung in die Handhabung des Pedelecs.

Anfänger: Langsam reinkommen

Daher empfiehlt Kohlhoff im Zweifel auch den Radkauf beim Fachhändler in der Region, der sich später auch um etwaige Reparaturen oder den Service kümmert. „Grundsätzlich sollten Pedelec-Anfänger vorsichtig starten“, so Kohlhoff weiter.

Das nötige Rüstzeug möchte die Landesverkehrswacht Niedersachsen im Rahmen des Programms „Fit mit dem Pedelec“ vermitteln. Auch in Nienburg bietet die Verkehrswacht diese Kurse an. Zusammen mit den Kooperationspartnern des ADFC und der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg gibt es regelmäßig Trainings.

Termine in Nienburg und Wietzen

Nienburg: jeweils Mittwoch, 22. und 29. September; Anmeldung bei der Verkehrswacht Nienburg, 05021/910900. Die Trainings finden von 9 bis 13 Uhr auf dem Gelände der Feuerwehr in Nienburg, Berliner Ring 1, statt. Teilnahmegebühr: 10 Euro. Ein Fahrradhelm ist Pflicht.

Wietzen: Samstag, 25. September, und Mittwoch, 13. Oktober, jeweils 9 bis 13 Uhr am Feuerwehrgerätehaus Wietzen. Teilnahmegebühr: 10 Euro. Bitte Imbiss und Radhelm mitbringen. Anmeldung: Elke Märtens 05022/8318 oder landfrauenverein-wietzen@gmx.de

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Meistgelesene Artikel

„Eine Chance, gehört zu werden“

„Eine Chance, gehört zu werden“

„Eine Chance, gehört zu werden“
Wer bekommt den Nienburger Chefsessel?

Wer bekommt den Nienburger Chefsessel?

Wer bekommt den Nienburger Chefsessel?
Sechs wollen Bürgermeister werden

Sechs wollen Bürgermeister werden

Sechs wollen Bürgermeister werden
Neue Sonderausstellung „Hauch der Steine“ in Hoya

Neue Sonderausstellung „Hauch der Steine“ in Hoya

Neue Sonderausstellung „Hauch der Steine“ in Hoya

Kommentare