Noch ist es zu kalt

Spargelsaison in Nienburg beginnt in Kürze

Ein Landwirt verteilt Folie auf einem Spargelfeld bei Nienburg.
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Letzte Vorbereitungen für den Start der Spargelsaison: Auf einem Feld im Raum Nienburg werden Folien auf die Dämme gelegt.

Noch möchte er nicht aus dem Beet, aber schon bald soll es soweit sein: Die Spargelbauern im Kreis Nienburg bereiten sich auf die Ernte vor. Die Region gehört nach Angaben der Landwirtschaftskammer Hannover dabei neben Lüneburg, Uelzen, der Region Hannover und dem Osnabrücker Land zu den wichtigsten Anbaugebieten im Norden.

Landkreis Nienburg - Jetzt ist es noch zu früh, um das Edelgemüse zu stechen. „Nach Ostern geht es hier so langsam los“, berichtet Fritz Bormann. Er ist Sprecher des Verbands Nienburger Spargel, zu dem etwa 30 Betriebe im Landkreis gehören. Derzeit stehen Spargelkulturen auf rund 1000 Hektar Fläche. Zum Vergleich: Nach Angaben der Landwirtschaftskammer werden landesweit 4434 Hektar Spargel angebaut.

Die erste Ware wird von Flächen mit Folientunneln kommen. „Durch den Frost im Februar hat der Spargel ausreichend Kältereiz erhalten und kann die hoffentlich wärmeren Tage Ende März dementsprechend nutzen“, heißt es bei der Landwirtschaftskammer. Der Kältereiz helfe dem Gemüse, bei steigenden Temperaturen zu wachsen. Der Kammer zufolge konnten erste Direktvermarkter die weißen Stangen von beheizten Feldern ernten. Ebenfalls geerntet werde bereits auf den Feldern mit Dreifachabdeckung: „Bei diesen Flächen wird über dem Tunnel, in denen die Dämme mit schwarzer Folie abgedeckt sind, noch eine weitere Folie aufgelegt. Dadurch erwärmen sich auch noch die Laufwege zwischen den Tunneln und speichern zusätzlich Wärme“. Auch für den Nienburger Raum erwartet Bormann eine solide Ernte. Die Wetterbedingungen sind in seinen Augen günstig für den Spargel. Im Gesgesatz dazu waren 2018 und 2019 laut Landwirtschaftskammer „Ausnahmejahre mit trockenen und heißen Sommermonaten und sehr wenig Niederschlag in vielen Regionen“. Somit waren die Spargelanlagen auf zusätzliche Bewässerung angewiesen.

Mehr Spargel in der Direktvermarktung

Die Saison 2020 habe einen äußerst erfreulichen Ernteverlauf gehabt: „Pünktlich zu den Osterfeiertagen waren die Temperaturen gut, so dass eine anständige Erntemenge zur Verfügung stand.“ Nach Angaben des Landesamts für Statistik wurden 2020 landesweit 26 618 Tonnen Spargel gestochen, 2019 waren es 28 073 Tonnen.

Auch in dieser Saison rechnen die Erzeuger damit, durch das Coronavirus vor einige Herausforderungen gestellt zu werden, etwa bei Erntehelfern aus dem Ausland. „Mögliche Reisebeschränkungen und Quarantänevorschriften beschäftigen die produzierenden Betriebe weiterhin“, heißt es von derKammer. Doch die Betriebe sind „gut vorbereitet und haben mit den jeweiligen Landkreisen und Gesundheitsämtern Hygienekonzepte ausgearbeitet“. Hier spiele auch die Unterbringung der Arbeitskräfte eine große Rolle. Viele Betriebe hätten ihren Wohnraum umgestaltet, vergrößert oder zusätzliche Räume gemietet“. Bormann bestätigt, dass auch die Nienburger Erzeuger im Kontakt mit ihren Erntehelfern stehen und sich auf deren Einsatz vorbereiten. Schwierigkeiten sehe er da derzeit nicht, erklärt Bormann auf Nachfrage. Bei der Vermarktung setzen die Betriebe dieses Jahr noch stärker auf die Direktvermarktung, „da momentan nicht ersichtlich ist, wann sich die Corona-Lage entspannt und insbesondere die Gastronomie wieder öffnen darf“, heißt es weiter.

Wie baut man Spargel an?

Guter Spargelboden sollte sandig sein, dann erwärmt er sich besser, lässt den im Boden liegenden Wurzeln ausreichend Luft und die Spargelstangen verformen sich nicht so leicht. Spezialmaschinen bringen die Jungpflanzen in die Erde. Je nach Wuchsstärke der Sorte pflanzt man drei bis vier Stück pro Meter.

Das Jahr der Pflanzung ist das erste Standjahr der Spargelanlage. Im Sommer wird der Spargel gewässert, von Unkraut befreit und gedüngt, im Winter wird das Spargellaub abgeschnitten. Im April des zweiten Standjahres wird die Bleichspargelanlage mit Spezialmaschinen aufgedämmt. Zwischen Mitte und Ende Mai ist eine erste Ernte möglich. Die weitere Pflege der Anlage erfolgt wie im ersten Jahr.

Ab dem dritten Standjahr der Anlage werden die Dämme nach dem Errichten mit drehbarer schwarz-weißer Folie abgedeckt, je nach Klima und Region in Kombination mit einem Tunnel. Quelle: Bundeszentrum für Ernährung

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