Finanzielle Lage angespannt

Nienburger Theater: Hinter dem Vorhang rumort es

Leere Ränge, leere Kassen: Die anhaltende Pandemie bringt viele Kultureinrichtungen in finanzielle Nöte. Das Nienburger Theater hält laut Leiter Jörg Meyer weiter durch. Doch auch Meyer hat finanzielle Hilfen beantragt.
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Leere Ränge, leere Kassen: Die anhaltende Pandemie bringt viele Kultureinrichtungen in finanzielle Nöte. Das Nienburger Theater hält laut Leiter Jörg Meyer weiter durch. Doch auch Meyer hat finanzielle Hilfen beantragt.

Nienburg - Bis sich der Vorhang auf der Bühne des Nienburger Theaters endlich mal wieder hebt, dauert es noch. Auch nach der jüngsten Konferenz der Ministerpräsidenten gab es keine guten Nachrichten für die Kulturschaffenden. Die Lichter bleiben aus, die Kassen leer. Für Theaterleiter Jörg Meyer heißt das Motto dieser Tage „Durchhalten und spielbereit sein“, wie er sagt.

  • Nienburger Theater musste bislang kein Personal entlassen.
  • Das Haus hat sich um staatliche Hilfen beworben.
  • Jörg Meyer plant Live-Streamings als Alternative.

„Mitte März ist es ein Jahr her, dass wir mit dem ersten Shutdown unseren Spielbetrieb einstellen mussten. Zwischenzeitlich durften wir im September und Oktober mit einem, wie ich finde, guten Hygienekonzept vor kleinem Publikum spielen“, schaut es zurück. „Bald haben wir ein ganzes Theaterjahr hinter uns, in dem wir nur ganze zwölf Publikumsveranstaltungen durchführen konnten, statt wie sonst üblich bis zu 120“, ergänzt Meyer.

Zeitnah rechnen weder er noch sein Team mit Lockerungen, die dem Betrieb helfen könnten. Theater und Kinos sollen den Plänen der Landesregierung zufolge ebenso wie Bars und Kneipen, zuallerletzt wieder öffnen dürfen. Auch beim Nienburger Theater ist die Lage daher ernst. „Wir halten natürlich weiter durch“, versichert Meyer. Allerdings sind er und seine Branche auf sinkende und dann stabil niedrige Infektionszahlen angewiesen. „Wir können nur abwarten, bis es uns wieder erlaubt ist, mit dem im Herbst 2020 bewährten Hygienekonzept wieder zu spielen“, sagt Meyer.

Wir können nur abwarten, bis es uns wieder erlaubt ist, mit dem im Herbst 2020 bewährten Hygienekonzept wieder zu spielen.

Jörg Meyer, Leiter des Nienburger Theaters

Bundesweit stehen Kulturbetriebe vor dem Aus, viele Beschäftigte der Branche mussten bereits ihren Hut nehmen. Wie sieht das beim Nienburger Theater aus? „Wir sind ein kommunal getragenes Gastspielhaus, ohne Ensemble, aber mit eigenem Personal für Technik und Vertrieb. Daher sind die festangestellten Mitarbeiter abgesichert“, erläutert Jörg Meyer auf Nachfrage. Gekündigt worden ist in „seinem“ Haus also bislang niemand. „Freie Kapazitäten werden anderen Verwaltungsbereichen zur Verfügung gestellt“, so der Theaterleiter. Härter hat es Meyer zufolge private Tourneetheater-Unternehmen getroffen, die mit Theaterstücken, Konzerten und Shows in Nienburg gastieren. Sie seien durch den fortdauernden Lockdown in ihrer Existenz bedroht. „Wir haben stets vor Augen, dass unsere künstlerischen Gäste die Hauptleidtragenden des Lockdowns sind, aber auch der eine oder die andere Kollege aus dem Saal- oder Bühnenhelfer-Team , die nicht arbeiten können“, so Meyer.

Förderprogramm soll Corona-Folgen lindern

Um durchzuhalten, bis wieder geöffnet werden darf, hat sich das Theater Meyer zufolge auch um Fördermittel beworben. „Das Nienburger Theater kommt glücklicherweise in den Genuss von Bundesfördermitteln aus verschiedenen Programmen, die dazu beitragen werden, die wirtschaftlichen Folgen von Corona abzumildern, vielleicht sogar nahezu auszugleichen“, zeigt sich der Theaterchef optimistisch. Das Haus zahlt demnach auch Ausfallhonorare an betroffene Künstler und Agenturen. Das läuft über das Förderprogramm „Theater in Bewegung“. „Allerdings konnten wir nur einen Bruchteil unseres Programms realisieren, mit dem wir üblicherweise eine stark positive Deckungsquote einspielen. Daran ist in der aktuellen Situation natürlich nicht zu denken. Die Besucherzahlen sind zu niedrig und die Stückkosten bei geringem Output sehr hoch“, fasst Meyer die Lage zusammen. Momentan ist das Team dabei, Live-Streamings einzurichten. Meyer hat Fördermittel aus mehreren Rettungsprogrammen beantragt, um die Folgen für den städtischen Theaterbetrieb abzufedern.

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