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Nienburgs VHS-Leiter setzt auf Diversität

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Von: Katrin Köster

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Stephan Kaps leitet die Nienburger VHS.
Stephan Kaps leitet die Nienburger VHS und ist gut im neuen Wirkungskreis angekommen, sagt er. © Atelier Chevalier

Gut vier Wochen ist es her, dass der neue Leiter der Volkshochschule (VHS) im Landkreis Nienburg seine Stelle angetreten hat. Stephan Kaps zieht eine erste Bilanz.

Und wie gefällt es ihm? „Unglaublich toll!“, entfährt es ihm spontan. Die Weserstadt und Umgebung haben offenbar sein Herz erobert. „Ich bin ein Landei, habe ich jetzt festgestellt“, scherzt Kaps am Telefon. Die Gegend kannte er indes schon vorher. So habe er bereits als Dozent der VHS in Loccum gearbeitet, berichtet er. „Der ländliche Raum liegt mir. Ich fühle mich gut angenommen und auch angekommen“, zieht er eine erste Bilanz.

Wer ist Stephan Kaps? Der 41-Jährige sagt über sich selbst, er habe schon einige Berufe gehabt. So hat er zunächst eine Friseurausbildung begonnen, die er allerdings aufgrund einer Allergie abbrechen musste. Anschließend habe er an der Freien Kunstschule in Braunschweig studiert und dort das Diplom in Freier Kunst abgelegt. Danach übernahm Kaps eine Stelle bei der Volkshochschule Hannover und studierte erneut. Diesmal absolvierte er berufsbegleitend einen Master-Studiengang in Erwachsenenbildung. Seit 1. Mai ist er Leiter der VHS Nienburg und folgt damit auf Stephanie Duensing, die als Beigeordnete zur Stadt Minden gewechselt ist.

Kaps: Gespannt auf die Wünsche der Lernenden

Der „Neue“ möchte gerne Schwerpunkte bei den Themen Diversität und Vielfalt setzen. Aber: Nicht mit der Brechstange, das ist Kaps wichtig. „Die aktuelle Programmplanung war ja bereits abgeschlossen. Alles umwerfen – das geht nicht. Ich muss ja erstmal schauen, was geht und was nicht.“ Stattdessen möchte er erste inhaltliche Impulse setzen, zum Beispiel mit neuen Online-Angeboten. Diese möchte Kaps aber nicht als Konkurrenz zu Präsenzveranstaltungen sehen. „Die sehe ich als eine weitere Außenstelle der VHS“, sagt er.

Gespannt hat Kaps daher auch das Ergebnis einer Online-Befragung der Bürger durch das Bildungsbüro ausgewertet. „Da gab es viel Rücklauf.“ Die Wünsche wurden deutlich und konnten von Kaps und seinem Team bereits teilweise umgesetzt werden.

So habe die VHS Nienburg beispielsweise im Rahmen eines Englisch-Kurses einen Video-Chat mit Muttersprachlern in den USA angeboten. Das Projekt „Klimafit“, das die VHS gemeinsam mit der Klimaschutzagentur auf die Beine gestellt hatte, war laut Kaps schnell ausgebucht. Dort können sich Privatleute informieren, wie sie im Alltag den Klimaschutz leben können – und dieses Wissen weitergeben. „Bald planen wir auch ein Angebot mit der Sparkasse für Menschen ab 60 Jahre, die Interesse am Online-Banking haben“, berichtet Kaps.

Auf die Frage, ob nach der Corona-Pandemie der Trend bei der VHS zu Online-Angeboten gehe, hat er eine klare Antwort: „Um Gottes willen – Nein!“ Digitale Kurse hätten zwar Vorteile. „Wir erreichen zum Beispiel ganz andere Dozenten“, sagt Kaps. Und auch die teils weiten Anfahrtswege für die Teilnehmer entfielen. Aber: „Die VHS ist in meinen Augen dazu da, dass sich alle Menschen, die einen Inhalt lernen wollen, sich auch begegnen können. Und das funktioniert meist in Präsenz besser“, ist der VHS-Leiter überzeugt.

Kontakt

Ideen sind Stephan Kaps und seinem Team willkommen. Wer einen Kurs-Vorschlag hat, kann ihn der VHS Nienburg mitteilen: www.vhs-nienburg.de

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