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Nienburger Biomüll geht in den Heidekreis

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Anlage in Benefeld.
Die Anlage in Benefeld ist seit Anfang des Jahres in Betrieb. © Abfallwirtschaft Heidekreis

Eine Kooperation mit des Heidekreis mit dem Landkreis Nienburg/Weser ermöglicht nun eine Kreislaufwirtschaft. Die Kreislaufwirtschaft ist auch das Ziel moderner Abfallwirtschaft. Die Gebühren sollen nicht steigen.

Landkreis – Ein Kreislauf – das ist das Ziel moderner Abfallwirtschaft. Während es in den Ursprüngen der Müllabfuhr zunächst darum ging, Abfälle aus Haushalten und Unternehmen zu sammeln und zu beseitigen, ist heute die Verwertung ein wichtiges Thema. Als Ideal, welchem sich auch der Betrieb Abfallwirtschaft Nienburg/Weser (BAWN) verschrieben hat, gilt die Kreislaufwirtschaft, heißt, dass aus Müll etwas hergestellt wird, was der Verbraucher wieder nutzen kann.

Zum Welt-Recycling-Tag, 18. März, macht der BAWN in einer Pressemitteilung bekannt, dass eine Kooperation mit der Abfallwirtschaft Heidekreis (AHK) eingegangen wurde, um Recyclingprozesse noch weiter zu stärken. Seit Anfang des Jahres gehe bereits ein Teil der Bioabfälle aus dem Landkreis Nienburg in eine moderne Verwertungsanlage in den Heidekreis.

In Benefeld sei zu Jahresbeginn eine neue Vergärungs- und Kompostierungsanlage an den Start gegangen. Unter anderem durch den Biomüll des BAWN würden jetzt 800 Haushalte mit lokal erzeugtem grünen Strom versorgt. Aus Bioabfällen werde laut AHK in Fermentern über circa drei Wochen kontinuierlich Biogas hergestellt, das durch Verbrennung in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt werde. „Die Funktionsweise ähnelt fast den landwirtschaftlichen Nawaro-Biogasanlagen – nur eben hier mit Bioabfällen statt mit Gülle und zum Beispiel Mais betrieben“, wird Betriebsleiter Cord Utermann zitiert. Bis zu fünf Millionen Kilowattstunden könnten so in Benefeld pro Jahr erzeugt werden. Die AHK und die Kompotec hätten dafür im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft rund elf Millionen Euro investiert.

Garten- und Bioabfälle.
Aus Grüngut wird Kompost: Wer wie Johanna Müller vom BAWN seine Garten- und Bioabfälle in die grüne Tonne wirft, trägt einen Teil zur Kreislaufwirtschaft im Landkreis Nienburg/Weser bei. © BAWN

„Durch die Kooperation mit der AHK lässt sich aus Abfällen Energie gewinnen. Dadurch leistet der BAWN einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“, erklärt BAWN-Vorstand Arne Henrik Meyer in der Pressemitteilung. Denn bisher sei ein Teil des Nienburger Bioabfalls direkt kompostiert worden. Der Biogas-Anteil des Abfalls ist dadurch energetisch ungenutzt geblieben – im Heidekreis werde dieser nun genutzt. Abschließend werde der bei diesem Prozess ebenfalls produzierte Frischkompost zu Fertigkompost verarbeitet, der in der Landwirtschaft als biologischer Dünger eingesetzt werde. Somit entstehe aus dem ehemaligen Bioabfall ein reines Recycling-Produkt, das Energie und Ressourcen einspare.

„Ein Teil unserer Abfälle aus der Biotonne geht bereits an die Abfallwirtschaftsgesellschaft Bassum des Landkreises Diepholz, wo diese nach einem ähnlichen Verfahren verwertet werden. Da wir aber immer mehr Bioabfall aus den Haushalten erhalten, sind wir froh, nun eine größere Menge klimafreundlich verwerten lassen zu können“, begründet Meyer die Entscheidung für das moderne Verfahren, das für den BAWN teurer ist als die reine Kompostierung. Die Gebühren steigen durch die neue Kooperation nicht, heißt es weiter. Mehrkosten seien bereits in die aktuellen Preise einkalkuliert.

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