IGS-Schüler erarbeiteten ein Museumsrallye-Heft

Nienburger Museum kann nun aus Kindersicht betrachtet werden

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Claudia Ahlers, Ralf Templin, Lutz Nolte, Reinhard Glatzel und Dr. Kristina Nowak-Klimscha (von links) mit der diesjährigen „Museumswerkstatt“ AG der IGS Nienburg.

Nienburg - Kristina Stecklein. Ein neues Rallyeheft begleitet Kinder seit dieser Woche bei ihren Erkundungen durch das Nienburger Museum im Fresenhof.

„Wir haben in unserer Dauerausstellung keine Kinderebene und wir wollten den Zustand ändern: mit uns – allerdings ohne dabei ständig präsent zu sein.“ Dr. Kristina Nowak-Klimscha, Leiterin des Nienburger Museums im Fresenhof setzte sich deshalb das Ziel, die Ausstellungen kinderfreundlicher zu gestalten – und das ohne großen Umbau. Dies ist nun, dank der finanziellen Unterstützung des Rotary Clubs Nienburg-Neustadt, ermöglicht worden. „Wir können gar nicht oft genug ‚Danke‘ sagen,“ unterstreicht Dr. Nowak-Klimscha.

Im vergangenen Schuljahr setzten sich zehn Schüler der IGS im Rahmen einer „Museumswerkstatt“ mit dem Thema auseinander und stellten aus ihrer Kinderperspektive Fragen, die in einem Museums-Rallyeheft gesammelt werden sollten. „Die Kinder konnten selber entscheiden, was sie interessiert,“ erklärt Dr. Nowak-Klimscha.

Betreut wurden die jungen Entdecker von Museumspädagogin Claudia Ahlers. „Bis zu hundert Fragen wurden aufgeschrieben. Einige wurden aussortiert,“ sagt Ahlers, da sie schlichtweg zu kompliziert gewesen seien. In einer Gemeinschaftsproduktion wurde das Heft anschließend entwickelt. Dabei richtet es sich an die Klassenstufen drei bis sechs und stellt 19 Fragen von der Steinzeit bis zur Gegenwart.

Um die grafische Umsetzung kümmerte sich das Designteam „Homann Güner Blum“ aus Hannover. Mit vielen originellen Zeichnungen, lustigen Details und farbenfrohen Illustrationen wurde das Konzept kindgerecht umgesetzt. Ein kleiner Drache begleitet die Kinder als Maskottchen auf dem Weg durch das Museum. An den einzelnen Stationen ist das Leittier als Aufkleber befestigt und macht so auf die Rallyefragen und -antworten aufmerksam.

„Es ist eine schöne Erinnerung an den Museumsbesuch. Es gibt Infoblöcke, bei denen man auch später Mal nachlesen kann. Außerdem gibt es ein Rezept für Brot aus der Steinzeit. Das Heft sollte nachhaltig sein“, betont Dr. Kristina Nowak-Klimscha. Derzeit gebe es 300 gedruckte Exemplare, ein Nachdruck sei allerdings jederzeit möglich.

Ralf Templin, didaktischer Leiter der IGS Nienburg, zeigt sich ebenfalls begeistert. Ihm ist Projektarbeit besonders wichtig. „Die Kindersicht wird toll abgebildet. Sie können selbst gesteuert entscheiden, was sie erkunden möchten. Es ist sehr hochwertig und ein bleibendes Ergebnis im Museum. Wir als Schule haben natürlich nur begrenzt finanzielle Mittel, um so etwas umsetzen zu können.“

Mit 5 000 Euro wurde das Projekt vom Rotary-Club Nienburg-Neustadt finanziert, die Initiative hatte der damalige Präsident Reinhard Glatzel ergriffen. Die Einnahmen des alljährlichen Weihnachtsbasars im Vestibül des Nienburger Rathauses bilden die Fördermittel für das Folgejahr. Ein Teil des Geldes wird für lokale Projekte, wie zum Beispiel für solch ein Rallyeheft, genutzt.

„Das Projekt geht durch alle Bildungshorizonte. Nun kann das Museum aus Kindersicht betrachtet werden und Gruppen für eine lange Zeit begleiten,“ ist sich Glatzel sicher. Dem stimmt Nachfolger Lutz Nolte gänzlich zu.

Das Heft ist seit dieser Woche im Museum erhältlich und kann von nun an Kinder bei ihrem Besuch, ganz gleich ob mit der Familie oder der Schulklasse, begleiten.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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