Langsamer fahren vor Kindergärten 

Nienburg: Neue Bereiche mit Tempo 30

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Seit dieser Woche muss werktags gebremst werden. 

Nienburg - Von Johanna Müller. Kaum waren die Schilder an der Hannoverschen Straße aufgestellt, wurde auch schon im Internet darüber diskutiert: In einer Facebook-Gruppe wurde bekannt gegeben, dass in einem Bereich auf der Hannoverschen Straße in Nienburg seit dieser Woche nur noch mit 30 Kilometern pro Stunde gefahren werden darf.

Und wie es immer so ist, gibt es zwei Lager. Die einen finden das gut, die anderen eher nicht so. Als „Abzocke“ wurde das neu eingeführte Tempolimit bezeichnet. „Es gehe doch um Kinder“, schreiben andere Nutzer auf dem sozialen Netzwerk. Daher sei diese Maßnahme gerechtfertigt.

Dass Änderungen im Bereich Verkehr immer Stadtgespräch sind, weiß auch Friedhelm Meyer-Leseberg, Leiter des Sachgebiets Straßenverkehr, der erklärt, warum es zu der Tempobegrenzung kam: „Bereits 2016 hatten Anwohner der Hannoverschen Straße sich bei uns gemeldet und eine Tempominderung angeregt.“ Diese Anfrage bezog sich im Allgemeinen auf die Hannoversche Straße. Ende 2017 trat dann ein neues Gesetz in Kraft, dass es ermöglicht innerorts streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkungen von 30 Kilometern pro Stunde auf Vorfahrtsstraßen anzuordnen, ohne zu prüfen, ob eine Gefahrenlage besteht.

Tempo 30 an Werktagen

An dieser Straße muss dafür allerdings – entsprechend der Regelung in der Straßenverkehrsordnung – eine Kindertagesstätte, ein Hort eine allgemeinbildende Schule, eine Förderschule, ein Alten- oder Pflegeheim oder ein Krankenhaus liegen und einen direkten Zugang zu dieser haben.

Die neue Regelung an der Hannoverschen Straße gilt von 6 bis 18 Uhr. 

Dies trifft auf den Bereich an der Hannoverschen zu. Dort gibt es den Kindergarten „Villa Kunterbunt“, wo bis zu 20 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren betreut werden, erklärt Meyer-Leseberg. Und an dessen Öffnungszeiten orientiert sich auch die neue Regelung: Zwischen 6 und 18 Uhr gilt das Tempo-30-Limit an Werktagen.

Auch weitere Kriterien wurden für die Umsetzung dieser Maßnahme geprüft. So wurde etwa ausgeschlossen, dass nicht die Gefahr besteht, dass der Verkehr sich auf Nebenstraßen verlagert.

Die Stadt geht davon aus, dass die Anordnung einen Sicherheitsgewinn für diesen Bereich darstellt. Denn auch Kinder, die in Begleitung einer Aufsichtsperson unterwegs sind, könnten dazu neigen, unvorhergesehen auf die Straße zu laufen. Schließlich sei die Verkehrserziehung bei den Kindergartenkindern noch nicht abgeschlossen.

Daher wurde auch im Bereich der Wölper Straße in Holtorf ein Tempo-30-Bereich eingerichtet, der etwa 135 Meter lang ist und werktags zwischen 7 und 16 Uhr gilt. Dort werden in zwei Kindertagesstätten rund 140 Kinder betreut.

Besonders morgens im Berufsverkehr ist einiges los auf der Wölper Straße. Dann kommen auch viele Eltern und bringen ihre Kinder in die Tagesstätten, vor denen nun die neuen Schilder stehe.

Auch an weiteren Orten im Landkreis wurde das neue Gesetz bereits angewendet. Bereits Anfang 2017 wurden die ersten Schilder aufgestellt, sagt Ingo Hartmann, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr beim Landkreis Nienburg. In Nendorf an der B441 vor einer Grundschule, in Rehburg an der K 10 an einer Kinder- und Jugendeinrichtung sowie in Heemsen an der Schulstraße vor der Grund- und Hauptschule muss 30 gefahren werden.

Weitere Anträge werden geprüft 

„Das ist kein Automatismus. Wir hatten Anträge von den Kommunen und haben diese dann geprüft“, erklärt Hartmann. Werden alle Kriterien erfüllt, setzte die Behörde die Maßnahme um. Weitere Prüfungen stehen momentan noch aus.

Auch in Nienburg gibt es seit Freitag einen weiteren Bereich: Am Südring, zwischen zwei Gebäuden der Lebenshilfe wurden nun auch Schilder aufgestellt. Dort hatte die Lebenshilfe einen entsprechenden Antrag mit Blick auf den zu erwartenden Verkehr nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße gestellt, sagt Meyer-Leseberg. Ob es nun für immer bei diesen Tempolimits bleibt, ist unklar. Denn das Straßenverkehrsamt wird diese Bereiche auch weiterhin im Auge behalten.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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