Neuer Trocknungsturm löst Kirche als höchsten Punkt in Rehburg ab/Teuerster Bau in der mehr als 100-jährigen Firmengeschichte

„frischli-Milchwerke“ investieren 25 Millionen Euro

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Hoch hinaus sind die „frischli-Milchwerke“ mit ihrem neuen Trocknungsturm gegangen.

Rehburg - Die Kirche als den höchsten Punkt im Ort hat der neue Trocknungsturm der „frischli-Milchwerke“ in Rehburg übertrumpft. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat das Unternehmen laut eigenen Angaben 25 Millionen Euro in die Anlage investiert.

Eine Feier unter sich – bei der also lediglich die rund 500 Mitarbeiter der Milchwerke in Rehburg eingeladen waren – hat es zur Fertigstellung des Turms gegeben. Eine große öffentliche Feier sollte es angesichts der Milchpreise, die momentan sehr niedrig sind, und angesichts der Sorgen, die dieses den Landwirten bereitet, nicht werden.

Für den Bau der Anlage habe das Unternehmen sich entschieden, sagte Geschäftsführer Hans Holtorf, weil vor zehn Jahren die politische Entscheidung gefallen sei, die Märkte zu öffnen. Dass damit einhergehend Schwankungen in den Milchpreisen folgen würden, sei allen klar gewesen. Dem wolle das Unternehmen mit der verstärkten Herstellung von Milchpulver begegnen. In die Zuversicht Holtorfs, mit der Trocknungsanlage eine Entscheidung getroffen zu haben, die den geöffneten Märkten und den damit verbundenen Risiken begegnen könne, mischte sich aber die Befürchtung, dass politische Entscheidungen diese Investition zunichte machen könnten.

25 Millionen Euro sind die größte bislang von den „frischli-Milchwerken“ getätigte Investition in der immerhin mehr als 100-jährigen Geschichte des Familienunternehmens. Das Geld ist in einen Turm investiert worden, der das Ortsbild Rehburgs nachhaltig prägen wird. 45 Meter ragt er in die Höhe – die Spitze des Kirchturms bringt es lediglich auf 39 Meter. Auch mit seinem Volumen dürfte der Turm das Kirchengebäude übertrumpfen: 70000 Kubikmeter Raum nimmt er ein. Dort sollen bei voller Auslastung bis zu 270 Millionen Kilogramm Magermilch in Milchpulver umgewandelt werden. Dieses kann als Grundstoff für Tabletten, in Kakao-Pulver oder auch als Futter in der Landwirtschaft eingesetzt werden, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Option besteht, in Rehburg auch Pulver für Baby-Milch zu produzieren. Dafür müsste die Anlage allerdings noch weiter aufgerüstet werden.

Rund zwölf Monate werde es dauern, bis die Anlage vollständig hochgefahren sei, erklärten Timo Winkelmann und Lars Schäkel, die wie Holtorf Geschäftsführer des Unternehmens sind. Einer der Gründe, weshalb das Unternehmen für die neue Anlage seinen Standort in Rehburg ausgewählt habe, sagte Schäkel, liege in der verhältnismäßig günstigen Lage zum Hamburger Hafen. Dort werde viel von der Produktion verschifft.

ade

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