Nienburg will etwas wagen

Stadt bewirbt sich als Modell-Kommune

Eine (wieder)belebte Innenstadt wie hier im thüringischen Eisenach erhofft sich auch die Nienburger Verwaltung von ihrer Bewerbung als Modell-Kommune. Dabei gelten für die Teilnehmer strenge Hygiene-Auflagen des Landes.
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Eine (wieder)belebte Innenstadt wie hier im thüringischen Eisenach erhofft sich auch die Nienburger Verwaltung von ihrer Bewerbung als Modell-Kommune. Dabei gelten für die Teilnehmer strenge Hygiene-Auflagen des Landes.

Nienburg bewirbt sich als Modell-Kommune um Lockerungen. Die Entscheidung des Landes soll am Sonnabend, 3. April, fallen. Falls das Land zustimmt, könnte frühestens ab Mitte kommender Woche wieder mehr Leben in die Innenstadt zurückkehren.

Nienburg – Nienburg möchte es Tübingen gleichtun und Modellkommune werden. In diesem Rahmen könnten Handel, Kulturstätten und Außengastronomie öffnen – gekoppelt an verschiedene Auflagen, darunter Corona-Schnelltests. „Dabei liegt die Betonung auf Sicherheit“, stellt Nienburgs stellvertretender Bürgermeister Jan Wendorf klar.

Nach Angaben des niedersächsischen Sozialministeriums soll bis Ostern klar sein, welche 25 Kommunen aus Niedersachsen an dem Projekt teilnehmen dürfen. Dem Ministerium zufolge interessieren sich etwa 60 unterschiedlich große Kommunen für eine Teilnahme.

Negativer Corona-Test als „Eintrittskarte“

Im Rahmen des Modellversuchs sollen in der Woche nach Ostern die Menschen in den Projekt-Kommunen unter Auflagen Läden, Theater und Kinos, Galerien, Fitnessstudios oder die Außenbereiche von Lokalen besuchen können. „Die Bedingung dafür ist ein negativer Corona-Test“, erläutert Wendorf. Dieser ist zwölf Stunden gültig.

„Es ist aber nicht so, dass wir dann plötzlich alles öffnen dürfen“, betont Wendorf. Bekommt Nienburg den Zuschlag und wird Modell-Kommune, muss die Stadt strenge Schutzmaßnahmen und Testkonzepte einhalten und nachweisen. Pflicht sei laut Wendorf auch die Nutzung einer digitalen Kontaktnachverfolgung und das Einbinden der Gesundheitsämter.

Das solle mit Hilfe der App „Luca“ erfolgen. Wer Bummeln gehen wolle, könne sich die App herunterladen und einen Corona-Test machen. Das Ergebnis wird in einem zwölf Stunden gültigen QR-Code hinterlegt. Ist es negativ, zeigt man den Code vor, wenn man in ein Geschäft oder ein Lokal gehen möchte.

Und wer kein Smartphone hat? Auch für diese Personen soll es eine Lösung geben, verspricht Wendorf. Wie die aussieht, werde noch geklärt.

Sicherheit hat Vorrang

Jan Wendorf zeigt sich zuversichtlich, dass es für Nienburg ein „Ja“ aus Hannover gibt. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass sich unsere Inzidenzen relativ im Rahmen halten“, meint er. Bis die Information vom Land kommt, gibt es für die Verwaltung noch zahlreiche Dinge zu organisieren und abzusprechen. „Wir haben zum Beispiel ein eigenes Testzentrum im Schwimmbad Wesavi aufgebaut, zudem bieten viele Geschäfte, Ärzte und Apotheken Corona-Tests an“, nennt der stellvertretende Bürgermeister ein Beispiel. Sollte Nienburg Modellstadt werden, dann werde das mit einer allgemeinen Verfügung und weiteren Details bekanntgegeben, sagt Wendorf. Die Stadt peile an, in jenem Fall etwa in der zweiten Wochenhäfte bereit zu sein und das Projekt zu starten.

„Ich erhoffe mir, dass wir auf diese Weise eine sichere, belebte Innenstadt haben werden“, so Wendorf. Die Bewerbung als Modellstadt sei für ihn auch eine Antwort auf die Frage, wie man dem gebeutelten Einzelhandel vor Ort helfen könne.

„Es ist ein Manöver“, ergänzt er. Sollten die Inzidenzen steigen, muss das Projekt wieder eingestellt werden. Bleiben die Fallzahlen stabil, sei man einen Schritt weiter. „Wir erhoffen uns so oder so Erfahrungen, wie es in Corona-Zeiten laufen kann“, ergänzt der stellvertretende Stadtchef.

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