Ortswehren Langendamm und Nienburg üben an THW-Bundesschule Hoya

Suche nach Verschütteten: „Opfer“ unter Betonplatte

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Gut gesichert tasten sich die Einsatzkräfte zu einer verschütteten Person in einem Kanalrohr vor.

Nienburg/Hoya - Von Marc Henkel. Die Übungs-Lagen, die sich Nienburgs Ortsbrandmeister Harald Ellermann und Hans-Heiner Hupe von der THW-Bundesschule ausgedacht haben, kommen recht selten vor. Aufgabe war es für die beiden Ortsfeuerwehren aus Langendamm und Nienburg, auf dem Erprobungsgelände für das „Intelligente sichernde Lokalisierungssystem für die Rettung und Bergung von Verschütteten“ (I-LOV) der Bundeseinrichtung verschüttete Personen zu suchen und diese anschließend zu retten.

Die erste Übungslage für die Ortsfeuerwehr Langendamm war, dass in einem Gebäude zwei Personen verletzt waren. Das erste „Opfer“ mussten die Einsatzkräfte aus dem Dachgeschoss heraus mit einer Trage retten. Bei der zweiten Person war der Zugang versperrt, so dass eine Rettungsöffnung in eine Wand geschlagen werden musste.

Bei der zweiten Lage galt es, eine verletzte Person aus einem waagerecht verlaufenden Schacht zu retten – unter schwerem Atemschutz keine ganz leichte Aufgabe. Das letzte Szenario für die Langendammer Einsatzkräfte bestand darin, aus einem Kanalrohr-System ebenfalls verletzte Personen zu retten.

Für die Ortsfeuerwehr Nienburg nahm man an, dass durch eine Gasexplosion ein Gebäude zusammengestürzt war. Drei Personen wurden unter Trümmern verschüttet. Während sich drei Trupps unter Atemschutz in absoluter Dunkelheit durch einen knapp 25 Meter langen Schacht zur ersten Person durchkämpften, konnten zwei verletzte Personen schnell in den Trümmern ausfindig gemacht und gerettet werden. Bei der dritten Person, die in dem langen Schacht war, erwies sich die Rettung schwieriger. Eine große Betonplatte hatte den direkten Zugang versperrt.

Jetzt konnten die Atemschutzgeräteträger ihr ganzes Können unter Beweis stellen. Mit abgeschultertem Atemschutzgerät gelang es einer Einsatzkraft, unter der Betonplatte zur verletzten Person vorzudringen und diese mit einer Bandschlinge aus der misslichen Lage zu befreien.

Bei der zweiten Lage für die Nienburger musste die Besatzung der Drehleiter eine Schacht-Rettung vornehmen. Dabei wurde die zu rettende Person im dem Schacht mit dem Rettungsgeschirr gesichert und mit dem Rettungs- und Abseilgerät herausgezogen.

Bei der Nachbesprechung zeigten sich Harald Ellermann und Hans-Heiner Hupe zufrieden. „Übungsziel erreicht!“ lautete das Fazit. „Auch wenn dies nur ein Übungsszenario gewesen ist, so kann dieses schnell in der Realität stattfinden“, sagte der Nienburger Ortsbrandmeister. Auch Hans-Heiner Hupe war mit der Leistung zufrieden: „Wir würden uns freuen, wenn weitere Feuerwehren diesem Beispiel folgten.“

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